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Das ist auch der richtige Weg. Dieses rumsitzen und Bloggen um stillen Kämmerlein wird niemals was bewirken. Die Reichweite ist lächerlich und sich permanent zu verstecken ist unser Untergang.

Genau das ist aber das Problem, du kannst es nicht wissen, aber ich erzähl dir mal was, ich bin eine der wenigen Aktivisten, die wir haben, und bekomme dadurch regelmäßig Androhungen, Verleumdungen und Morddrohungen, da ist das doch kein Wunder, das sich so wenige trauen etwas zu machen, wenn sie Angst haben müsse, und andere haben weitaus mehr zu verlieren wie ich, Jobs, Familie, Freunde etc..

@Anonym

Wer ist "wir"? Du natürlich schon mal gar nicht. Mit solchen Aussagen sabotierst du unsere Bemühungen nur, indem du andere potentiell mit deinem Pessimismus ansteckst.

Nur weil das in Italien - oder überhaupt wo - der Status Quo ist, heißt es nicht, dass wir das Gewehr in den Sand werfen sollten. Auch wenn wir dieses Ziel, akzeptiert zu werden, nicht in unserer Lebenszeit erreichen würden, sollten wir trotzdem dafür kämpfen, so weit es geht, an das Ziel zu kommen. Denk mal an die nächsten Generationen von Pädophilen. Darüber hinaus geht es nicht nur um uns Pädophile, sondern auch um andere Gruppen wie LSBTQ (In einigen Ländern wird immer noch gegen Queere Menschen diskriminiert. Zum Beispiel mit dem falschen vorwand das diese Menschen Pädophil, obwohl hier sie "Kindesmissbrauchstäter" meinen). Dies ist so nicht richtig. Auch braucht es eine Aufarbeitung der gemeinsamen Vergangenheit der pro-K-Pädophilen und der queeren Bewegung der 70-80er Jahren, was bis jetzt noch nicht geschehen ist. Stattdessen wird einfach behauptet, dass Pädophile die Schwulenbewegung unterwandert hätten). Zudem muss für die bereits und zukünftig durch Missbrauch Geschädigten effektive Therapie sowie Missbrauchsprävention geleistet werden, statt einfach gegen Pädophile zu hetzen und sich eine Medaille auf die Brust kleben, sondern es muss erforscht werden, was die tatsächlichen Beweggründe und Ursachen für Missbrauch sind und in die Bereiche effektive Prävention investiert und Aufklärung betrieben werden. Sirius hat schon ganz richtig erklärt warum das Bloggen so wichtig ist. Dazu denke ich ergänzend: Das Bloggen ist ein sicherer Weg Präsenz zu zeigen und hoffentlich auch Leute umzustimmen. Wir können uns nicht ein Schild umhängen, was uns als Pädophile identifiziert und damit dann im Stadtzentrum Gespräche suchen. So können wir darauf absehen, Einladungen zu Interviews und anderen Sachen zu kriegen, um Diskussionen und Umdenken anzuregen.

Mit deinem quasi anonymen Pseudonym so einen feigen und pessimistischen Müll von sich zu geben, ist echt lächerlich. Du weißt weder was ich für Aktivismus betreibe, noch was hinter den Kulissen passiert. Wie Rubi auch schon gesagt hat: steh du doch auf und betreibe Aktivismus, der in deinen Augen etwas bringt. Aber bitte hör auf, andere zu kritisieren, die wirklich etwas versuchen zu ändern, indem sie sich vielfältig engagieren. Juristisch wird es uns schwer gemacht, aber es ist durchaus möglich (bspw. die Verfassungsklage gegen das Puppenverbot hier hat SuH anonymisiert Spenden gesammelt und mit diesen dann den Anwalt bezahlt. Ähnliches wäre z. B. auch mittels Prostasia möglich. Mit diesen spenden könnten dann Anwälte bezahlt werden. Alternativ ließe sich die Finanzierung auch mittels Prozesskostenhilfe bewerkstelligen), deshalb muss Umstimmung und leicht einsehbare Präsenz geben. Das AGG gilt für uns ja nicht. Wir brauchen die Gesellschaft; mehr Stimmen, um auf die Politik Druck auszuüben, um Sachen wie fiktive Kinderpornografie und ähnliche opferlose Gesetzeswidrigkeiten zu entkriminalisieren sowie zu verteidigen.

