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Hallo Klase,

ich kenne Deine Lebensgeschichte sehr gut und es hat mich sehr mitgenommen, was Dir aufgrund des Unrechtsparagraphen §184l StGB widerfahren ist. Die führenden Köpfe hinter dieser Gesetzgebung (Stahl, Luczak, Fechner und Lambrecht) haben aber meines Erachtens nicht aus dem Bauch heraus, sondern aufgrund einer (rechts-)populistischen Stimmung deswegen entschieden. Immer, wenn ein großer Missbrauchsfall an die Öffentlichkeit getragen wird, so wie damals Aschersleben, Bergisch-Gladbach und Lügde, wird im rechten Eck auf die Trommeln gegen "die Kinderschänder" geschlagen. Es gibt genügend Expert*innen aus der Justiz, der Medizin und der Psychologie, die eindringlich vor der Einführung von §184l StGB bzw. einer Verschärfung von §184b StGB gewarnt haben. Lambrecht und Co wussten also ganz genau, was sie taten: Es ging einzig darum, den Hass auf pädophile Menschen zu bedienen und durch knackige Schlagzeilen "für den Kinderschutz" Wählerstimmen einzufangen. Gegen Pädos zu hetzen ist einfacher und biller, als Kita-Kräfte besser zu bezahlen, Schulen zu sanieren, Kinderarmut zu bekämpfen und Konzepte gegen Mobbing zu entwickeln. Es geht beim Puppenverbot und der Verschärfung von 184b daher nicht um Kinderschutz; vielmehr handelt es sich in meinem Augen hierbei um knallhartes rechtspopulistisches Kalkül. Ich teile Deine Einstellung zu Puppenkinder vollumfänglich - ich betrachte diese auch als "Familienmitglieder". Ich hoffe sehr, dass wir mit unseren Lebensgeschichten viele Menschen erreichen können. Und Vorurteile beiseiteschaffen können.

Ich hoffe sehr, dass GuteFrage kein repräsentativer Querschnitt der Gesellschaft ist

Ich möchte an dieser Stelle einmal die Frage in den Raum stellen, ob es fair ist, Verbote zu verhängen, nur um "gefühlten" Kinderschutz zu erreichen. Wer meine Beiträge gelesen hat, weiß, das "Kindersexpuppenverbot" hätte mich fast das Leben gekostet. Nur dadurch, dass es zwei Personen in meinem persönlichen Umfeld gab, die damals schon von meiner Situation wussten, lebe ich noch. Verbote "aus dem Bauch heraus" einzuführen, ohne auf Expert:innen zu hören und ohne die Konsequenzen zu bedenken, ist unverantwortlich. Die Verantwortlichen von §184l StGB können nicht ausschließen, dass ihr Verbot Menschenleben gekostet hat. Denn Puppen sind für die Menschen, die mit ihnen zusammenleben, oftmals Familienmitglieder. Menschen, die keine Familie haben können, wie exklusiv pädophile Menschen, hätten mit den Puppenkindern dennoch eine Chance, nicht nur Sexualität, sondern vor allen auch Nähe und Zärtlichkeit zu erleben. Das sind grundlegende menschliche Grundbedürfnisse. Diese Möglichkeit einfach so auf "Verdacht" jenen zu nehmen, die keine andere Möglichkeit haben, sich diese Grundbedürfnisse zu erfüllen, ist grausam und einem freiheitlichen Rechtsstaat unwürdig.

Hallo Sirius,

auch Dir vielen Dank für Deine Rückmeldung und die spannende Denkanstöße! Persönlich bin ich ein riesengroßer Japan-Fan. Es fasziniert mich, wie dort gesellschaftlich mit der Kinderliebe umgegangen wird. Da kann man sich erotische Mangas mit Lolicons und Shotacons in gewöhnlichen Buchläden kaufen. Das Konzept von "kawai", also das Niedliches im Mainstream geschätzt wird, ist ja auch im Westen bekannt. Trotzdem ist Japan kein Land, in dem es keine Gesetze gäbe und Kinder ungeschützt den Gelüsten von Erwachsenen ausgeliefert wären. Das krasse Gegenbeispiel dazu stellen die USA dar. Wohl kaum in einem anderen Staat ist der Hass gegen Pädophile größer und sind die Strafen härter als dort. Gleichzeitig sind die USA aber Spitzenreiter, was den sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen anbelangt. Ich würde mich freuen, wenn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Frage nach der Wirkung von Fiktivpornografie noch mehr nachgehen würden. Dass es Indizien für einen positiven Effekt (also mehr sexuelle Zufriedenheit und weniger Missbrauch) gibt, hatte ich bereits vermutet. Ein spannendes Thema finde, ich was es weiter zu beobachten gilt.

