Thema: KINDERPORNOGRAFIE

Die Debatte um eine fehlgeleitete Strafrechtsverschärfung

Die Strafrechtsverschärfung vom Juli 2021 ist rückblickend betrachtet ein Paradebeispiel dafür, was passiert, wenn Populismus gegenüber rationalem Sachverstand gewinnt. Der damalige Gesetzgeber hatte unter dem Motto „Verbrechen statt Vergehen“ trotz der ausdrücklichen Warnung aller Sachverständigen die Strafmaße für Delikte im Bereich der Kinderpornografie massiv erhöht. Während für den Besitz vorher Geldstrafen bis maximal drei Jahre Haft möglich waren, wurden daraus ein bis fünf Jahre Haft. Bei Herstellung und Verbreitung wurden aus drei Monaten bis fünf Jahren Haft ein Strafrahmen von ein bis zehn Jahren Haft.

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Hinter jedem Bild steckt ein gequältes Kind, dessen Seele zerstört wurde. Wenn es um Kinderpornografie geht, zieht sich dieser Satz in dieser oder ähnlicher Form durch sämtliche Leitmedien und ist zu einem der zentralen Narrativen der Berichterstattung zu dem Thema geworden. Demzufolge zeigt jeder kinderpornografische Inhalt schwerste Gewalt an Kindern, und jede:r Konsument:in eines solchen Inhalts macht sich des Missbrauchs mindestens mitschuldig, oder steht mit den Missbrauchstäter:innen auf einer Stufe.

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review

Geschrieben mit Unterstützung von Sirius, Regenbogenfisch und Georg

Eine Betroffene von sexuellem Missbrauch und ein pädophiler Mann sitzen zusammen in einem Raum.

Josefine ist ein ehemaliges Opfer sexuellen Missbrauchs. Sie wurde im Kindesalter von ihrer Mutter an einen Missbrauchsring verkauft und war bis zu ihrem 18. Lebensjahr immer wieder schwerem sexuellen Missbrauch und anderen Formen psychischer und physischer Gewalt ausgesetzt. Heute setzt sie sich für Menschen ein, die ähnliches erfahren mussten.

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Künstliche Intelligenz ist ein Thema, welches immer mehr Relevanz in unserer Gesellschaft findet. Sei es ein Handy mit einer Gesichtserkennung zu entsperren, sein Zuhause mit der eigenen Stimme zu steuern, die Gefühle und anatomischen Informationen wie Herzschlagrate, Blutdruck und Alter durch das Sehen eines Gesichtes zu erkennen oder aber auch visuelle Inhalte, wie Bilder und Videos nach eigener Vorstellung zu generieren. Was vor 10 Jahren noch nach Science-Fiction klang, ist heute Realität. In diesem Beitrag werde ich genauer auf das Thema KI generierte Bilder eingehen und zeigen, inwieweit es die aktuellen Statistiken von Kindesmissbrauchstaten verändern könnte.

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Es ist soweit. Der erste (mir bekannte) Fall einer Verurteilung wegen des Besitzes von kinderpornografischen Zeichnungen. Ein 68 jähriger Mann aus Ennepetal wurde zu 2400€ Geldstrafe wegen des Besitzes (angeblich) "sehr real" aussehender kinderpornografischer Comicdarstellungen verurteilt. Mit einer Geldstrafe ist er auch nur davonkommen, weil die Wohnungsdurchsuchung bereits 2020 stattfand. Nach der Strafrechtsreform des § 184b StGB wäre es wohl eher auf ein Jahr Haft hinauslaufen - wegen Zeichnungen!

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Heute, am 1. Juli 2021, findet eine traurige Geschichte ihr Ende, die ihren Anfang vor über einem Jahr genommen hat. Im Kern ist es die uralte Geschichte darüber, was passiert, wenn der blinde Zorn der Masse gegenüber Besonnenheit und Vernunft siegt. Es ist eine Geschichte über unvorstellbares Leid, welches, instrumentalisiert in der Hand politischer Opportunisten, mehr Leid erzeugt, welches weiter instrumentalisiert werden kann. Und für mich persönlich ist es die Geschichte, wie ich mein tief verwurzeltes Urvertrauen in Demokratie und Rechtsstaatlichkeit ein Stück weit verloren habe.