Ich finde auch diesen kleinen Blog wichtig. Auch so ein Blog trägt zur Sichtbarkeit bei. Das eine muss das andere nicht ausschließen. Juristische Kämpfe sind natürlich ebenfalls wichtig. Das ist ein Grund, warum ich einen Arbeitsgerichtsprozess führte und ihn übrigens gewann, als ich entlassen werden sollte, nur weil ich pädophil bin und die „Frechheit“ besaß, den problematischen gesellschaftlichen Umgang damit vor Kolleg:innen zu thematisieren. Zumindest konnte ich mir auf diesem Weg eine angemessene Entschädigung erstreiten, die mir anderenfalls versagt worden wäre. Und ich konnte vielleicht auch ein kleines Zeichen setzen, dass auch wir nicht völlig rechtslos und vogelfrei sind. Es ist daher beides wichtig: Juristisches Engagement, aber auch das Engagement für mehr Sichtbarkeit über einen Blog wie diesen hier.

Hallo Ursus, zu ein paar Punkten möchte ich Dir etwas schreiben.

Du vermutest, dass sich exklusiv Pädophile keine Familie wünschen. Als exklusiv Pädophiler wünsche ich mir durchaus eine Familie. Nur da meine Partnerin ungefähr fünf Jahre alt sein müsste, damit sie mich auch sexuell interessiert, wird das mit einer Partnerin und eigenen Kindern logischerweise nichts. Und da ich als Anti-Contacter einem realen Mädchen auch keine romantische Beziehung zumute, bleibt auch das auf der Strecke. Es ist also nicht etwa so, dass ich mir keine Familie wünsche. Es ist eher so, dass ich aufgrund meiner exklusiven Puellaphilie (= auf vorpubertäre Mädchen bezogene Pädophilie) keine Familie gründen kann. Eine Alternative dazu könnten irgendwann vielleicht einmal künstliche Kinder sein. Androidinnen, die man von ihrer Art her kaum noch von realen Menschen unterscheiden kann, mit dem Unterschied, dass sie - anders als reale Kinder - in der Lage wären, eine romantische und sexuelle Liebesbeziehung zu führen, könnten ein Ausweg aus der Misere sein. Bei der aktuellen technischen Entwicklung ist das möglicherweise also schon bald keine Science Fiction mehr. Doch in der Politik wird alles drangesetzt, auch solche künftigen Möglichkeiten schon von vornherein zu verbieten. Das nimmt gerade auch exklusiv pädophilen Menschen die Chance, alternativ fernab von realen Kindern doch so etwas wie das Glück einer Liebesbeziehung und einer Familie erfahren zu dürfen. Auch rein soziale Kontakte zu Kindern, um wenigstens ein bisschen was von Familienleben erfahren zu dürfen, werden unsereins abgesprochen, zumindest wenn irgendwie herauskommen sollte, dass wir pädophil sind. Davor haben gerade die Erzieher:innen unter uns große Angst. Denn es ist der Gesellschaft derzeit leider herzlich egal, wie man sich verhalten hat. Alleine die pädophile Sexualpräferenz sehen viele Menschen der Gesellschaft als gerechtfertigt an, das pädophilie Menschen nicht in solchen Berufen arbeiten dürfen. Und diese pauschale Ablehnung, Vorverurteilung und Verdächtigung pädophiler Menschen geht einfach zu weit, denn sie bestraft Unschuldige und schützt niemanden. Daran muss sich unbedingt etwas ändern. Kurzum: Ja, auch ich wünsche mir durchaus Familienglück, nur bei mir ist das eben noch viel aussichtsloser als bei einem nichtexklusiven Pädo.

