Nein, Offenloch weist selbst darauf hin, dass Sexualität nicht in den Kernbereich fällt, wenn mit der sexuellen Handlung in die Rechte Dritter eingegriffen wird. Sein Argument ist, dass dies bei Puppen offensichtlich nicht der Fall ist. Selbst, wenn Puppen ein Missbrauchsrisiko steigern würden, wäre der Missbrauch immer noch eine eigene Handlung, die eine eigene Entscheidung voraussetzt und keine unmittelbare Folge der Puppennutzung. Die Puppennutzung selber hat also keinen hinreichenden Sozialbezug, der sie aus dem Kernbereich ausnehmen würde, und ist analog zu sehen mit dem verbieten "böser Gedanken".
Ich glaube, du überschätzt unseren Einfluss. Puppen wurden nicht verboten, weil wir uns dafür eingesetzt haben, sondern weil angeblich eine Puppe in Bergisch-Gladbach gefunden wurde und ein Riesenskandal daraus gemacht wurde. Auf EU-Ebene wird ein Puppenverbot auch nicht wegen uns diskutiert, sondern wegen des Shein-Skandals. Und das aktuell diskutierte Verbot von KI-generierter Kinderpornografie hat auch nichts mit uns zu tun, sondern ist Resultat der Skandale um sexualisierte Deepfakes auf X und um Collien Fernandez, was natürlich wieder mal auf uns reduziert wird.
Wer tatsächlich alles schlimmer macht, ist KTW. Ohne KTW und die fachlich nicht haltbaren Aussagen über Puppen, die Beier und Quendler-Adamo mal im Privatfernsehen von sich gegeben haben, hätte sowohl der Gesetzgeber als auch das BVerfG eine Rechtfertigung weniger für das Verbot gehabt.
Ich finde es wirklich komplett unter aller Sau, dass du die wenigen Personen, die versuchen, etwas an der Situation Pädophiler zu verbessern, jetzt dafür (mit-)verantwortlich machst, dass sich unsere Situation immer weiter verschlechtert. Dass sich diese verschlechtert, liegt u. a. an den großen Missbrauchsfällen der vergangenen Jahre, der politischen Instrumentalisierung selbiger sowie dem Rechtsruck, der sich in ganz Europa und auch in Deutschland bemerkbar macht.
Dass unsere Versuche der Aufklärung, die ja aufgrund der Tatsache, dass wir überall ausgesperrt werden, nur sehr eingeschränkt möglich waren, daran (Mit-)Schuld sein sollen, halte ich einerseits für absolut unrealistisch und andererseits würde dies ja die Notwendigkeit einer Veränderung nur umso mehr untermauern, wenn der reine Hinweis auf unsere Existenz schon als Bedrohung wahrgenommen wird.
Das Gleiche gilt im Übrigen auch für LGBTQ-Veranstaltungen. Diese wären gar nicht nötig, wenn queere Menschen tatsächlich gesellschaftlich akzeptiert wären. Dass sich Menschen darüber aufregen, weil sie "das nicht sehen" wollen, unterstreicht die Notwendigkeit ja nur umso mehr.
Mal eine Verständnisfrage. Kann es sein das mit der Meinung v. Offenloch jedes Material (inkl. reales) im Besitz hätte legalisiert werden müssen?
Er spricht davon das Masturbation zum Kernbereich gehört. In das Masturbationsverhalten darf man nicht eingreifen, auch wenn gewichtige Interessen vorliegen, "auch nicht ein bischen". Es darf keine Abwägung geben. Basta.
Kann es sein das eben dieser Umstand es für die Richter unmöglich gemacht hat das anzuerkennen? So ein Kernbereich kann daher auch alles andere mit runterziehen.
Euer Aktivismus macht alles nur schlimmer, weil er als aufdringlich empfunden wird. Genau so wie viele - auch Betroffene - kein Fan vom CSD oder anderen LGBT-Veranstaltungen sind. Die meisten möchten das nicht sehen.