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Liebe Leser,

so langsam scheint sich die Situation mit Corona wieder ein wenig zu normalisieren, und das zeigt sich auch an der Berichterstattung zum Thema Pädophilie. Während zur Anfangszeit der Krise es kaum neue Medienberichte zum Thema gab, werden jetzt wieder häufiger Artikel veröffentlicht, in denen es direkt oder indirekt um das Thema geht. Daher werde ich auch meine Sonntagskiste von nun an wieder im wöchentlichen Turnus veröffentlichen. Diese Woche habe ich einige besonders interessante Fundstücke mitgebracht, die ich etwas ausführlicher diskutieren möchte. Zunächst einmal habe ich schlechte Nachrichten für alle, die von dem Film "Kopfplatzen" inzwischen mehr als genug gehört haben, denn einen Artikel über den Film habe ich auch diesmal mitgebracht, den ich doch noch eines Kommentars würdig halte. Davon abgesehen habe ich Artikel über einen Mordfall in Pforzheim, Inhalts-Prüfer bei facebook und einen besonders verstörenden Missbrauchsfall in Österreich dabei.

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Liebe Leser, 

ich hoffe, Ihr seid gut ins neue Jahr gerutscht und nun bereit, mit mir die erste Sonntagskiste des Jahres 2020 zu öffnen. Wie immer habe ich auch diesmal ein paar interessante Fundstücke mitgebracht. Auch diese Woche sind das leider hauptsächlich stigmatisierende und reißerische Berichte und Artikel zum Thema Pädophilie. Darunter findet sich aber auch eine umso bemerkenswertere Ausnahme eines Spiegel-Kolumnisten, der es schafft die Medienhetze kritisch zu hinterfragen.

1. Hinterfragen, was kaum hinterfragt wird

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Liebe KiH-Leser,
meine Ankündigung von letzter Woche war zum Glück etwas voreilig; und so wird es diese und in den nächsten Wochen wie gewohnt jeden Sonntag meine Sonntagskiste hier auf KiH geben. Zudem gibt es die Sonntagskiste diese Woche auch gleich mit einem neuen Bild (vielen Dank an Ruby dafür!)

Diese Woche habe ich nicht allzu viele Fundstücke in meiner Kiste mitgebracht. Zunächst geht es um zwei vorgeschlagene Gesetzesänderungen, welche einmal Ermittlern die Nutzung illegaler Bilder ermöglichen, und Sexualstraftätern die Arbeit mit Kindern für immer verbieten sollen. Zudem habe ich noch einige Beispiele für die stigmatisierende Erwähnung von Pädophilen in den Medien mitgebracht.

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Es ist kaum zu glauben, aber Halloween liegt jetzt schon hinter uns, und bald können wir schon die Adventszeit einläuten (war nicht erst gestern noch Juli?) Ich hoffe, Ihr habt die gruseligste Nacht des Jahres gut überstanden und Euch von eventuellen Schrecken gut genug erholt, um mit mir zusammen ein wenig in meiner Kiste kramen zu können. Nach den prall gefüllten Kisten der letzten beiden Wochen habe ich diese Woche allerdings kaum etwas mitgebracht, diesmal gab es nur vergleichsweise wenig Neues zum Thema Pädophilie (was wohl eher positiv zu bewerten ist). Was ich gefunden habe sind noch einige Stimmen zum Thema "Original Play", eine etwas kuriose Verurteilung wegen Kinderpornographie, und eine RTL-Meldung, die mehr Fragen aufwirft als sie beantwortet.

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Über uns

Kinder im Herzen ist ein Weblog zum Thema Pädophilie, der von pädophil empfindenden Menschen betrieben wird, die sich entschieden haben ihre sexuellen Wünsche nie mit Kindern auszuleben. Wir schreiben über diverse Themen im Zusammenhang mit Pädophilie, die uns bewegen.