Das Problem ist eigentlich weniger, dass Minderjährige ein verzerrtes Bild von Sexualität bekommen. In den PARTNER-5-Studien wurde festgestellt, dass über 90% der befragten Jugendlichen sich durchaus im Klaren darüber sind, dass das, was in Pornofilmen zu sehen ist meist sehr unrealistisch ist, die Darsteller:innen im Grunde bezahlte Schauspieler:innen sind etc. 80% gaben an, sich durch Pornografie nicht verunsichert zu fühlen. Auch stimmt es nicht, dass Minderjährige immer früher mit Pornografie in Kontakt kommen. Das Alter des Erstkontakts liegt im Schnitt bei etwa 14 Jahren, und dieser Wert seit Jahren ziemlich stabil.

Vonseiten teleiophiler (erwachsenenliebender) Menschen wir oft argumentiert, dass Materialien, die sexuelle Handlungen mit und an Kindern imitieren, Hemmschwellen senken würden. Beweise gibt es dazu freilich nicht, und so sind in diesem Zusammenhang stehende Gesetze nicht wissenschaftlich evidenzbasiert

Hierzu würde ich gerne noch etwas ergänzen. Es stimmt, dass es keine definitiven Beweise dazu gibt, ob solche Materialien Hemmschwellen senken können oder nicht. Es gibt aber eine ganze Reihe von Indizien, die bisher alle in die gegenteilige Richtung zeigen.

Wenn es um Gewalt in Videospielen gibt, wird die Frage, ob die Normalisierung fiktiver Gewalt zu mehr realer Gewalt führt ja schon seit Jahrzehnten diskutiert. Die Forschung ist inzwischen ziemlich eindeutig zu dem Fazit gekommen, dass dem nicht so ist. Ich halte es für nicht allzu abwegig, dass sich das Ergebnis ähnlich auch auf Fiktivpornografie übertragen lässt.

Im Ländervergleich sehen wir auch eine ziemlich eindeutige Korrelation, dass Länder, die einen toleranten Umgang mit Fiktivpornografie führen gleichzeitig deutlich weniger Fälle von sexuellem Kindesmissbrauch haben. Eines der tolerantesten Länder ist ja Japan, und Japan ist gleichzeitig auch eines der weltweit sichersten Länder für Kinder überhaupt. Es gibt dort rund 100x weniger angezeigte Fälle von Kindesmissbrauch pro 100 000 Einwohner als in Deutschland.

Ähnlich sieht es in Ländern wie Dänemark aus, die den Besitz von (auch realer) Kinderpornografie zeitweise legalisiert hatten. Nach der Kriminalisierung kann man eigentlich immer einen signifikanten Anstieg der Fälle von sexuellen Kindesmissbrauch beobachten.

Zuguterletzt gibt es durchaus vereinzelnte Forschungsprojekte, die sich mit der Frage beschäftigen, welchen Einfluss Fiktivpornografie oder Kindersexpuppen auf die Konsument:innen haben. Auch hier bestätigen alle bislang publizierten Studien, dass eher kein Einfluss oder sogar teilweise ein positiver Einfluss existiert, Konsument:innen wenn überhaupt also eher eine höhere Hemmschwelle haben im Vergleich zur Allgemeinheit.

Das alles muss sicherlich noch weiter erforscht werden, und genau das ist so wichtig. Solange wir nicht mehr wissen, kann ein Verbotnicht nur nicht hilfreich für den Kinderschutz sein, sondern sogar aktiv schädlich.