Dann schreibst Du „Bilder und Videos von Kindern“: Du beziehst Dich dabei auf Lolis, aber so wie Du schreibst, kannst Du von Leuten missverstanden werden, die nicht wissen, was das ist. Gemeint sind hier künstlich hergestellte erotische Bilder, die mit realen Kindern nichts zu tun haben. Beispielsweise fallen auch Zeichnungen darunter.

Anschließend schreibst Du, Präventionsprojekte sollen sich auch mit dem Stigma beschäftigen. Das sollten sie unbedingt. Denn nicht zuletzt ist das eine ohne das andere nicht erreichbar. Als ich mich gegen das Unrecht stark machen wollte, das man Pädos tut, die kein Kind sexuell behelligen und Missbrauchsabbildungen ablehnen, dachte ich, ich brauche mich nicht mit dem Kampf gegen Kindesmissbrauch zu beschäftigen. Immerhin habe ich selbst ja nichts mit Kindesmissbrauch am Hut. Gegen Kindesmissbrauch, so dachte ich, setzen sich schon genug Leute ein. Für Pädophile hingegen setzt sich kaum jemand ein. Daher wollte ich meine Kräfte anfangs ausschließlich auf die Entstigmatisierung unserer Minderheit konzentrieren. Doch das ist zu kurz gedacht, wie ich rasch bemerkte, als ich mich tiefer mit dem Thema auseinandersetzte. Das Stigma hat Kindesmissbrauch und Pädophilie so stark miteinander verdrahtet, dass man sich für beide Ziele einsetzen muss, um erfolgreich zu sein. Das bedeutet, wir können das Stigma und die Vorurteile gegen unsere Minderheit nicht bekämpfen, ohne uns aktiv für den Kinderschutz einzusetzen. Ironischerweise gilt das aber auch umgekehrt. Und das haben bisher, wohl mit Ausnahme von Prostasia, die Kinderschutzvereine noch überhaupt nicht verstanden. Man meint, Kinderschutz geht auch ohne Entstigmatisierung pädophiler Menschen. Die Fallzahlen für Missbrauch und Missbrauchsabbildungen sprechen aber eine ganz andere Sprache. Sie hängen unter anderem damit zusammen, dass man sich auf Pädophile und eben nicht auf das Problem Missbrauch konzentriert. Das sind allerdings zwei unterschiedliche Dinge. Wir werden beide Ziele - die Bekämpfung von Kindesmissbrauch und die Bekämpfung von Vorurteilen gegen Pädophile - nur gemeinsam erreichen können. Ich hoffe der Tag kommt bald, an dem Gesellschaft und Politik diese Zusammenhänge endlich verstehen.

@Rubri Die zwei Sätze vorher musste schon mit zitieren. Mir geht es darum sich juristisch zu wehren und anscheinend gibt es ja Menschen die sich das trauen. Wenn also jmd. in Zukunft wegen KI verurteilt wird dann sollte diese Person wissen er hätte die finanzielle und professionelle Unterstützung den Rechtsweg auszuschöpfen.

Die aktuelle Lage können nur Verfassungsgerichte korrigieren, oder eine massenhafte Protestbewegung. Letzteres ist unrealistisch.

Dieses rumsitzen und Bloggen um stillen Kämmerlein wird niemals was bewirken. Die Reichweite ist lächerlich und sich permanent zu verstecken ist unser Untergang.

Na dann mal los, tu was im echten Leben anstatt hier die Klappe groß aufzureißen.