Je mehr versucht wurde Sichtbarkeit herzustellen, umso aufdringlicher empfanden das die Menschen. Sie sehen das quasi als eine "Bedrohung", die gerade aufkommt. Irgendwelche Idioten im stillen Kämmerlein schenkt man widerum keine Beachtung, weil es nicht geht.
Früher gab es überall Artikel von großen bekannten Webseiten, die sich gegen Verbote von Fiktion aussprachen. Diese Verknüpfung mit "Fiktion" und "Pädophilie" gab es nicht in diesem Maße. Leute dachten das "Pädophilie" immer echte Kinder und missbrauch betrifft. Ihr zeigt den Leuten, das ihr bock drauf habt, also muss es weg. Das ist irgendwo ironisch. Jedenfalls war das die Zeit und deswegen konnten auch Pädos daran teilnehmen, weil man es nicht als Pädo sah.
PewDiePie und andere große YouTuber hatten auf ein bestimmten Hentai "reagiert"....heute unmöglich.
Je nachdem was für ein Beruf man aktuell hat, und wenn man nicht vorbestraft ist, dann kann man relativ leicht nach Taiwan auswandern. Der Antrag dauert auch nur 30-60 Tage und dann ist er durch. Man kann es also einfach mal probieren. Hier sollte man dann einfach das 3-jährige Visum nehmen, weil man nach 3-Jahren permanenter Aufenthalt sich einbürgern lassen kann.
Einfach mal nach "Taiwan Gold Card" suchen. Es gibt da auch das "Employment PASS Card" Programm was dann für Lehrer oder so interessant ist. Die haben da sehr ausführliche Anleitungen und ein Support der sehr schnell unterstützt.
KiH und WsaM waren Versuche, die Gesellschaft aufzuklären und "von unten" zu ändern. Das Ergebnis ist, dass wir so ziemlich überall aus dem Diskurs ausgesperrt wurden und WsaM zu wenig mehr als einem Stichwortgeber für rechtsextreme Fliegenfänger geworden ist. Die Verfassungsbeschwerden waren umgekehrt der Versuch, "von oben" rote Linien zu definieren und feststellen zu lassen, dass auch Pädophile unveräußerbare Rechte haben, und das ist nun noch katastrophaler gescheitert, als ich es vorher für möglich gehalten hätte.
Der einzige Weg vorwärts ist in meiner Sicht Solidarität nach innen, der Aufbau einer Community und einer Untergrundbewegung, aus der sich größeres in die Gesellschaft erwachsen kann. Alleingänge wie von Georg oder Klase führen leider nur dazu, dass sich der gesammelte Hass auf diese Personen entlädt. Aber ich bin jetzt auch schon seit über 10 Jahren in der Szene und habe in der Zeit einiges ausprobiert, aber von einer nennenswerten Bewegung, die daraus entstanden wäre, kann auch nicht die Rede sein.
Ich bin für jede Idee, was man noch versuchen könnte um mehr Pädophile anzusprechen und aktivistisch einzubinden dankbar. Ich will nicht aufgeben, aber ich sehe im Moment nicht, was wir überhaupt noch tun können.
Ich glaube nicht, dass das etwas gebracht hätte. Richter sollten sich von solchen Kampagnen generell nicht beeinflussen lassen. Wenn das Gericht keine Ahnung von Pädophilie hat (was man an jeder Ecke des Urteils merkt), wäre es ihre Aufgabe gewesen, Informationen einzuholen, aber das Gericht hielt es ja noch nicht einmal für nötig ein Gutachten von jemanden wie Beier einzuholen, um ihn zu zwingen seine vagen Sorgen und Befürchtungen fachlich zu untermauern.
Hier kann man auch klare Parallelen zum Homosexuellenurteil von 1957 erkennen. Auch damals hat das BVerfG absurde Dinge behauptet, und es nicht für notwendig befunden Schwule selber vorzuladen, um auf diese Vorurteile zu antworten.
