Beiträge von Juli 2020

Münster, Bergisch-Gladbach. Das Kentler-Experiment. In den letzten Wochen und Monaten wurden immer mehr Fälle von organisiertem Kindesmissbrauch aufgedeckt, deren Ausmaß das Land schockiert. Es folgten Fassungslosigkeit, Wut und dann der Ruf nach härteren Strafen. Die Politik, die im Angesicht eines von der BILD befeuerten Volkszorns im Grunde gar keine Wahl in der Sache hatte, versprach schnellstmögliche Maßnahmen. Am Mittwoch hat die Bundesjustizministerin nun ein Reformpaket vorgestellt, das unter anderem den Forderungen nach härteren Strafen nachkommt. Sexualisierte Gewalt gegen Kinder soll nun in jedem Fall als Verbrechen eingestuft werden. Schon der Besitz eines einzigen Kinderpornographischen Bildes auf dem Handy soll ausreichen, um eine Haftstrafe von mindestens einem Jahr auszusprechen.

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Lieber Leser,

wir leben in schwierigen Zeiten. Die Medien werden regelmäßig von Missbrauchsskandalen erschüttert – wenn das Echo zu einem Fall gerade etwas abgeklungen ist, gibt es etwas Neues zu einem anderen Fall zu berichten, was die Maschinerie wieder ans Laufen bringt. Im Zuge dieser Berichterstattungen sind stigmatisierende Äußerungen gegen Pädophile zum Alltag geworden. Man liest öffentliche Forderungen nach Meldepflichten für Pädophile, und härteren Strafen. Im besten Fall findet man noch das ein oder andere Interview mit einem Therapeuten, der versichert, dass man mit ganz viel Glück und Therapie einen Pädophilen vielleicht doch entschärfen kann. Ich habe den Eindruck, mit jeder verstreichenden Woche werden die Aussagen gegen Pädophile in den Medien stärker und diskriminierender, und es ist nicht abzusehen, dass sich dieser Kurs in naher Zukunft ändert.  

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Lieber Leser,

dieses Mal bringe ich in meiner Kiste einige Beiträge mit, die sich tiefergehend mit dem Thema Pädophilie beschäftigt haben. Was grundsätzlich keine schlechte Sache ist, wird leider dadurch ein wenig getrübt, dass all diese Betrachtungen durch die letzten Missbrauchsskandale motiviert sind. Und somit wird das Thema nur unter dem Aspekt der Straftatprävention diskutiert, und pädophile Menschen in dem Zusammenhang vor allem als "potentielle Täter" betrachtet. Nichtsdestotrotz habe ich diese Woche neben einigen weniger gelungenen Beiträgen auch einige positive Perlen mitgebracht, die einen etwas differenzierteren Blick in die Diskussionen getragen haben.

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Liebe Leser,

die letzten Wochen und Monate wurden erschüttert von der Aufdeckung großflächiger Missbrauchsnetze, hitzigen politischen Debatten, Rufen nach Gesetzesänderungen und härteren Strafen. In diesem Klima ist es so ziemlich unmöglich, einen ruhigen Diskurs zum Thema Pädophilie zu führen, und das Thema getrennt von Kindesmissbrauch zu betrachten. Über Pädophilie wird zwar auch sonst meistens nur im Kontext von Straftaten und Prävention berichtet, aber diese Assoziation scheint im Moment ganz besonders stark in den Medien verbreitet zu sein. Das zeigen auch die Fundstücke, die ich diese Woche in meiner Kiste gesammelt habe.

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Wenn ich mich im Internet in Foren wie z.B. gutefrage.net in Diskussionen zum Thema Pädophilie einbringe und mich als pädophil zu erkennen gebe, dann gibt es verschiedene Arten, wie die Leute darauf reagieren. Hier möchte ich einmal die wohl 5 Häufigsten davon vorstellen:

1. „Ihr seid Abschaum und man sollte euch einsperren“

„Einsperren“ kann man auch durch „töten“, „zusammenschlagen“ oder ähnlich nette Wörter ersetzen. Hierbei handelt es sich wohl um die Antwort des durchschnittlichen BILD-Lesers und solche Leute sind dann wohl auch für körperliche Angriffe auf (vermeintlich) pädophile Menschen verantwortlich, wie sie

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Über uns

Kinder im Herzen ist ein Weblog zum Thema Pädophilie, der von pädophil empfindenden Menschen betrieben wird, die sich entschieden haben ihre sexuellen Wünsche nie mit Kindern auszuleben. Wir schreiben über diverse Themen im Zusammenhang mit Pädophilie, die uns bewegen.

