Ich schrieb schon vor über drei Jahren in einem Beitrag:
... Es geht darum, dass wir in einer Gesellschaft leben, die uns unter dem Vorwand des Kinderschutzes jede Äußerung unserer Pädophilie zu verbieten versucht. Völlig gleich, ob dabei nun ein Kind involviert ist oder nicht. Und die mit großer Sicherheit sich mit aller nur mobilisierbaren Kraft gegen ein Verbot von, sagen wir, Alkohol stemmen würde. Auch wenn der Schaden, der von Alkohol auf Kinder ausgeht, astronomisch größer sein dürfte als der durch gezeichnete Kinderpornografie oder kindliche Sexpuppen. Angefangen von den Schäden durch Trinken während der Schwangerschaft, über Kindesmisshandlung durch betrunkene Eltern bis hin zu Kindern, die von betrunkenen Autofahren angefahren werden.
Zum Zitat "Den Staat trifft deshalb die besondere Pflicht, die Selbstbestimmung von Kindern zu schützen, indem er verhindert, dass Kinder zum Instrument und Objekt der Sexualität von Erwachsenen werden."
Die Ansicht, dass Kinder zum Objekt der Sexualität von Erwachsenen werden, trifft bei Alternativen wie Puppen eben gerade nicht zu, denn es geht eben nicht um Kinder die zu einem Objekt gemacht werden. Es geht bei den Puppen bereits um Objekte, wie auch Dr. Jenny Lederer in ihrem Aufsatz geschrieben hat.
Man konstruiert folglich künstlich eine Legitimierung für Verbote, die in Wahrheit großen Schaden anrichten, anstelle Menschen zu schützen. Der Schutz ist nur behauptet, um tatsächlich Menschen einer stigmatisierten Minderheit gesundheitlich zu schaden und sie diskriminieren zu können. Es ist anerkannt, dass Sexualität wichtig für die Gesundheit ist. Es will mir nicht in den Kopf gehen, warum so viele Leute Unschuldigen, die niemandem ein Leid zufügen, so etwas antun und sich damit zu Täter:innen machen. Selbst wenn es eine gewisse Kausalität hinsichtlich der Puppen und Kindesmissbrauch geben würde, die noch nicht einmal nachgewiesen werden kann (im Gegenteil!), wäre ein generelles Puppenverbot selbst dann nicht gerechtfertigt. Die Politik verbietet auch keine Autos, nur weil es Verbrecher gibt, die damit in Weihnachtsmärkte rasen und insbesondere auf diese Weise auch Kinder umbringen. Und die Politik verbietet verbietet auch keine Feuerwerkskörper, obwohl es einige Spinner gibt, die damit auf Menschen zielen. Auch Kinder können ganz leicht durch missbräuchlich verwendete Feuerwerkskörper verletzt werden. Dennoch ist Feuerwerk an Silvester immer noch erlaubt. In so ziemlich allen anderen Bereichen, vor allem wenn es nicht um Sexualität geht, wird die individuelle Freiheit als hohes Gut geschätzt. Dabei stehen weder Autos und schon gar nicht Feuerwerkskörper in einem wichtigen gesundheitlichen Zusammenhang für Betroffene. Dennoch hat man kein Problem damit Liebespuppenkinder nur aufgrund von nicht beweisbaren Behauptungen und Vorurteilen zu verbieten. Das wird immer so weitergehen, wenn wir uns nicht endlich in Masse entschlossen mit allen legalen demokratischen Mitteln wehren.
"Die genannten "best practices" treffen indes nur auf Menschen mit pädophiler Störung zu."
Wenn keine Fremdgefährdung vorliegt, können auch Menschen mit "pädophiler Störung", die "best practices" getrost vergessen.
"... kein Mensch sucht sich irgendwelche Gedanken aus, sondern diese hängen zusammen mit der Präferenz, die auch keine freiwillige Entscheidung ist."
Richtig - und gehe noch einen Schritt weiter: Selbst wenn Sexualpräferenzen und entspr. Gedanken frei wählbar wären, und jemand sich für Pädophilie entscheiden würde, ließe sich davon noch lange keine Fremdgefährdung ableiten. Auch etwaige Gründe für eine solche Wahlentscheidung, gingen dann niemanden etwas an, genausowenig wie die Präferenz und die Gedanken als solche.
Ich muss nochmal auf den letzten Kommentar von Zweifelnd eingehen, weil ich den so nicht stehen lassen kann, auch wenn die Debatte darüber eigentlich schon vorbei ist. Ich bin zwar kein Erzieher, aber auch pädophil und fühle mich durch die Argumentation, wie hier pädophile Gedanken verurteilt werden, indirekt angegriffen Ich richte mich daher direkt an Zweifelnd: Du schreibst, eigentlich möchtest Du uns nichts böses, sondern nur Dein Unbehagen ausdrücken, wenn ein Pädophiler sexuelle Gedanken an Kinder hat. Ich glaube Dir das, aber ich möchte dazu folgendes sagen: Auch ich habe Gedanken, die bei mir ungute Gefühle auslösen, z.B. betrifft dies sadomasochistische Praktiken und Fantasien, weil der Gedanke des Zusammenhangs von Sexualität und Gewalt für mich unerträglich ist. Dennoch würde ich niemanden verurteilen, der diese Gedanken hat, denn dies steht mir überhaupt nicht zu. Denn Gedanken schaden niemanden und gehören zur privaten Lebensführung, die niemanden etwas angehen. Du aber verurteilst Gedanken und stellst diese auch teilweise auf eine Vorstufe zum Vergehen von Verbrechen. Dies finde ich ehrlich gesagt ziemlich menschenverachtend, denn Gedanken gehören zur Natur des Menschen und kein Mensch sucht sich irgendwelche Gedanken aus, sondern diese hängen zusammen mit der Präferenz, die auch keine freiwillige Entscheidung ist. Du schreibst zwar, dass Du keinen orwellschen Überwachungsstaat haben möchtest, aber mit der Verurteilung von Gedanken leistest Du einer gesellschaftlichen Entwicklung Vorschub, die genau dieses einführen könnte. Daher möchte ich nochmal betonen, dass Gedanken allein niemals Schaden anrichten können und diese aus gutem Grund frei sind. Wenn die Gedanken nicht mehr frei sind, dann ist das Ende jeder Demokratie und jeder menschlichen Gemeinschaft. Selbst die schlimmsten Diktaturen haben es nicht vermocht, die Freiheit der Gedanken abzuschaffen. Daher möchte ich Dir eine Strophe eines alten Liedes auf den Weg geben, das gerade für Menschen, die unter Unfreiheit gelitten haben, ein große Trost war:
Die Gedanken sind frei,
wer kann sie erraten,
sie fliehen vorbei
wie nächtliche Schatten.
Kein Mensch kann sie wissen,
kein Jäger erschießen,
es bleibet dabei:
die Gedanken sind frei.