Solange es sozialer Suizid ist, sich öffentlich zu zeigen, bleibt der Gedanke einer öffentlichen Protestbewegung, die groß genug ist um etwas zu bewegen, leider ein Wunschtraum. Überhaupt über unsere Gedanken und Erfahrungen zu schreiben ist in Ermangelung von realistischen Alternativen zumindest ein kleiner Schritt, um auf uns aufmerksam zu machen und sichtbar zu werden. Und es ist, im Gegensatz zu öffentlichen Auftritten etwas, was jeder machen kann.

Die EU mag sich gegen uns verschworen haben, aber sie hat sich gleichzeitig auch Grundwerte selber auferlegt und den Menschenrechten verpflichtet, und wird irgendwann erkennen müssen, dass sie diese Werte auch auf uns anwenden oder grundsätzlich aufgeben muss. Die Hoffnung bleibt, dass sie von den Gerichten daran erinnert wird.

Ja, aber in unserem Leben werden wir nicht gegen ganz Europa ankommen. In Italien gibt es sogar einen gesetzlichen Feiertag "Nationaler Tag gegen Pädophilie":

https://www.minori.gov.it/en/news/national-day-against-paedophilia-and-child-pornography-2022

Die EU-Kommission reiste durch die Welt und sagte man müsse unsere Neigung bekämpfen etc. Alles was ihr hier macht wird immer eliminiert werden. Das Ruder könnte jetzt nur noch das BVerfG reißen. Das ist auch der richtige Weg. Dieses rumsitzen und Bloggen um stillen Kämmerlein wird niemals was bewirken. Die Reichweite ist lächerlich und sich permanent zu verstecken ist unser Untergang.

Pessimismus wird uns hier nicht helfen. Deshalb müssen wir ja aktiv werden; Präsenz zeigen und Widerstand leisten. Für die queere Bewegung und für queere Leute war es doch auch anfangs eine hoffnungslose Lage, die in meinen Augen sogar viel schlimmer war (§175 StGB bis 11. Juni 1994). Aber mit der Zeit haben sie so viele Fortschritte erzielt und sich durchgesetzt (Christopher Street Day, 28. Juni 1969), aber auch nur, weil sie gekämpft haben - sowohl verbal als auch physisch. In Zeiten wie jenen und auch in aktuell unseren gilt, Mut und Hoffnung zu haben, damit wir gemeinsam stark dafür kämpfen können, dass solche Verbote auch zurückgenommen werden und ein Umdenken in der Gesellschaft angetrieben wird.

Lieber hätte ich gerne gewusst, was du noch zu meinen anderen Punkten denkst.

Wird nie passieren. Die EU hat erst vor kurzem das Gesetz zu CSAM aktualisiert und zur Abstimmung gegeben. Zukünftig ist alles was realistisch ist und Kinder sexuell darstellt, oder zu sexuellen Zwecken produziert wurde (Puppen, VR, Augmented Rrality. ALLES was sexuell genutzt werden kann) in der gesamten EU verboten.

https://www.europarl.europa.eu/news/en/press-room/20250512IPR28357/child-sexual-abuse-updated-rules-to-address-new-technological-risks

Der Kampf gegen das "Puppenverbot" ist leider verloren. Die EU hat vor zwei Tagen das sog. Combating the sexual abuse and sexual exploitation of children and child sexual abuse material. Recast (CSAM 2024/0035 (COD)) in der finalen Fassung beschlossen.

Darunter werden auch Sexpuppen verboten und zwar darüber das sie als "CSAM", also Missbrauchsmaterial gelten:

In addition, the development of augmented, extended and virtual reality settings making use of avatars including sensory feedback, e.g. through devices providing a perception of touch are not fully covered by the existing definition. The inclusion of an explicit reference to representations generated “by whatever means” and the reference to ‘reproductions and representations’ “regardless of the method of their creation or manipulation” should ensure that the definition of child sexual abuse material covers these and future technological developments in a sufficiently technology-neutral and hence future-proof way. Quelle: https://www.europarl.europa.eu/meetdocs/2024_2029/plmrep/COMMITTEES/LIBE/DV/2025/05-12/CSArecast-EPconsolidatedtext_EN.pdf