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Neuste Kommentare

@Schneeschnuppe Mir haben Gruppen usw. nur geschadet. Das liegt aber daran, weil eine Auseinandersetzung mit meinem pädophilen Anteil nur in Leid endet. Sie ist eben nicht genießbar, da alles verboten wird. Wie soll ich diesen Teil akzeptieren, wenn ein opferloser und privater Umgang im Verborgenen verboten werden darf? Wie soll ich das akzeptieren, wenn dieser private Umgang den "Achtungsanspruch von Kindern verletzt"? Selbst ein Umgang mit dieser Neigung der zu keinem Zeitpunkt reale Kinder involviert wird extrem stark problematisiert und dessen Existenz in Frage gestellt. Diesen Teil zu akzeptieren bedeutet eine Last anzuerkennen, die gut 60 - 70 Jahre andauern wird. So lange und jeden Tag auf sämtliche sexuellen Aspekte zu verzichten kann nicht ohne erhebliche psyschische Probleme funktionieren.
Sirius zu Kognitiv verzerrt
Was mich wirklich wundert, ist dass die Probleme mit dem Fragebogen eigentlich sehr offensichtlich sind, wenn man sich die Fragen nur einmal durchliest. Wie kann ein Therapieprogramm, das behauptet, Menschen bei der Akzeptanz ihrer Sexualität helfen zu wollen einen Fragebogen nutzen, in dem Zustimmung zu der Aussage "Sexuelle Gedanken oder Phantasien über ein Kind zu haben, ist nicht so schlimm" als Beweis für vermeintliche kognitive Verzerrungen gewertet wird?
Sirius zu Kognitiv verzerrt
Auch mit ihrem Fragebogen konnten die Autor:innen allerdings keinen Zusammenhang zwischen den Testergebnissen und Verurteilungen wegen Sexualstraftaten gegen Kinder feststellen. Wer also Pro-C Ansichten hatte, gab nicht öfter als andere an, wegen solcher Straftaten verurteilt worden zu sein. Hierzu ein Update: eine neuere Arbeit von Lievesley und Harper stellte fest, dass Pro-C Ansichten, ermittelt mit dem Fragebogen von Jahnke et al., in einer Stichprobe von 265 Pädophilen aus englischsprachigen Foren durchgängig und stark mit der selbst zugegebenen Bereitschaft, Sexualstraftaten gegen Kinder zu begehen, korrelieren. Quelle: Lievesley, Rebecca, and Craig A. Harper. “Understanding the Use of Child-Related Sexual Fantasy and Fictional Sexual Materials by People Who Are Attracted to Children.” Psychology &Amp; Sexuality, January 2026, 1–33. https://doi.org/10.1080/19419899.2026.2619511.
"Aber was wäre, wenn sich eine Gruppe von "Einvernehmlern" träfe, und man (vielleicht aus den Erzählungen) den Eindruck bekommt, dass jemand einen Jungen oder ein Mädchen schlecht behandelt. Dann muss man eigentlich - auch unter in Kaufnahme von erhebnlichen persönlichen Opfern - einschreiten; es könnte aber auch sein, dass ein falscher Eindruck entstanden ist und man mit einem Eingreifen bei ALLEN Beteiligten nur schaden anrichten würde." Da sollte man sich dann halt schon ziemlich sicher sein, daß da was Übergriffiges läuft, genauso wenn man bei jemand X-Beliebigem etwas in dieser Hinsicht vermutet. Schon bei einem "komischen Gefühl" gleich die Kavallerie zu rufen, ist grundsätzlich nicht meine Sache. "Diese Art von Dilemma bleibt einem Anti-C auf einem Anti-C Treffen wahrscheinlich erspart. Anti-Cs sind auch als Ziele einer Polizei-Razzia oder eines Undercover-Sensations-Journalisten weniger wahrscheinlich als "Einvernehmler"-Treffen." Hm, schwer zu sagen. Anti-C-Treffen wären wahrscheinlich weniger abgeschottet, einfacher zugänglich und damit auch leichter zu unterwandern.Es gibt sicher auch Verfolgungsbehörden und Journalisten, die ("dank" Generalverdacht) auf Low-Hanging Fruits aus sind, um dann easy ein großes Ding daraus zu machen bzw. die Story zu melken.