Der große Fehler war das man keine öffentlichen Kampagnen hatte z. B. über Dritte. Ja, ist schwer, aber man sieht gut wie die Richter keine Ahnung von Pädophilie haben, weil da draußen in der Welt und im Internet nur Müll erzählt wird.
Das BVerfG hat sich mit solchen Argumenten keinen Gefallen getan und schadet seinem Image aufs übelste. Selbst die meisten "normalen" Menschen mit Hirn halten solche Sätze für moralisches Gehampel und nutzen daher, wenn sie dagegen sind, eher so Dinge wie "Hemmschwelle" etc.
Das wird den meisten irgendwann klar werden. Im Grunde kann jetzt auch Inzestpornographie vollständig verboten werden. Hat man in England mit "Kinderschutz" begründet. Danach kommt dann BDSM und was weiß ich noch alles.
Das Masturbationsverhalten geht niemanden etwas an, solange kein direktes Opfer existiert. Offenloch und der/die anonyme Richter/in haben es im Senat bestimmt kaum ausgehalten sich solchen Rotz anhören zu müssen.
Besonders problematisch finde ich die in der Urteilsbegründung zu findende Behauptung, es sei Teil der Intention von § 184l StGB, "eine – sexualbezogene – Objektifizierung von Kindern und damit zugleich eine schleichende Verharmlosung beziehungsweise Normalisierung sexueller Handlungen an Kindern zu verhindern."
Das war jedoch - wie Offenloch im Sondervotum auch korrekterweise anmerkt - nie Teil der eigentlichen Gesetzesbegründung! Offenloch vermutet hier, dass es sich um eine eigene Interpretation der Senatsmehrheit handelt, aber m. E. legt die hier behauptete Intention auch nahe, dass das BVerfG hiermit selbst versucht, die Vorschrift zu rechtfertigen, anstatt sie bloß hinsichtlich ihrer Verfassungskonformität zu prüfen. Und das wäre eine gefährliche Kompetenzüberschreitung durch das BVerfG!
@Anonym Auch mich hat dieses Urteil hart getroffen. Ich hätte mir sehr gerne eine synthetische Partnerin zugelegt...
Zitat @Anonym: "Das Problem ist wir Menschen sind endlich. Ein Wandel kann nur von Menschen kommen, die nicht Betroffen sind. Das kann nur eintreten, wenn sie sehen das ihre geliebten Leiden. Dazu braucht es massenhafte Outings. DAS ist wirksam."
Ich bin bei meiner Mutter geoutet und seitdem hat sie Angst vor der Gesellschaft. Ich habe mich auf meiner ehemaligen Arbeit bei einigen Kolleg:innen geoutet, weil ich an Unis und Hochschulen Aufklärungsarbeit machen und möglicherweise dadurch auftretendem "Flurfunk" vorbeugen wollte. Es führte zum Jobverlust. Outings führen im Zweifel nur dazu, dass Ehen und ganze Familien leiden, oder im schlimmsten Fall zerbrechen - oder man verliert den Job. Ein Wandel kann eben nicht von Menschen kommen, die nicht betroffen sind. Er muss von uns allen kommen - von betroffenen wie nicht betroffenen Menschen. Dazu müssen wir nicht betroffende Menschen überzeugen, vor allem nicht betroffene Menschen außerhalb unserer Familien. Und das geht nicht ausschließlich über Outings, sondern auch über die Vernunft. Die Maßnahmen gegen Unschuldige sind mittlerweile irrwitzig. Und dagegen lässt sich sachlich argumentieren.
Durch diesen Aktivismus wird immer mehr Menschen das Unrecht bewusst. Nun haben sogar zwei Richter des BVerfG dieses Unrecht erkannt. Das reicht zwar nicht aus, um das Puppenverbot zu kippen, aber es ist trotzdem ein Fortschritt. Wichtig ist doch, dass immer mehr Menschen erkennen, dass uns Unrecht angetan wird.
