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Vielen Dank, Sirius, für deine gründliche Recherche und deine treffende Analyse!

Ich habe den Eindruck, das Grundgesetz wird oft einfach missbraucht um sich selbst zu versichern, dass jedes große Unrecht überwunden wurde – und [dass] jede Form von Diskriminierung und Benachteiligung von Minderheiten, die heute noch existiert, demnach berechtigt und richtig sein muss.

Perfekt formuliert Sirius. Genau so, wie es schon immer gemacht wurde mit den gerade aktuellen modernen moralischen Wertesystemen.

I feel you! Ich denke wir alle kennen solche Situationen. Was ich seit meinem Coming-In gelernt und erlebt habe hat auch mein ursprüngliches Bild von Deutschland (und der westlichen Gesellschaft insgesamt) in dieser Hinsicht zerbrochen. Deswegen ist es ja gerade so essentiell wichtig, Inseln wie KiH zu schaffen und zu erhalten, wo wir uns relativ frei bewegen und äußern können.

"Ja jeder, der keinem anderen schadet, lautet der Nebensatz. Mir wird schlecht. Ich weiß wer damit gemeint ist." An eben diesem Nebensatz werden sich auch die teleophilen Menschen messen lassen müssen. Wer wirklich moralisch handelt, kann niemanden ausschließen, der keinem Menschen etwas tut... nicht nur aufgrund von Vorurteilen! Und tun sie es doch, sind sie die Menschen, die anderen Menschen schaden und fallen damit in ihre eigene Definition für einen Ausschluss aus der Vielfalt. Wer wirklich Moral und Fairness in seinem Herzen trägt und diesen Zusammenhang verstanden hat, ist unfähig, noch länger unschuldige Menschen nur aufgrund von Vorurteilen zu verachten - selbst wenn diese romantisch kinderliebend sind. Dieses Verständnis müssen wir teleophilen Menschen nahebringen. Immer wieder - Tag für Tag.

Also Ruby... ich hätte durchaus Lust mich mit der Rednerin oder dem Redner einmal näher zu unterhalten. Ich würde gerne aus ihrem bzw. seinen Mund direkt hören, ob Deine Befürchtung sich bewahrheitet. Und dann... wenn ich den Eindruck hätte, ihre/seine Einstellung ist aufrichtig... würde ich ihr/ihm ein wenig vom Schicksal pädophiler Menschen erzählen wollen. Du kannst mir gern einmal schreiben, wer das gesagt hat, falls Du es weißt.

"Ich fühle mich ertappt und mir wird schlagartig schmerzlich bewusst: Alle sind damit gemeint. Alle, außer ich." Wieso ertappt? Du bist durch und durch Anti-C! Gerade Du wärest die Letzte, die einem Kind oder sonstwem was antun würde. Also ist das Unsinn. Und Deine Wut deswegen ist eine gerechte Wut. Aber die allerwenigsten machen es absichtlich. Sie wissen gar nicht, was sie damit eigentlich sagen und wie sehr sie unschuldigen Menschen damit schaden.