Hallo Regenbogenfisch,

danke für Deinen Kommentar! Das bringt mich zum Nachdenken. Im Prinzip endet das Schutzalter mit dem 14. Lebensjahr. Das bedeutet, dass Jugendliche ab 14 einvernehmlichen Sex haben dürfen. Eigentlich wäre es ja dann auch in Ordnung, wenn diese Pornografie konsumieren. Allerdings konsumieren zum Teil auch schon wesentlich Jüngere, also präpubertäre Kinder, Pornografie. Auch muss man bedenken, dass viele Pornografie sehr extrem ist und nicht unbedingt ein Bild von der Wirklichkeit darstellt. Das kann das Bild vom Geschlechtsverkehr ziemlich verzerren. So oder so müssen Kinder und Jugendliche noch mehr über Pornografie aufgeklärt werden. Im Sexualkundeunterricht in der Schule wird das Thema in meiner Erfahrung bestenfalls angeschnitten. Da denke ich mal, kann man Kinder besser schützen, wenn sie besser auf solche Inhalte vorbereitet und aufgeklärt würden.

Hallo Ruby,

vielen Dank für Deine Rückmeldung und dem Punkt bezüglich des Sich-ausweisen-müssens. Man würde damit natürlich seine Identität offenbaren und die Internetanbieter und Seitenbetreiber hätten dann ein klares Bild von der Häufigkeit des Pornokonsums, spezieller Vorlieben und anderer sensibler Daten. Dennoch finde, ich, dass zumindest der Zugang zu Pornoseiten etwas komplizierter werden sollte. Denkbar wäre auch das Lösen eines Captchas oder einer Rechenaufgabe. Klar, das können viele Kinder auch schon, aber es würde wenigstens eine kleine Hürde darstellen. Oder auch, dass man sich mit einer E-Mail-Adresse anmelden muss. Dafür könnte man auch einen anonymen Internetanbieter wählen.

Danke für deinen Beitrag, Karamello. Ich bin ebenfalls der Meinung, dass diese sogenannten Ersatzmaterialien eine positive Auswirkung auf die Lebenszufriedenheit vieler Pädophiler haben können. Was mögliche Gefahren dieser Materialien angeht, so halte ich viele Ängste für unbegründet bzw. nur vorgeschoben, um die eigentlichen Gründe für die Ablehnung, die eher in subjektiven Moralvorstellungen und Ekelgefühlen begründet liegen, zu verdecken. Ich bin aber absolut dafür, dass dem im Rahmen wissenschaftlicher Arbeiten weiter nachgegangen wird, um sicherzugehen, dass es bei einer Legalisierung zu keiner Gefährdung von Kindern kommt.

Wie Ruby sehe auch ich einige Punkte deines Artikels kritisch. So bin ich nicht der Meinung, dass Minderjährige zwangsläufig von Pornografie ferngehalten werden müssen. Das wäre auch kaum umsetzbar, da das Internet einfach nicht dafür gemacht ist, auf diese Weise reguliert zu werden. Mit ein wenig Know-how wären solche Sperren im wahrsten Sinne des Wortes kinderleicht zu umgehen. Solche Maßnahmen würden nur dazu führen, dass man sich darauf ausruhen würde und wirklich sinnvolle Maßnahmen wie die Aufklärung von Kindern und Jugendlichen über Pornografie völlig außer Acht lassen würde. Abgesehen davon finde ich auch, dass mindestens einmal Jugendliche auch ein Recht dazu haben, sich pornografische Inhalte anzuschauen.

Sein Alter mit seinem Personalausweis verifizieren zu müssen, finde ich außerdem ganz kritisch. Auch das hat Ruby ja schon angesprochen. Bisher ist es durchaus möglich, Pornoseiten anonym zu besuchen und abgesehen davon, dass es noch sehr lange dauern wird, bis wir in einer Welt leben, in der man problemlos und ohne Angst sich als pädophil outen kann, geht niemanden meine Sexualität etwas an und niemand sollte seine sexuellen Vorlieben gegenüber solchen Seiten offenlegen müssen, um Zugang zu Pornografie zu haben.

Über uns

Kinder im Herzen ist ein Weblog zum Thema Pädophilie, der von pädophil empfindenden Menschen betrieben wird, die sich entschieden haben ihre sexuellen Wünsche nie mit Kindern auszuleben. Wir schreiben über diverse Themen im Zusammenhang mit Pädophilie, die uns bewegen.