Das ist sehr vage formuliert, aber der fett gedruckte Teil soll quasi alles abdecken. Das Puppen ebenfalls unter "Missbrauchsmaterial" fallen sollen, findet man hier (achtet hier auf das Wort "reproductions", denn das findet sich im oberen Zitat ebenfalls):

Some Member States in their implementation have broadened the original scope of the Directive with regard to the definition of child pornography [...]: Adapt to language evolution by criminalising deep fakes, sex dolls, paedophile handbooks; Criminalise production, possession and access to physical reproductions of CSA (child sex dolls, child AI robots) Quelle: https://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=SWD:2024:0033:FIN:EN:PDF

Man möchte eine einheitliche Definition von "CSAM" und Puppen sollen jetzt auch darunter fallen.

Es ist mir wichtig zu betonen, dass auch pädophile Menschen heterosexuell oder heterophil sein können.

Ja, wahrscheinlich wäre heteronormativ hier das passendere Wort gewesen.

Guter Punkt - das sehe ich im Grunde genauso. Aber wenn man gerade am Anfang seines Coming-Ins steht ist es finde ich dennoch eine wichtige Botschaft, um überhaupt erst einmal zu verstehen, dass man kein schlechter Mensch ist. Denn man kann kein schlechter Mensch wegen etwas sein, worauf man überhaupt gar keinen Einfluss hat. Erst wenn man das verinnerlicht hat, kann man überhaupt anfangen darüber nachzudenken, einen anderen Blickwinkel auf die eigene Sexualität zu entwickeln.

"Da finde ich super wichtig zu sagen, was er ja auch gesagt hat, dass Pädophile nicht automatisch schlechte Menschen sind und dass man dafür nichts kann." -

Wenn man sich - rein hypothetisch - seine sexuelle Präferenz aussuchen könnte und sich jemand bewusst für eine pädophile Präferenz entscheiden würde - auch dann sollten Menschen mit dieser Präferenz (und deren Entscheidung dafür) toleriert werden. Schließlich wäre man auch dann nicht automatisch Täter oder ein "schlechter Mensch" - und nur darauf kommt es an.

In folgendem Abschnitt beziehst Du Dich auf Heterosexualität / Heterophilie: "Ablehnung zu erfahren von Leuten, die grundsätzlich eher offen und tolerant sind bei vielen Dingen, ist halt deutlich schmerzvoller als Ablehnung zu erfahren von Leuten, die sowieso sagen, alles was nicht heterosexuell ist gehört wieder in die Gaskammern."

Es ist mir wichtig zu betonen, dass auch pädophile Menschen heterosexuell oder heterophil sein können. Ich selbst bin heterophil (nicht heterosexuell, weil ich kein Missbrauchstäter bin, das also nicht in Realität auslebe). Ich bin heterophil, weil ich ein Mann und puellaphil, also auf kindliche Mädchen ausgerichtet bin. Was hier mit dem Begriff "heterosexuell" eigentlich gemeint ist, ist der Begriff "teleiophil" oder "teleophil" (ersteres ist die häufigste Schreibweise), was der korrekte Begriff für Menschen ist, die sexuell auf das erwachsene Körperschema ausgerichtet sind. Ich halte das für wichtig das zu betonen, weil "heterosexuell" zu schreiben und dann damit einen Unterschied zur "Pädophilie" zu ziehen, sachlich falsch ist und eher für noch mehr Verwirrung sorgt.