"Ich möchte mich melden, möchte fragen. Möchte rufen. Doch natürlich tue ich das nicht." Für mich ist das gar nicht mehr so natürlich, denn über diesen Punkt bin ich glücklicherweise hinausgewachsen. Gut, quer durch das Publikum hätte ich das jetzt auch nicht gerufen. Aber ich hätte die Person sachlich im Nachgang zu ihrem Weltbild interwievt, sofern die Chance bestanden hätte. Was das betrifft, bin ich nicht mehr der kleine Angsthase, der ich einst war. Wir sind im Recht und sie im Unrecht! Niemand sollte nach seinen Gefühlen vorverurteilt werden, sondern stets nur an den eigenen Taten gemessen werden! Die letzte Stelle bei der ich vorstellig zu diesem Thema wurde, war die Anti-Diskriminierungsstelle des Bundes. Und zwar habe ich mich dort nicht nur mit Klarnamen vorgestellt, sondern auch nicht verheimlicht, dass ich puellaphil (romantisch mädchenliebend) bin! Es gibt keinen Grund, nicht mit Leuten zu sprechen, die einigermaßen reflektiert sind und eine grundsätzlich gute moralische Grundeinstellung haben. Mein Teamchef, dem ich mich ebenfalls gegenüber outete, kommt aufgrund seiner Vorurteile nicht so gut damit zurecht. Doch auch er hat verstanden, dass man niemanden nach seinen Gefühlen vorverurteilen, sondern nur nach seinem Verhalten beurteilen darf. Es tut mir weh, mitbekommen zu haben, wie schwer er sich damit tut. Doch es ist dieses Stigma, dass wir bekämpfen müssen, wollen wir nicht ein Leben lang gezwungen sein, uns zu verstecken. Und nur wenn wir aktiv den Mund aufmachen und auf die Missstände hinweisen, können wir etwas dagegen tun.

"Ich verweigere das Klatschen nach der Rede, doch fühle mich als dürfte ich selbst das nicht und als würde diese dreiste Unhöflichkeit nur bestätigen, wie falsch meine Existenz ist." Aber warum hast Du denn nicht applaudiert? Was gesagt wurde, passt doch. Daran müssen sie sich nur auch aufrichtig halten.

"Warum darf ich nicht darüber sprechen wie es mir damit geht?" Das darfst Du. Das dürfen wir alle. Wir müssen nur den Mut dazu haben. Selbst bei meinem Teamchef ist das mehr oder weniger gutgegangen. Manche Menschen haben mehr, andere weniger Vorurteile. Zumindest mit reflektierten Menschen kann man relativ gefahrlos über das Thema sprechen. Das ist meine Erfahrung. Du solltest sogar mit der betreffenden Person darüber sprechen, wie es Dir damit geht. Du würdest sie zum Positiven verändern und ihre Weltsicht erweitern. Ganz sicher.

"Wie kann es sein, dass ich Angst haben muss, vor Polizeibesuch, vor psychischer oder gar physischer Gewalt, wenn ich das Schweigen breche?" Das habe ich auch mal gedacht. Es ist nicht so. Ich bin immerhin bei einer staatlichen Stelle als pädophil geoutet. Bisher hatte ich noch keinen Polizeibesuch. Aber ich kenne diese Angst, dass man aufgrund von Vorurteilen bloßgestellt und sozial vernichtet werden könnte. Bisher habe ich es allerdings nicht bereut, mutiger geworden zu sein. Sirius und Du sind aber viel zu wichtig und es ist völlig korrekt, dass Ihr beide Euch ein bisschen zurückhaltet und damit auch schützt. Außerdem seid Ihr ja auch sonst aktivistisch sehr gut unterwegs. Immerhin habt ihr schon Interviews zum Thema gegeben! Daher kann ich nicht ganz nachvollziehen, warum Du diese Angst bei den "LGBT "-Leuten hattest, zumindest, wenn sie tatsächlich einigermaßen reflektiert sind.

Meine Erfahrungen mit Outings lehrten mich zumindest, dass es bei weitem weniger riskant ist, sich zu outen, als die meisten Menschen glauben.

Hallo Lola, bevor ich mich mit Menschen privat schreibe, möchte ich erst einmal ein wenig mehr über diese Menschen erfahren. Gerade das Thema Pädophilie ist sehr heikel, da es in unserer Gesellschaft leider immer noch wenig Aufklärung und sehr viele Vorurteile gibt. Was Du tun kannst, ist, zunächst etwas öffentlicher zu schreiben. Ich kann dann darauf antworten. Der Blog hier ist für eine Konversation nicht wirklich der richtige Ort. Zwei Orte bieten sich jedoch dafür an, in denen ebenfalls Menschen sind, die sexuelle Kontakte zu Kindern strikt ablehnen. Das ist mir sehr wichtig. Zum einen wäre das das GSA-Forum, in dem ich in letzter Zeit durchaus häufiger aktiv schreibe (www.gsa-forum.de). Zum anderen würde sich auch der P-Punkte-Chat dafür anbieten, in den ich hin und wieder einmal hineinschaue (www.p-punkte.de). Beides sind Orte der Selbsthilfe, über die man sich über Pädophilie informieren und auch mit pädophilen Menschen unterhalten kann. Die beste Chance hast Du aktuell, mich bei GSA anzutreffen. LG Klase

