Vor kurzem wurde ich im Rahmen einer Diskussion im P-Punkte-Forum auf einen Blogpost aufmerksam gemacht, der sehr fragwürdige und vor allem problematische Ansichten zum Thema Pädophilie aufzeigt. Der Autor des Posts widerspricht der Auffassung, dass zwischen Pädophilie und Pädokriminalität unterschieden werden muss und behauptet weiter, dass Sexualität „Macht- und Macht-als-Gewalt-Verhältnisse“ verkörpere. Daraus folgert er, dass selbst die sexuelle Fantasie über ein Kind dazu führe, dass das Kind "entmachtet" werde. Zusammenfassend kann man sagen, dass der Autor Pädophilie geradezu als ein Gedankenverbrechen sieht.

Verständlicherweise stieß dieser Beitrag auf viel Kritik. Neben einem Kommentar, der die im Blogpost gezeigte Denkweise zu Recht als geradezu orwellianisch kritisierte, kommentierte auch ein User des P-Punkte-Forums den Post und wies darauf hin, dass die sexuellen Fantasien an sich niemandem schaden, zudem prangerte er die Inkonsequenz dieser Denkweise an, da man ja demnach auch alle teleiophilen Fantasien problematisieren müsste.

Der Autor des Artikels reagierte auf diese Kritik mit sehr schwachen Gegenargumenten, er widersprach u.a. auch der Auffassung, dass Menschen grundsätzlich sexuelle Wesen sind.

Ich selbst hinterließ ebenfalls einen Kommentar, in welchem ich u.a. darauf hinwies, dass gerade die Darstellung von Pädophilie als Gedankenverbrechen die Risikofaktoren für die Nutzung von Missbrauchsabbildungen und auch direkte sexuelle Übergriffe erhöht. Freigegeben wurde mein Kommentar jedoch nicht. Daher poste ich ihn jetzt einmal hier:

Gerade diese Gleichsetzung von Pädophilie mit Missbrauch, oder wie hier, die Darstellung von Pädophilie als Gedankenverbrechen, fördert die Risikofaktoren für Missbrauch und Missbrauchsabbildungen extrem.
Wenn es rechtlich keinen Unterschied mehr machen würde, ob man bloße Fantasien mit Kindern hat (die faktisch niemandem schaden) oder tatsächlich Missbrauchsabbildungen konsumiert oder sogar einen Übergriff begeht, würden die sexuellen Gedanken eines Pädophilen dadurch nicht verschwinden, sondern es würde eher dazu führen, dass deutlich mehr Menschen mindestens zu Missbrauchsabbildungen greifen würden.
Ein rein faktenbasierter Umgang mit dem Thema Pädophilie, und damit also auch die Entstigmatisierung des Themas, ist Voraussetzung, wenn man Kinder wirklich schützen will.

“Sexualität verkörpert Macht- und Macht-als-Gewalt-Verhältnisse.”
Das ist schlichtweg falsch. Sexualität hat erstmal grundsätzlich nichts mit Ausübung von Macht zu tun - und Pädophilie speziell auch nicht. Vielmehr ist Pädophilie der (in der Realität nicht mögliche) Bedürfniswunsch, ein Kind als Partner auf Augenhöhe zu haben.
Und aus diesem Bedürfniswunsch entwickelt sich auch nicht zwangsweise ein Handlungswunsch (d.h. Planung eines tatsächlichen sexuellen Übergriffes). Pädophile sind nicht automatisch gefährlicher als andere Menschen. Pädophile haben die gleiche Fähigkeit zur Selbstkontrolle wie jeder andere normale Mensch auch.

Als Reaktion auf die kritischen Kommentare hat der Autor inzwischen mehrere Updates veröffentlicht, in welchen er diejenigen Personen, die seine orwellianische Haltung kritisieren, als "Pro-Pädophilie-Polizei" bezeichnet, und die Fantasien pädophiler Menschen als "Müll".
Mittlerweile wurde der Großteil der Kommentare vom Autor wieder gelöscht. In einem weiteren Update wird dieses Vorgehen damit begründet, dass "wir entschieden haben den Befürwortern und Normalisierern hier zumindest keine Plattform bieten zu wollen."
Übersetzt heißt dies offensichtlich nichts anderes als: "Ich habe den Argumenten meiner Kritiker nichts entgegenzusetzen, darum lasse ich sie einfach gar nicht zu Wort kommen, damit keiner merkt, dass ich hier nur gequirlte Scheiße von mir gebe."

Es ist allgemein immer wieder auffallend, dass viele Leute der Kritik pädophiler Menschen am gesellschaftlichen Umgang mit Pädophilie keine sachlichen Argumente entgegenzusetzen haben. Stattdessen halten sich die Leute im übertragenden Sinne die Ohren zu und rufen: "La la la, ich kann dich nicht hören!" Und so kindisch diese Reaktion ist... attraktiv ist das echt nicht.

Hört uns endlich mal richtig zu. Und wie sagte schon "Ekel" Alfred Tetzlaff: 

Wenn man keine Ahnung hat, dann hält man bescheiden die Schnauze.