Ich bin übrigens auch zu einem gewissen Anteil nepiophil, was ich meistens "infantophil" nenne, was aber aufs Selbe herauskommt. Interessant zu lesen finde ich, dass Sirius diesen Teil seiner Sexualpräferenz erst nach und nach herausgefunden bzw. akzeptiert hat. Mir war schon sehr früh klar, dass ich auch sehr kleine Mädchen emotional und sexuell attraktiv finden kann. Das Stigma habe ich glücklicherweise nie verinnerlicht. Es ist erschreckend, was das mit so vielen Pädos gefühlsmäßig hinsichtlich Selbsthass etc. macht. Wenn man niemandem etwas tut - und das ist bei Pädophilie so, wenn man keine Kinder sexuell behelligt - dann kann man auch souverän zu seiner Sexualpräferenz stehen. Ich sehe jedenfalls kein Grund, warum sich aufrechte Menschen für ihre Sexualpräferenz schämen oder gar verurteilen sollten.

Ich bin leider keiner der beiden Beschwerdeführer. Vielleicht wäre ich ein dritter geworden. Aber dazu hätte es mehr Zeit gebraucht. Als meine kleine Welt zusammenbrach, war ich emotional gerade mal dazu in der Lage, dass mein Leben irgendwie weiterging. Es hat sehr lange gedauert, bis ich mich hinreichend genug gefangen hatte, um mich nicht mehr nur noch elend und verloren zu fühlen. Und dass ich heute überhaupt keine Probleme mehr habe, von meiner Sexualpräferenz und allem, was mir widerfahren ist, zu berichten, war ebenfalls ein sehr langer Prozess. Letztendlich war es mein zutiefst verletzter Gerechtigkeitssinn, der mich dazu brachte, mich zu dem erlittenen Unrecht zu äußern. Anfangs hatte ich allerdings noch unglaublich viel Angst vor dem Hass der Gesellschaft. Als ich meinen ersten Kommentar öffentlich schrieb und immer noch nicht wusste, wie ich überhaupt mit der nahezu für mich unerträglichen Situation umgehen soll, habe ich mich aus Angst vor dem Hass der Gesellschaft übergeben müssen. Unter diesem Stigma zu leben und das Gefühl zu haben, etwas sagen zu müssen, um nicht unterzugehen, ist eine immense psychische Belastung, die ich keinem Menschen wünsche. Ich bin den beiden Beschwerdeführern sehr dankbar dafür, dass sie das geschafft haben, wozu ich damals noch nicht in der Lage war: Gegen das Puppenverbot zu klagen.

Bist du einer der Beschwerdefüher von den Verfassungsbeschwerden? Wenn ja dann bin ich froh, denn dein Schicksal ist so ziemlich das perfekte Beispiel gegen das Gesetz.

Ich habe diesen Fragebogen seit 2005 nun bestimmt 8 Mal oder öfter schon ausgefüllt. Vom ersten Mal an stieß mir auf, dass es keinerlei Kontrollfragen gibt, um eine Beantwortung nach der ich-lehne-einfach-alles-ab-Methode zu erkennen, oder Items, die wirklich eine nennenswerte moralische Zwiespältigkeit aufweisen.

Außerdem sah ich einen Konflikt zwischen meiner Antwort, wenn ich die Sätze als fachliche Behauptungen/Aussagen betrachten würde oder mir vorstelle, jemand lässt privat nach 3-4 Bier diese Aussagen fallen. Der Kontext und der Unterton verändert meine Reaktion darauf ganz erheblich: habe ich eine sachliche Aussage vor mir „Manche Kinder wirken erwachsener als andere“ dann wär das für mich die Einladung über Tannerstadien und Psychologie zu referieren und warum das erwachsen-wirken nicht wirklich eine substanzielle Aussagekraft hat. Im Stammtischszenario würde es mir eher ein irritiertes „Wat soll dat denn heißen?“ entlocken. Und „Kinder, die von mehr als einer Person missbraucht wurden, tun wahrscheinlich irgendetwas, das auf Erwachsene anziehend wirkt.“ kriegt eine vollkommen andere Bedeutung, abhängig vom Kontext: „Das Kind hat es selbst verursacht“ oder „Vorherige Missbrauchserfahrungen verändern mitunter Verhalten und Selbstbild, sodass die Anfälligkeit für weiteren Missbrauch steigt“.