Hallo Klase, ich würde dir sehr gerne privat schreiben. Ich bin neu auf diesem Blog, deswegen weiß ich leider nicht wie das geht...

Ein Mann in einem glitzernden Jackett lobt unser Grundgesetz. Zitiert die ersten Zeilen, betont wie glücklich wir sein können, dass wir in Deutschland leben, weil es anderen Menschen anderswo nicht vergönnt ist in den Genuss eben jener Grundrechte zu kommen.

Noch 1957 hat das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass es mit dem Grundgesetz und dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht vereinbar ist, homosexuelle Menschen für einvernehmlichen Geschlechtsverkehr zu inhaftieren. Wer denkt, das Grundgesetz ist ein absoluter Schutz gegen Diskriminierung, Ungleichbehandlung und staatlicher Verfolgung hat die Vergangenheit vergessen und ist damit dazu verdammt, sie zu wiederholen.

Ich habe den Eindruck, das Grundgesetz wird oft einfach missbraucht um sich zu selbst zu versichern, dass jedes große Unrecht überwunden wurde – und als Korrelation jede Form von Diskriminierung und Benachteiligung von Minderheiten, die heute noch existiert, demnach berechtigt und richtig sein muss.

Cornelius

Hallo Ruby,

auch wenn ich eine solche Situation noch nicht erlebt habe, fühle ich mich oft auch so, wenn in den Medien ein Bericht von Pädophilen zu lesen ist. Oder wenn ich bei meinen Eltern bin und einen Bericht über Misssbrauchstäter höre, dann fühle ich oft, wie innerlich alle Finger auf mich zeigen. Obwohl ich sagen muss, dass der Satz "jeder, der keinem anderen schadet", ja genau auf uns Anti-C-Pädophile voll zutrifft und eigentlich aus meiner Sicht ziemlich korrekt ist. Aber ich weiß natürlich, wie er auch verstanden werden kann, wenn dadurch die Gruppe von nichtübergriffigen Pädophilen in Sippenhaft genommen wird für die Taten von pädophilen Missbrauchstäter*innen. Es ist echt schade, dass es kaum Möglichkeiten gibt, den Kampf gegen das Stigma in der Öffentlichkeit zu führen.

Danke für das Gesetz :( Ich habe meine Puppe immer als meine Freundin gesehen bis Ich von dem Gesetz gehört habe. Nie daran gedacht dass es ein Kind sein könnte, aber dank diesem Gesetz ist mir aufgefallen dass man auf Grund der Kopf -Größe auch von einem .... ausgehen könnte :( Meine Puppe ist schöner als jedes Kind... Allgemein finde ich Kinder nicht attraktiv.... Also warum dieses Gesetz... Ich wette die Hälfte von den Besitzern weiß nicht mal das die Puppe ein Kind sein könnte :(

Klasse Artikel. Ich habe auch von diesem "Netzwerk" gelesen und finde es toll, dass ihr das Thema hier aufgegriffen habt.

