Thema: KRIMINALITÄT

Ich habe als Betroffener hier und anderswo schon viel über das Stigma gegen pädophile Menschen geschrieben. Meist schreibe ich darüber, welche Auswirkungen das Stigma auf Betroffene hat, etwa über alltägliche Formen digitaler Gewalt und Hasskommentare, gesellschaftliche Marginalisierung und Auslöschung, staatliche Eingriffe in die Grundrechte pädophiler Menschen als auch psychische und körperliche Belastungen, die sich aus der Stigmatisierung ergeben.

Neben der Frage, was für Auswirkungen das Stigma gegen pädophile Menschen für Betroffene hat, stellt sich auch die Frage, was die Auswirkungen für diejenigen sind, die das sind, was pädophilen Menschen gerne pauschal unterstellt wird zu sein: Missbrauchstäter:innen. Man könnte vielleicht meinen, dass das starke Stigma gegen Pädophile zumindest dazu führt, dass wirkliche Täter:innen umso stärker verurteilt werden. Doch noch nicht einmal das ist der Fall. Eher im Gegenteil: das Stigma hilft Täter:innen sogar noch ihre Taten zu rechtfertigen, für geringere Strafen zu plädieren und tatsächlich milder bestraft zu werden.

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Kinder im Herzen ist ein Weblog zum Thema Pädophilie, der von pädophil empfindenden Menschen betrieben wird, die sich entschieden haben ihre sexuellen Wünsche nie mit Kindern auszuleben. Wir schreiben über diverse Themen im Zusammenhang mit Pädophilie, die uns bewegen.

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Hallo Klase, ich kenne Deine Lebensgeschichte sehr gut und es hat mich sehr mitgenommen, was Dir aufgrund des Unrechtsparagraphen §184l StGB widerfahren ist. Die führenden Köpfe hinter dieser Gesetzgebung (Stahl, Luczak, Fechner und Lambrecht) haben aber meines Erachtens nicht aus dem Bauch heraus, sondern aufgrund einer (rechts-)populistischen Stimmung deswegen entschieden. Immer, wenn ein großer Missbrauchsfall an die Öffentlichkeit getragen wird, so wie damals Aschersleben, Bergisch-Gladbach und Lügde, wird im rechten Eck auf die Trommeln gegen "die Kinderschänder" geschlagen. Es gibt genügend Expert*innen aus der Justiz, der Medizin und der Psychologie, die eindringlich vor der Einführung von §184l StGB bzw. einer Verschärfung von §184b StGB gewarnt haben. Lambrecht und Co wussten also ganz genau, was sie taten: Es ging einzig darum, den Hass auf pädophile Menschen zu bedienen und durch knackige Schlagzeilen "für den Kinderschutz" Wählerstimmen einzufangen. Gegen Pädos zu hetzen ist einfacher und biller, als Kita-Kräfte besser zu bezahlen, Schulen zu sanieren, Kinderarmut zu bekämpfen und Konzepte gegen Mobbing zu entwickeln. Es geht beim Puppenverbot und der Verschärfung von 184b daher nicht um Kinderschutz; vielmehr handelt es sich in meinem Augen hierbei um knallhartes rechtspopulistisches Kalkül. Ich teile Deine Einstellung zu Puppenkinder vollumfänglich - ich betrachte diese auch als "Familienmitglieder". Ich hoffe sehr, dass wir mit unseren Lebensgeschichten viele Menschen erreichen können. Und Vorurteile beiseiteschaffen können.
Ich hoffe sehr, dass GuteFrage kein repräsentativer Querschnitt der Gesellschaft ist
Ich möchte an dieser Stelle einmal die Frage in den Raum stellen, ob es fair ist, Verbote zu verhängen, nur um "gefühlten" Kinderschutz zu erreichen. Wer meine Beiträge gelesen hat, weiß, das "Kindersexpuppenverbot" hätte mich fast das Leben gekostet. Nur dadurch, dass es zwei Personen in meinem persönlichen Umfeld gab, die damals schon von meiner Situation wussten, lebe ich noch. Verbote "aus dem Bauch heraus" einzuführen, ohne auf Expert:innen zu hören und ohne die Konsequenzen zu bedenken, ist unverantwortlich. Die Verantwortlichen von §184l StGB können nicht ausschließen, dass ihr Verbot Menschenleben gekostet hat. Denn Puppen sind für die Menschen, die mit ihnen zusammenleben, oftmals Familienmitglieder. Menschen, die keine Familie haben können, wie exklusiv pädophile Menschen, hätten mit den Puppenkindern dennoch eine Chance, nicht nur Sexualität, sondern vor allen auch Nähe und Zärtlichkeit zu erleben. Das sind grundlegende menschliche Grundbedürfnisse. Diese Möglichkeit einfach so auf "Verdacht" jenen zu nehmen, die keine andere Möglichkeit haben, sich diese Grundbedürfnisse zu erfüllen, ist grausam und einem freiheitlichen Rechtsstaat unwürdig.
Hallo Sirius, auch Dir vielen Dank für Deine Rückmeldung und die spannende Denkanstöße! Persönlich bin ich ein riesengroßer Japan-Fan. Es fasziniert mich, wie dort gesellschaftlich mit der Kinderliebe umgegangen wird. Da kann man sich erotische Mangas mit Lolicons und Shotacons in gewöhnlichen Buchläden kaufen. Das Konzept von "kawai", also das Niedliches im Mainstream geschätzt wird, ist ja auch im Westen bekannt. Trotzdem ist Japan kein Land, in dem es keine Gesetze gäbe und Kinder ungeschützt den Gelüsten von Erwachsenen ausgeliefert wären. Das krasse Gegenbeispiel dazu stellen die USA dar. Wohl kaum in einem anderen Staat ist der Hass gegen Pädophile größer und sind die Strafen härter als dort. Gleichzeitig sind die USA aber Spitzenreiter, was den sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen anbelangt. Ich würde mich freuen, wenn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Frage nach der Wirkung von Fiktivpornografie noch mehr nachgehen würden. Dass es Indizien für einen positiven Effekt (also mehr sexuelle Zufriedenheit und weniger Missbrauch) gibt, hatte ich bereits vermutet. Ein spannendes Thema finde, ich was es weiter zu beobachten gilt.
Meine Beobachtungen auf GuteFrage sagen was anderes xD