Und dann sehe ich auch keinen Grund, warum die Bepunktung nicht bei Null beginnt sondern bei 38. Das könnte man als rein ästhetisches Problem abtun, aber mittlerweile wissen wir ja, dass auch hartgesottene Wissenschaftler nicht gegen emotionale Einflüsse auf ihre Auswertungen gefeit sind. Deshalb macht man ja gern Doppelblindversuche u.ä. Eine natürlichere Skala wär daher womöglich tatsächlich entstigmatisierend.

Und Punkt 7 (Fantasien über Kinder) zu bepunkten ist, wie ich im anderen Kommentar schon schrieb, natürlich krass diskriminierender Bullshit.

Ich denke nicht, dass es sinnvoll ist, diese Befragung als „Zustimmung zu Fakten über Kinder“ zu betrachten. Sondern dass die Beantwortung nur Sinn macht, wenn sie in dem Kontext bleibt, der dem Sinn des Fragebogens entspricht. Nämlich als persönliche Einstellungen und Überzeugungen zum Thema Kindesmissbrauch, die jemand äußern mag. Stimmst der Person zu, die das sagt, oder nicht? Vielleicht sogar eher gefühlsmäßig als kognitiv. Dann verschwinden meinem Eindruck nach nämlich viele der Probleme, die du dort anführst. Man braucht etwa kein präzise definiertes „oft“ mehr. Allein Punkt 7 bleibt in meinen Augen trotzdem völlig Banane.

Über uns

Kinder im Herzen ist ein Weblog zum Thema Pädophilie, der von pädophil empfindenden Menschen betrieben wird, die sich entschieden haben ihre sexuellen Wünsche nie mit Kindern auszuleben. Wir schreiben über diverse Themen im Zusammenhang mit Pädophilie, die uns bewegen.

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Das ist weniger die Ahnungslosigkeit, sonder mehr eine Pädophobie. Es hat zwar rein gar nix mit Pädophilie zu tun, aber das Stigma ist so stark das ein kollektives moralisches Weltbild entsteht und jedwede Abweichung von dieser Empörung riskiert sozial ausgegrenzt bzw. als Pädofreund abgestempelt zu werden. Die Gesellschaft ist tatsächlich krank durch diese Moralpanik.
Ich suche schon lange nach guten Begriffen für diese Unterscheidung: Bedürfniswunsch und Handlungswunsch erscheinen mir da sehr passend, daher danke dafür! Was diese Aussagen angeht... Wenn du Personen, die gerade erst 18 sind, attraktiv findest, bist du eine Gefahr. ... so bin ich doch jedes Mal wieder einigermaßen schockiert, wie wenig Ahnung manche Menschen von Recht und Biologie haben und zusätzlich offenbar nicht zwischen Bedürfnis- und Handlungswunsch unterscheiden können.
Sehr gut ausgedrückt!
Die Wirklichkeit kann so sein, das man sie erst mal leugnet, wegschiebt, rationalisiert oder vertuscht. Der Grund für dieses Verhalten ist meist, das dann innere Welten der Gewissheitenen zusammen brechen. Das kennen die Epstein- Opfer sehr genau. Wenn alles bei diesem Fall veröffentlicht würde, z.B. die massenhaft aufgenommenen Videos, würden Staaten ohne politische Führungstypen da stehen.
Ich möchte etwas korrigieren, was ich geschrieben habe: Herrn Prof. Beier und Herrn Heyden fehlen nicht grundsätzlich eine Empathie gegenüber Pädophilen, sondern die Empathie bewegt sich meiner Meinung nach nur im Status Quo und stellt Gesetze, auch wenn sie nicht nachvollziehbar Kinder schützen, nicht im wesentlichen in Frage.