Ich nutze die Gelegenheit, um meine eigenen Erfahrungen als "Teil dieses Netzwerks" beizusteuern. Mit Beginn der KI-Revolution habe ich früh angefangen, mit KI-Generierung zu experimentieren und schließlich einen Instagram-Account eröffnet, auf dem ich (nicht-sexualisierte) fotorealistische Abbildungen von Kindern und Jugendlichen postete. Portraits, Alltagssituationen, Feiertagsspecials, Scifi, ... (ein Auszug davon findet sich auf Flickr: https://www.flickr.com/people/198621643@N03/)

In der Tat ist es so, dass durch den Empfehlungsalgorithmus diese "Netzwerke" sehr leicht gebildet oder wieder aufgebaut werden. Tolle Kinderportraits in Kombination mit Wer-folgt-wem-Algorithmen sorgten dafür, dass mein Account in den entsprechenden Kreisen aufgetaucht ist. Genau auf die selbe Weise bilden sich bei Instagram ja auch Carlover- oder Katzenfreundecommunities.

Im Laufe der Zeit hatte ich knapp 10.000 Follower und habe einiges gesehen: Klare Täter, die illegales Material tauschen wollten; jugendliche Fitnessinfluencer mit zigtausenden Followern, die ihren Telegram-Kanal beworben haben, auf dem sie "private pictures and videos" im Abo anbieten; hebephile Männer und Frauen, die mein Profilbild für echt hielten und mich sexuell belästigt haben; und auch mein Account hat private Nachrichten von einem 13-jährigen erhalten, der seine Videos verkaufen wollte. Der Junge war legitim, veröffentlichte regelmäßig Selfiestories und folgte und kontaktierte gezielt Accounts, die ihn attraktiv finden würden.

Folglich kann ich sowohl den Ergebnissen der Studie, aber vor allem deiner Analyse zustimmen. Ja, diese "Netzwerke" existieren und werden durch den Algorithmus gebildet und erleichtert. Das ist aber für alle Interessen und Themen genau das selbe und hat nichts mit "Pädophilen Verbrecherringen" zu tun. Ja, der Algorithmus hilft Gleichgesinnten, sich zu verbinden und das ist erst mal toll. Auch ich habe dadurch Freunde gefunden, mit denen ich tiefgreifende Gespräche über Themen führen konnte, über die ich mit niemandem reden kann. Ja, es gibt eine Menge Jugendliche, die sich den Interessen ihrer Followerschaft bewusst sind und damit konkret Geld verdienen möchten. Diese Accounts sind zum Teil so groß, dass das von den Eltern geduldet oder gefördert werden muss. Obwohl es illegal ist, wird in diesen Fällen niemand missbraucht oder geschädigt.

Aber wie du sagst, es handelt sich hier um selbst-produzierte Jugendpornografie. Ich habe niemanden gesehen, der dort mit "echter Kinderpornografie" Geld verdienen wollte, es gibt da kein kommerzielles Kinderporno-Netzwerk. Es gibt nur ne Menge Jugendliche, die dort ihre Nudes verkaufen, weil sie für OnlyFans zu jung sind und dort eben auch die Interessenten sind.

PS: Mein Account wurde seitens Instagram übrigens wegen "sexuellen Inhalten" gelöscht. Das letze Bild war ein Junge mit Schwimmweste auf dem Jetski. Das Problem waren wohl nicht meine Bilder, sondern meine Fans. Doppelmoral.

Über uns

Kinder im Herzen ist ein Weblog zum Thema Pädophilie, der von pädophil empfindenden Menschen betrieben wird, die sich entschieden haben ihre sexuellen Wünsche nie mit Kindern auszuleben. Wir schreiben über diverse Themen im Zusammenhang mit Pädophilie, die uns bewegen.

