Fragen über Fragen

Zu dem Thema Pädophilie existieren bei vielen Menschen Vorstellungen und Annahmen, die sich oft nicht wirklich mit der Realität decken. Die meisten haben höchstens ein theoretisches Wissen zu dem Thema, nur die wenigsten haben je bewusst mit einem pädophilen Menschen gesprochen. Dadurch ergeben sich nur wenige Gelegenheiten, bei denen ein Austausch mit uns statt finden kann und Fragen beantwortet werden können, die Nicht-Pädophile Menschen zu dem Thema haben. Aus dem Grund haben Ruby und ich uns im Juli dazu entschieden, auf der deutschsprachigen reddit-Community ein AmA (Abkürzung für "Ask me Anything", also "frag mich alles") durchzuführen. Wir haben uns dort also kurz vorgestellt und dann auf Fragen geantwortet, welche die Besucher des AmA an uns gestellt haben.

Auch wenn das AmA insgesamt ziemlich positiv abgelaufen ist und fast ausschließlich konstruktive und wohlwollende Fragen und Kommentare kamen, so ist die Aktion doch ein bisschen mit einem Wermutstropfen geendet. Das AmA wurde auf einem englischsprachigen Subreddit verlinkt, wo ziemlich negativ darauf reagiert wurde. Wenig später wurde unser Account von der reddit-Administration gesperrt mit der Begründung, dass wir sexuelle Inhalte mit Minderjährigen verbreitet hätten. Auf Nachfragen wurde nicht reagiert. Das AmA ist heute zwar immer noch abrufbar, ist aber nicht mehr auf r/de_IAmA gelistet und kann über die reddit-Suchfunktion nicht mehr gefunden werden.

Damit das AmA nicht ganz verloren geht wollen wir hier einige der gestellten Fragen und Antworten zusammenstellen. Das AmA kann man in seiner Gesamtheit hier abrufen: Link

Übersicht aller Fragen

Fragen zu unserer Partnerschaft

Fragen zur pädophilen Neigung

Fragen zur Sexualität

Fragen zum Umgang mit Kindern

Fragen zum sozialen Umfeld

Fragen zur Therapie

Fragen zu Straftaten

Das AmA

Fragen zu unserer Partnerschaft


Seid ihr zusammen glücklich? Habt ihr ein erfülltes (Sexual)Leben, oder fehlt euch was? (von walter-lego)

Antwort von Ruby:
Ich bin so glücklich wie schon lange nicht mehr seit ich mit Sirius zusammen bin und fühle mich wie ein verliebter Teenie :) In früheren Beziehungen hatte ich oftmals das Gefühl nicht richtig akzeptiert zu werden. Ich bin gerne albern und lache viel, das empfinden viele als unreif und/oder störend. Das ist jetzt natürlich ganz anders, da da jemand ist, der z.B gerade diese kindliche Seite an mir mag. Wir können generell über alles offen reden, was ich als echte Erleichterung empfinde. Mir fehlt auch sexuell nichts, weil wir die Neigung z.B durch Rollenspiele in unser Sexleben miteinbeziehen.


Fühlt es sich irgendwie falsch an das 'kindliche' sexuell an der anderen Person zu mögen oder in Rollenspielen so zu tun als ob sie/er ein Kind ist? (von Daily_Jesus)

Antwort von Sirius:
Falsch fühlt es sich überhaupt nicht an, sonst würde ich das nicht machen wollen :)

Wir haben beide eine recht ausgeprägte kindliche Seite, und wissen das natürlich am jeweils anderen auch wert zu schätzen. Das sehe ich nicht als verwerflich an, im Gegenteil finde ich es toll, dass das so gut passt.

Antwort von Ruby:
Für mich fühlt es sich nicht falsch an, im Gegenteil. Ich finde das diese Seite viel zu selten von Leuten wertgeschätzt wird. Sich sein inneres Kind zu bewahren hat etwas sehr freies, unbeschwertes. Und, wenn man das wie in unserem Fall eben ein wenig steigert, dann ist das aus meiner Sicht nichts verwerfliches, da wir es ja beide genießen. Falsch wäre es bloß ein reales Kind da mit rein zu ziehen.