Ich akzeptiere lieber die Realität als hier so zu copen
Die jahrelange Aufklärung und der Aktivismus waren nicht umsonst. Immer mehr Menschen wird dieses Unrecht bewusst. Sogar zwei Richter des BVerfG haben das jetzt erkannt. Das ist schon viel Wert, auch wenn wir natürlich alle auf ein positives Urteil gehofft haben.
Also am besten gleich aufgeben und nichts mehr tun? Ist das dein Rat den du hier allen geben möchtest?
An alle, die hier schreiben, dass alles umsonst war.
Das sehe ich anders. Das Gericht hat uns nicht recht gegeben. Das stimmt. Aber es verfolgen immer mehr Experten dieses Thema und die bilden sich ihre eigenen Meinung. Immer mehr Juristen und Psychologen sehen dieses Unrecht und stellen sich auf unsere Seite. In den nächsten Monaten und Jahren werden sich noch viele Experten negativ zu diesen Urteil äußern und es infrage stellen. Sie werden uns recht geben und dieses Unrecht anprangern. Offenloch war nur der erste, der das getan hat. Es ist wichtig, dass dieses Thema präsent und sichtbar bleibt. Mit der Zeit werden sich immer mehr gegen das Puppenverbot stellen. Hätte man das Puppenverbot 2021 einfach still schweigend angenommen und wäre nicht vor das BVerfG gezogen, dann wären heute deutlich weniger Experten gegen dieses Unrecht und niemand würde noch davon sprechen.
Ein Misserfolg wäre es nur dann gewesen, wenn jetzt weniger Experten gegen das Puppenverbot wären. Aber es werden immer mehr. Man hat zwar das Ziel noch nicht erreicht, aber der Kurs stimmt.
Deshalb: Vielen Dank an alle Beteiligten und gebt jetzt nicht auf.
@ das betrifft nur manche Kommentare hier.
Auch ich bin sehr traurig über dieses Urteil. Aber bevor ich meinen Unmut äußere, frage ich mich immer, ob dadurch die Gemeinschaft der pädophilen Menschen gestärkt oder geschwächt wird. Was bewirkt mein Kommentar bei anderen?
Sollte man andere mit aller Kraft davon überzeugen, dass es keine Hoffnung mehr gibt? Sollte man wirklich dazu auffordern nichts mehr gegen das Unrecht zu tun? Hilft man damit den anderen pädophilen Menschen? Wird das unsere Zukunft verbessern? Und was wird das in anderen Leuten, die vielleicht wirklich kurz vorm Suizid stehen, bewirken?
Auch ich fühle mich im Moment sehr niedergeschlagen. Aber man sollte sich jetzt nicht von seinen Gefühlen überwältigen lassen, einfach alles hinwerfen und auch noch alle anderen mit hinunterziehen. Das führt nur dazu, dass alle im Selbstmitleid versinken und niemand mehr was tut. Dann hätten wir wirklich komplett verloren.
Ich habe schon mit einer Niederlage gerechnet, aber aus anderen Gründen. Die Richter sprechen von Studien die eine Gefahr nachweisen, wie Offenloch beschreibt werden diese überhaupt nicht genannt und es gebe wohl keine solche Studien.
Das einzige was tatsächlich von der Argumentation der Richter übrig bleibt sind rein moralische Argumente, wie "Objektifizierung", "Normalisierung" etc. DAS ist das erschreckende.
Kinder im Herzen ist ein Weblog zum Thema Pädophilie, der von pädophil empfindenden Menschen betrieben wird, die sich entschieden haben ihre sexuellen Wünsche nie mit Kindern auszuleben. Wir schreiben über diverse Themen im Zusammenhang mit Pädophilie, die uns bewegen.