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Vielen Dank, Sirius, für deine gründliche Recherche und deine treffende Analyse!
Max Weber zu Unantastbar
Ich habe den Eindruck, das Grundgesetz wird oft einfach missbraucht um sich selbst zu versichern, dass jedes große Unrecht überwunden wurde – und [dass] jede Form von Diskriminierung und Benachteiligung von Minderheiten, die heute noch existiert, demnach berechtigt und richtig sein muss. Perfekt formuliert Sirius. Genau so, wie es schon immer gemacht wurde mit den gerade aktuellen modernen moralischen Wertesystemen.
Max Weber zu Unantastbar
I feel you! Ich denke wir alle kennen solche Situationen. Was ich seit meinem Coming-In gelernt und erlebt habe hat auch mein ursprüngliches Bild von Deutschland (und der westlichen Gesellschaft insgesamt) in dieser Hinsicht zerbrochen. Deswegen ist es ja gerade so essentiell wichtig, Inseln wie KiH zu schaffen und zu erhalten, wo wir uns relativ frei bewegen und äußern können.
Klase zu Unantastbar
"Ja jeder, der keinem anderen schadet, lautet der Nebensatz. Mir wird schlecht. Ich weiß wer damit gemeint ist." An eben diesem Nebensatz werden sich auch die teleophilen Menschen messen lassen müssen. Wer wirklich moralisch handelt, kann niemanden ausschließen, der keinem Menschen etwas tut... nicht nur aufgrund von Vorurteilen! Und tun sie es doch, sind sie die Menschen, die anderen Menschen schaden und fallen damit in ihre eigene Definition für einen Ausschluss aus der Vielfalt. Wer wirklich Moral und Fairness in seinem Herzen trägt und diesen Zusammenhang verstanden hat, ist unfähig, noch länger unschuldige Menschen nur aufgrund von Vorurteilen zu verachten - selbst wenn diese romantisch kinderliebend sind. Dieses Verständnis müssen wir teleophilen Menschen nahebringen. Immer wieder - Tag für Tag. Also Ruby... ich hätte durchaus Lust mich mit der Rednerin oder dem Redner einmal näher zu unterhalten. Ich würde gerne aus ihrem bzw. seinen Mund direkt hören, ob Deine Befürchtung sich bewahrheitet. Und dann... wenn ich den Eindruck hätte, ihre/seine Einstellung ist aufrichtig... würde ich ihr/ihm ein wenig vom Schicksal pädophiler Menschen erzählen wollen. Du kannst mir gern einmal schreiben, wer das gesagt hat, falls Du es weißt. "Ich fühle mich ertappt und mir wird schlagartig schmerzlich bewusst: Alle sind damit gemeint. Alle, außer ich." Wieso ertappt? Du bist durch und durch Anti-C! Gerade Du wärest die Letzte, die einem Kind oder sonstwem was antun würde. Also ist das Unsinn. Und Deine Wut deswegen ist eine gerechte Wut. Aber die allerwenigsten machen es absichtlich. Sie wissen gar nicht, was sie damit eigentlich sagen und wie sehr sie unschuldigen Menschen damit schaden. "Ich möchte mich melden, möchte fragen. Möchte rufen. Doch natürlich tue ich das nicht." Für mich ist das gar nicht mehr so natürlich, denn über diesen Punkt bin ich glücklicherweise hinausgewachsen. Gut, quer durch das Publikum hätte ich das jetzt auch nicht gerufen. Aber ich hätte die Person sachlich im Nachgang zu ihrem Weltbild interwievt, sofern die Chance bestanden hätte. Was das betrifft, bin ich nicht mehr der kleine Angsthase, der ich einst war. Wir sind im Recht und sie im Unrecht! Niemand sollte nach seinen Gefühlen vorverurteilt werden, sondern stets nur an den eigenen Taten gemessen werden! Die letzte Stelle bei der ich vorstellig zu diesem Thema wurde, war die Anti-Diskriminierungsstelle des Bundes. Und zwar habe ich mich dort nicht nur mit Klarnamen vorgestellt, sondern auch nicht verheimlicht, dass ich puellaphil (romantisch mädchenliebend) bin! Es gibt