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Neuste Kommentare

Vielen Dank, Sirius, für deine gründliche Recherche und deine treffende Analyse!
Max Weber zu Unantastbar
Ich habe den Eindruck, das Grundgesetz wird oft einfach missbraucht um sich selbst zu versichern, dass jedes große Unrecht überwunden wurde – und [dass] jede Form von Diskriminierung und Benachteiligung von Minderheiten, die heute noch existiert, demnach berechtigt und richtig sein muss. Perfekt formuliert Sirius. Genau so, wie es schon immer gemacht wurde mit den gerade aktuellen modernen moralischen Wertesystemen.
Max Weber zu Unantastbar
I feel you! Ich denke wir alle kennen solche Situationen. Was ich seit meinem Coming-In gelernt und erlebt habe hat auch mein ursprüngliches Bild von Deutschland (und der westlichen Gesellschaft insgesamt) in dieser Hinsicht zerbrochen. Deswegen ist es ja gerade so essentiell wichtig, Inseln wie KiH zu schaffen und zu erhalten, wo wir uns relativ frei bewegen und äußern können.
Klase zu Unantastbar
"Ja jeder, der keinem anderen schadet, lautet der Nebensatz. Mir wird schlecht. Ich weiß wer damit gemeint ist." An eben diesem Nebensatz werden sich auch die teleophilen Menschen messen lassen müssen. Wer wirklich moralisch handelt, kann niemanden ausschließen, der keinem Menschen etwas tut... nicht nur aufgrund von Vorurteilen! Und tun sie es doch, sind sie die Menschen, die anderen Menschen schaden und fallen damit in ihre eigene Definition für einen Ausschluss aus der Vielfalt. Wer wirklich Moral und Fairness in seinem Herzen trägt und diesen Zusammenhang verstanden hat, ist unfähig, noch länger unschuldige Menschen nur aufgrund von Vorurteilen zu verachten - selbst wenn diese romantisch kinderliebend sind. Dieses Verständnis müssen wir teleophilen Menschen nahebringen. Immer wieder - Tag für Tag. Also Ruby... ich hätte durchaus Lust mich mit der Rednerin oder dem Redner einmal näher zu unterhalten. Ich würde gerne aus ihrem bzw. seinen Mund direkt hören, ob Deine Befürchtung sich bewahrheitet. Und dann... wenn ich den Eindruck hätte, ihre/seine Einstellung ist aufrichtig... würde ich ihr/ihm ein wenig vom Schicksal pädophiler Menschen erzählen wollen. Du kannst mir gern einmal schreiben, wer das gesagt hat, falls Du es weißt. "Ich fühle mich ertappt und mir wird schlagartig schmerzlich bewusst: Alle sind damit gemeint. Alle, außer ich." Wieso ertappt? Du bist durch und durch Anti-C! Gerade Du wärest die Letzte, die einem Kind oder sonstwem was antun würde. Also ist das Unsinn. Und Deine Wut deswegen ist eine gerechte Wut. Aber die allerwenigsten machen es absichtlich. Sie wissen gar nicht, was sie damit eigentlich sagen und wie sehr sie unschuldigen Menschen damit schaden. "Ich möchte mich melden, möchte fragen. Möchte rufen. Doch natürlich tue ich das nicht." Für mich ist das gar nicht mehr so natürlich, denn über diesen Punkt bin ich glücklicherweise hinausgewachsen. Gut, quer durch das Publikum hätte ich das jetzt auch nicht gerufen. Aber ich hätte die Person sachlich im Nachgang zu ihrem Weltbild interwievt, sofern die Chance bestanden hätte. Was das betrifft, bin ich nicht mehr der kleine Angsthase, der ich einst war. Wir sind im Recht und sie im Unrecht! Niemand sollte nach seinen Gefühlen vorverurteilt werden, sondern stets nur an den eigenen Taten gemessen werden! Die letzte Stelle bei der ich vorstellig zu diesem Thema wurde, war die Anti-Diskriminierungsstelle des Bundes. Und zwar habe ich mich dort nicht nur mit Klarnamen vorgestellt, sondern auch nicht verheimlicht, dass ich puellaphil (romantisch mädchenliebend) bin! Es