"Wir müssen uns hier grundlegend einmal fragen, was wir als Anti-C-Aktivist:innen Pädophilen eigentlich anbieten können, was sie nicht jetzt schon deutlich einfacher dadurch bekommen können, einfach unter dem Radar zu fliegen. Wer geht schon freiwillig die Gefahren ein, die mit Vernetzung und Aktivismus einhergehen, mit dem vagen Ziel die Stigmatisierung eines Tages zu besiegen, wenn man dessen Folgen auch relativ gut dadurch entkommen kann, dass man einfach versteckt und unerkannt lebt?" Gemeinschaft. Das "relativ gut dadurch entkommen" funktioniert nicht. Der Anteil an Suizidalität bei Pädos scheint irgendwo zwischen 30 und 45 Prozent zu liegen. Damit es Menschen gut geht und sie mehr als nur Überleben, brauchen sie mehr als sich Verstecken, sich Totstellen und darauf hoffen nicht gefressen (an den Pranger gestellt, eingelocht, verprügelt, beschimpft) zu werden. Ein großer Pluspunkt bei Anti-Cs ist, dass sie für andere Anti-C etwas weniger gefährlich sind. Aus einer (zugegeben etwas älteren) Pressemitteilung von „Kein Täter werden“ ging hervor, dass rund 70 % der Teilnehmer am Berliner Standort von „Kein Täter werden“ bereits Missbrauchsabbildungen konsumiert hatten, davon fast 90 % im Dunkelfeld, also unentdeckt. Eine neuere Zahl ist, dass bei im Vereinigen Königreich (allerdings bei nicht sehr transparentern Quellenlage) bei 75 % der strafrechtlich in Erscheinung getretenen Puppenbesitzenden auch Kinderpornografie gefunden wurde (was noch nicht bedeutet, dass es Material mit wirklichem Geschehen war und vielleicht eher bedeutet, dass sich die Leute noch nicht von dem problematischen Material trennen konnten, das sie bereits hatten bevor sie sich eine Puppe anschaffen konnten). Fest scheint mir zu stehen, dass der Prozentsatz, der jemals irgendeine (auch fiktive) Kinderpornographie genutzt hat, wirklich hoch ist. Wenn man andere Pädos in einer Gruppe trifft, kann man sich zu fast 100% sicher sein, dass mindestens einer dabei ist, der aus strafrechtlicher Sicht Täter ist. Aber dass sich jemand Bilder anschaut kann man auch als Anti-C ja vielleicht noch aushalten, erst recht, wenn es um fiktive Inhalte geht. Aber was wäre, wenn sich eine Gruppe von "Einvernehmlern" träfe, und man (vielleicht aus den Erzählungen) den Eindruck bekommt, dass jemand einen Jungen oder ein Mädchen schlecht behandelt. Dann muss man eigentlich - auch unter in Kaufnahme von erhebnlichen persönlichen Opfern - einschreiten; es könnte aber auch sein, dass ein falscher Eindruck entstanden ist und man mit einem Eingreifen bei ALLEN Beteiligten nur schaden anrichten würde. Diese Art von Dilemma bleibt einem Anti-C auf einem Anti-C Treffen wahrscheinlich erspart. Anti-Cs sind auch als Ziele einer Polizei-Razzia oder eines Undercover-Sensations-Journalisten weniger wahrscheinlich als "Einvernehmler"-Treffen. Wenn jemand anderen Pädos eine Chance auf Gemeinschaft bieten kann, dann sind das Antis-Cs. Ich denke, dass das ein sehr gewichtiger Vorteil gegenüber "Einvernehmlern" ist.