keinen Grund, nicht mit Leuten zu sprechen, die einigermaßen reflektiert sind und eine grundsätzlich gute moralische Grundeinstellung haben. Mein Teamchef, dem ich mich ebenfalls gegenüber outete, kommt aufgrund seiner Vorurteile nicht so gut damit zurecht. Doch auch er hat verstanden, dass man niemanden nach seinen Gefühlen vorverurteilen, sondern nur nach seinem Verhalten beurteilen darf. Es tut mir weh, mitbekommen zu haben, wie schwer er sich damit tut. Doch es ist dieses Stigma, dass wir bekämpfen müssen, wollen wir nicht ein Leben lang gezwungen sein, uns zu verstecken. Und nur wenn wir aktiv den Mund aufmachen und auf die Missstände hinweisen, können wir etwas dagegen tun. "Ich verweigere das Klatschen nach der Rede, doch fühle mich als dürfte ich selbst das nicht und als würde diese dreiste Unhöflichkeit nur bestätigen, wie falsch meine Existenz ist." Aber warum hast Du denn nicht applaudiert? Was gesagt wurde, passt doch. Daran müssen sie sich nur auch aufrichtig halten. "Warum darf ich nicht darüber sprechen wie es mir damit geht?" Das darfst Du. Das dürfen wir alle. Wir müssen nur den Mut dazu haben. Selbst bei meinem Teamchef ist das mehr oder weniger gutgegangen. Manche Menschen haben mehr, andere weniger Vorurteile. Zumindest mit reflektierten Menschen kann man relativ gefahrlos über das Thema sprechen. Das ist meine Erfahrung. Du solltest sogar mit der betreffenden Person darüber sprechen, wie es Dir damit geht. Du würdest sie zum Positiven verändern und ihre Weltsicht erweitern. Ganz sicher. "Wie kann es sein, dass ich Angst haben muss, vor Polizeibesuch, vor psychischer oder gar physischer Gewalt, wenn ich das Schweigen breche?" Das habe ich auch mal gedacht. Es ist nicht so. Ich bin immerhin bei einer staatlichen Stelle als pädophil geoutet. Bisher hatte ich noch keinen Polizeibesuch. Aber ich kenne diese Angst, dass man aufgrund von Vorurteilen bloßgestellt und sozial vernichtet werden könnte. Bisher habe ich es allerdings nicht bereut, mutiger geworden zu sein. Sirius und Du sind aber viel zu wichtig und es ist völlig korrekt, dass Ihr beide Euch ein bisschen zurückhaltet und damit auch schützt. Außerdem seid Ihr ja auch sonst aktivistisch sehr gut unterwegs. Immerhin habt ihr schon Interviews zum Thema gegeben! Daher kann ich nicht ganz nachvollziehen, warum Du diese Angst bei den "LGBT "-Leuten hattest, zumindest, wenn sie tatsächlich einigermaßen reflektiert sind. Meine Erfahrungen mit Outings lehrten mich zumindest, dass es bei weitem weniger riskant ist, sich zu outen, als die meisten Menschen glauben.
Hallo Lola, bevor ich mich mit Menschen privat schreibe, möchte ich erst einmal ein wenig mehr über diese Menschen erfahren. Gerade das Thema Pädophilie ist sehr heikel, da es in unserer Gesellschaft leider immer noch wenig Aufklärung und sehr viele Vorurteile gibt. Was Du tun kannst, ist, zunächst etwas öffentlicher zu schreiben. Ich kann dann darauf antworten. Der Blog hier ist für eine Konversation nicht wirklich der richtige Ort. Zwei Orte bieten sich jedoch dafür an, in denen ebenfalls Menschen sind, die sexuelle Kontakte zu Kindern strikt ablehnen. Das ist mir sehr wichtig. Zum einen wäre das das GSA-Forum, in dem ich in letzter Zeit durchaus häufiger aktiv schreibe (www.gsa-forum.de). Zum anderen würde sich auch der P-Punkte-Chat dafür anbieten, in den ich hin und wieder einmal hineinschaue (www.p-punkte.de). Beides sind Orte der Selbsthilfe, über die man sich über Pädophilie informieren und auch mit pädophilen Menschen unterhalten kann. Die beste Chance hast Du aktuell, mich bei GSA anzutreffen. LG Klase