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Hallo Klase, ich kenne Deine Lebensgeschichte sehr gut und es hat mich sehr mitgenommen, was Dir aufgrund des Unrechtsparagraphen §184l StGB widerfahren ist. Die führenden Köpfe hinter dieser Gesetzgebung (Stahl, Luczak, Fechner und Lambrecht) haben aber meines Erachtens nicht aus dem Bauch heraus, sondern aufgrund einer (rechts-)populistischen Stimmung deswegen entschieden. Immer, wenn ein großer Missbrauchsfall an die Öffentlichkeit getragen wird, so wie damals Aschersleben, Bergisch-Gladbach und Lügde, wird im rechten Eck auf die Trommeln gegen "die Kinderschänder" geschlagen. Es gibt genügend Expert*innen aus der Justiz, der Medizin und der Psychologie, die eindringlich vor der Einführung von §184l StGB bzw. einer Verschärfung von §184b StGB gewarnt haben. Lambrecht und Co wussten also ganz genau, was sie taten: Es ging einzig darum, den Hass auf pädophile Menschen zu bedienen und durch knackige Schlagzeilen "für den Kinderschutz" Wählerstimmen einzufangen. Gegen Pädos zu hetzen ist einfacher und biller, als Kita-Kräfte besser zu bezahlen, Schulen zu sanieren, Kinderarmut zu bekämpfen und Konzepte gegen Mobbing zu entwickeln. Es geht beim Puppenverbot und der Verschärfung von 184b daher nicht um Kinderschutz; vielmehr handelt es sich in meinem Augen hierbei um knallhartes rechtspopulistisches Kalkül. Ich teile Deine Einstellung zu Puppenkinder vollumfänglich - ich betrachte diese auch als "Familienmitglieder". Ich hoffe sehr, dass wir mit unseren Lebensgeschichten viele Menschen erreichen können. Und Vorurteile beiseiteschaffen können.
Ich hoffe sehr, dass GuteFrage kein repräsentativer Querschnitt der Gesellschaft ist
Ich möchte an dieser Stelle einmal die Frage in den Raum stellen, ob es fair ist, Verbote zu verhängen, nur um "gefühlten" Kinderschutz zu erreichen. Wer meine Beiträge gelesen hat, weiß, das "Kindersexpuppenverbot" hätte mich fast das Leben gekostet. Nur dadurch, dass es zwei Personen in meinem persönlichen Umfeld gab, die damals schon von meiner Situation wussten, lebe ich noch. Verbote "aus dem Bauch heraus" einzuführen, ohne auf Expert:innen zu hören und ohne die Konsequenzen zu bedenken, ist unverantwortlich. Die Verantwortlichen von §184l StGB können nicht ausschließen, dass ihr Verbot Menschenleben gekostet hat. Denn Puppen sind für die Menschen, die mit ihnen zusammenleben, oftmals Familienmitglieder. Menschen, die keine Familie haben können, wie exklusiv pädophile Menschen, hätten mit den Puppenkindern dennoch eine Chance, nicht nur Sexualität, sondern vor allen auch Nähe und Zärtlichkeit zu erleben. Das sind grundlegende menschliche Grundbedürfnisse. Diese Möglichkeit einfach so auf "Verdacht" jenen zu nehmen, die keine andere Möglichkeit haben, sich diese Grundbedürfnisse zu erfüllen, ist grausam und einem freiheitlichen Rechtsstaat unwürdig.
Hallo Sirius, auch Dir vielen Dank für Deine Rückmeldung und die spannende Denkanstöße! Persönlich bin ich ein riesengroßer Japan-Fan. Es fasziniert mich, wie dort gesellschaftlich mit der Kinderliebe umgegangen wird. Da kann man sich erotische Mangas mit Lolicons und Shotacons in gewöhnlichen Buchläden kaufen. Das Konzept von "kawai", also das Niedliches im Mainstream geschätzt wird, ist ja auch im Westen bekannt. Trotzdem ist Japan kein Land, in dem es keine Gesetze gäbe und Kinder ungeschützt den Gelüsten von Erwachsenen ausgeliefert wären. Das krasse Gegenbeispiel dazu stellen die USA dar. Wohl kaum in einem anderen Staat ist der Hass gegen Pädophile größer und sind die Strafen härter als dort. Gleichzeitig sind die USA aber Spitzenreiter, was den sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen anbelangt. Ich würde mich freuen, wenn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Frage nach der Wirkung von Fiktivpornografie noch mehr nachgehen würden. Dass es Indizien für einen positiven Effekt (also mehr sexuelle Zufriedenheit und weniger Missbrauch) gibt, hatte ich bereits vermutet. Ein spannendes Thema finde, ich was es weiter zu beobachten gilt.
Meine Beobachtungen auf GuteFrage sagen was anderes xD