gibt keinen Grund, nicht mit Leuten zu sprechen, die einigermaßen reflektiert sind und eine grundsätzlich gute moralische Grundeinstellung haben. Mein Teamchef, dem ich mich ebenfalls gegenüber outete, kommt aufgrund seiner Vorurteile nicht so gut damit zurecht. Doch auch er hat verstanden, dass man niemanden nach seinen Gefühlen vorverurteilen, sondern nur nach seinem Verhalten beurteilen darf. Es tut mir weh, mitbekommen zu haben, wie schwer er sich damit tut. Doch es ist dieses Stigma, dass wir bekämpfen müssen, wollen wir nicht ein Leben lang gezwungen sein, uns zu verstecken. Und nur wenn wir aktiv den Mund aufmachen und auf die Missstände hinweisen, können wir etwas dagegen tun. "Ich verweigere das Klatschen nach der Rede, doch fühle mich als dürfte ich selbst das nicht und als würde diese dreiste Unhöflichkeit nur bestätigen, wie falsch meine Existenz ist." Aber warum hast Du denn nicht applaudiert? Was gesagt wurde, passt doch. Daran müssen sie sich nur auch aufrichtig halten. "Warum darf ich nicht darüber sprechen wie es mir damit geht?" Das darfst Du. Das dürfen wir alle. Wir müssen nur den Mut dazu haben. Selbst bei meinem Teamchef ist das mehr oder weniger gutgegangen. Manche Menschen haben mehr, andere weniger Vorurteile. Zumindest mit reflektierten Menschen kann man relativ gefahrlos über das Thema sprechen. Das ist meine Erfahrung. Du solltest sogar mit der betreffenden Person darüber sprechen, wie es Dir damit geht. Du würdest sie zum Positiven verändern und ihre Weltsicht erweitern. Ganz sicher. "Wie kann es sein, dass ich Angst haben muss, vor Polizeibesuch, vor psychischer oder gar physischer Gewalt, wenn ich das Schweigen breche?" Das habe ich auch mal gedacht. Es ist nicht so. Ich bin immerhin bei einer staatlichen Stelle als pädophil geoutet. Bisher hatte ich noch keinen Polizeibesuch. Aber ich kenne diese Angst, dass man aufgrund von Vorurteilen bloßgestellt und sozial vernichtet werden könnte. Bisher habe ich es allerdings nicht bereut, mutiger geworden zu sein. Sirius und Du sind aber viel zu wichtig und es ist völlig korrekt, dass Ihr beide Euch ein bisschen zurückhaltet und damit auch schützt. Außerdem seid Ihr ja auch sonst aktivistisch sehr gut unterwegs. Immerhin habt ihr schon Interviews zum Thema gegeben! Daher kann ich nicht ganz nachvollziehen, warum Du diese Angst bei den "LGBT "-Leuten hattest, zumindest, wenn sie tatsächlich einigermaßen reflektiert sind. Meine Erfahrungen mit Outings lehrten mich zumindest, dass es bei weitem weniger riskant ist, sich zu outen, als die meisten Menschen glauben.
Hallo Lola, bevor ich mich mit Menschen privat schreibe, möchte ich erst einmal ein wenig mehr über diese Menschen erfahren. Gerade das Thema Pädophilie ist sehr heikel, da es in unserer Gesellschaft leider immer noch wenig Aufklärung und sehr viele Vorurteile gibt. Was Du tun kannst, ist, zunächst etwas öffentlicher zu schreiben. Ich kann dann darauf antworten. Der Blog hier ist für eine Konversation nicht wirklich der richtige Ort. Zwei Orte bieten sich jedoch dafür an, in denen ebenfalls Menschen sind, die sexuelle Kontakte zu Kindern strikt ablehnen. Das ist mir sehr wichtig. Zum einen wäre das das GSA-Forum, in dem ich in letzter Zeit durchaus häufiger aktiv schreibe (www.gsa-forum.de). Zum anderen würde sich auch der P-Punkte-Chat dafür anbieten, in den ich hin und wieder einmal hineinschaue (www.p-punkte.de). Beides sind Orte der Selbsthilfe, über die man sich über Pädophilie informieren und auch mit pädophilen Menschen unterhalten kann. Die beste Chance hast Du aktuell, mich bei GSA anzutreffen. LG Klase