Wollt ihr selbst irgendwann Kinder und wird dieses Thema in der Therapie besprochen? (von SoKelevra)

Antwort von Ruby:
Eigene Kinder sind natürlich auch manchmal Thema zwischen uns und auch mit meinem Therapeuten habe ich darüber schon gesprochen. Ich kann mir das auf jeden Fall in Zukunft einmal vorstellen, da ich an sich schon jemand bin die sich gerne um andere kümmert. Im Moment ist nur einfach noch nicht der passende Zeitpunkt dafür - wie so häufig.

Antwort von Sirius:
Eigene Kinder könnte ich mir auch durchaus vorstellen, aber für die nähere Zukunft ist das erst mal noch kein Thema.

Fragen zur pädophilen Neigung

Wie definiert ihr Pädophilie? Ich nehme an ein Mensch der auf Säuglinge steht ist nochmal was anderes als jemand der auf Kinder steht die schon gehen und sprechen können? (von carottus_maximus)

Antwort von Sirius:
Pädophilie zu sein heißt, dass man sich zu Kinder hingezogen fühlt, die noch nicht die Pubertät erreicht haben. Das umfasst erst mal alles unter etwa 12 Jahren, aber die meisten pädophilen Menschen haben einen bestimmten Altersbereich, zu dem sie sich besonders hingezogen fühlen. Für Menschen, die sich zu Säuglingen hingezogen fühlen verwendet man manchmal auch den Begriff Nepiophilie (seltener auch Infantophilie), aber das ist eher sowas wie eine Unterkategorie der Pädophilie.


Eurer Erfahrung nach, wie viele weibliche Pädophile Menschen gibt es? (von Greeni170)

Antwort von Ruby:
Also meiner Erfahrung nach...Nicht ganz so viele, zumindest habe ich bisher keine näher kennengelernt. Einige sind mir online über den Weg gelaufen, bei denen ich aber nicht garantieren würde, dass sie wirklich pädophil waren. Im Allgemeinen denke ich, sind es aber doch ähnlich viele wie Männer, vielleicht ist die Tatsache, dass Frauen gesellschaftlich einfach anders betrachtet werden als Männer, nämlich viel häufiger in einer mütterlichen, fürsorglichen und schwächeren Rolle, dafür verantwortlich. Dadurch können sich viele Menschen einfach nicht vorstellen, dass Frauen ebenfalls pädophil sein können - Vielleicht kommen noch andere Gründe dazu, viel ist darüber leider nicht bekannt. Übergriffe durch Frauen sind ja hin und wieder doch mal Thema, aber auch da stellt sich eben die Frage ob diese Frauen wirklich pädophil sind oder aus anderen Gründen (Sadismus, Macht, Rache am Exmann, leichte Verfügbarkeit etc.) im Normalfall geht es bei der Pädophilie aber genauso wenig um Macht und Gewalt wie bei Hetero - oder Homosexuellen.


Wenn sie dieses Teil von ihren Persönlichkeiten wegwünschen könnten, würden sie es tun? (von JakeYashen)

Antwort von Ruby:
Nein, ich wünsche mir die Pädophilie nicht weg, ich komme damit gut zurecht und mag die Gefühle, die damit einhergehen :) Vielleicht sähe das anders aus, wenn ich ausschließlich Interesse an Kindern hätte, aber da ich auch in der Lage bin erfüllende Beziehungen mit Erwachsenen zu führen, ist das für mich vollkommen in Ordnung.

Antwort von Sirius:
Ich würde mir die Pädophilie auch nicht weg wünschen, ich komme heute gut damit klar und es belastet mich nicht mehr, und ist zu einem Teil meiner Persönlichkeit geworden mit dem ich auch Positives verbinde. Zum Beispiel hätte ich ohne die Neigung viele interessante Menschen nie kennen gelernt, und wäre wohl nie mit Ruby zusammen gekommen :)


Was würdet ihr anderen Leuten, die auch Pädophile Neigungen haben, empfehlen bzw. sagen? (von Myzel394)

Antwort von Ruby:
Zuerst einmal, dass sie keine Monster sind, sondern Menschen mit der Fähigkeit sich selbst kritisch zu hinterfragen und dann so zu handeln wie sie selbst es wollen, nicht wie die Gesellschaft von ihnen denkt, dass sie handeln werden. Außerdem vielleicht, dass es okay ist seine Fantasie zu benutzen, dass man sich nicht selbst verurteilen und schuldig fühlen braucht, nur weil man eben Kinder mag - es gibt keine Opfer in der Fantasie.

Antwort von Sirius:
Hm, das hängt natürlich davon ab, in welcher Lebenslage sich die Person befindet. Ich antworte mal mit dem, was ich selber gerne so mit 14-15 gehört hätte, als sich für mich langsam herauskristallisierte, dass ich diese Neigung haben könnte und was die Gesellschaft so von uns denkt.

Ich würde mir sagen wollen, dass es nichts schlimmes ist Kinder attraktiv zu finden und sich zu ihnen sexuell hingezogen zu fühlen. Dass man deswegen kein schlechter oder kranker Mensch ist, sondern halt nur anders… was auch völlig in Ordnung ist. Dass es das wichtigste ist, wie man handelt und nicht was man fühlt und denkt, weil Gefühle nie etwas Falsches oder Schlechtes sind, wofür man sich schämen braucht. Dass zu einem Übergriff immer eine bewusste Entscheidung gehört und es nichts ist, was einfach so passiert und dass man sich deswegen nicht jeden Tag seines Lebens mühsam kontrollieren muss, nur um kein Kind anzufallen. Und dass es auch mit pädophilen Neigungen möglich ist, ein glückliches und zufriedenes Leben zu führen und man nicht dazu verdammt ist, ein trauriges und einsames Leben in Isolation zu führen.


Was war eure Reaktion als ihr es realisiert habt das ihr pädophil seid oder pädophile Neigungen habt? (von Yoshi2501)

Antwort von Ruby:
Ich habe mir gesagt, dass ich ja gar nicht pädophil sein kann, weil Pädophile doch Kinder mögen und zu dem Zeitpunkt empfand ich Kinder eigentlich bloß als laut und nervig. Das hat sich erst die letzten Jahre bei mir geändert (vielleicht wird man einfach reifer?) Ich sah mich selbst also lange als "etwas merkwürdig", aber nicht als pädophil, obwohl ich regelmäßig Fantasien hatte in denen Kinder vorkamen. Etwas paradox das ganze.

Antwort von Sirius:
Hm, also ich habe das für viele Jahre nicht wahrhaben wollen und versucht, zu verdrängen. Lange Zeit hatte ich noch die Hoffnung dass sich das geben würde, wenn ich erst einmal älter werde. Als ich mir das dann mit Anfang 20 schließlich eingestanden habe, hat mich vor allem erst einmal die Vorstellung erschüttert und in eine tiefe Depression gestürzt dass das bedeuten könnte, dass ich nie eine erfüllende Beziehung oder Nähe erleben kann.


Wann habt ihr zum ersten mal realisiert das ihr pädophil seid? (von XRustyPx)

Antwort von Ruby:
Zum ersten Mal wahrgenommen habe ich die Neigung mit ca. 15, als ich zufällig auf das Thema Shotacon im Anime - und Mangabereich gestoßen bin. Mir gefielen die jüngeren Charaktere sofort deutlich besser als die sowieso schon meist sehr jung wirkenden Erwachsenen. Ich habe mir lange eingeredet, dass sich mein Interesse nur auf diese Zeichnungen bezieht und nicht auf reale Kinder. Im Nachhinein betrachtet habe ich mich schon mit 11-12 zu jüngeren Jungs hingezogen gefühlt, ich war zum Beispiel einmal in dem Alter in einen 6 Jährigen verliebt, habe mir dabei aber nicht so viel gedacht damals, wir waren eben beide Kinder. Mit 16-17 wurde mir dann immer klarer, dass ich mich auch für echte Kinder interessiere, ich empfand das allerdings nie wirklich als problematisch, weil ich wusste, dass es bloß Fantasien sind und ich ja auch an Gleichaltrigen Interesse gezeigt habe.

Antwort von Sirius:
Zum ersten Mal wirklich realisiert habe ich das mit dem Anbeginn der Pubertät, als ich selber noch ein Kind war. Zu der Zeit habe ich mir da noch keine großen Sorgen drum gemacht, da die Mädchen die ich interessant fand maximal ein paar Jahre jünger waren als ich und ich noch dachte, dass die sicherlich auch älter werden wenn ich älter werde. Das ist aber nie passiert, und irgendwann habe ich das einfach versucht zu verdrängen, da mir auch ziemlich schnell klar war wie so über Menschen gedacht wird, die sich zu Kindern hingezogen fühlen. Richtig anerkannt habe ich das dann erst mit Anfang 20, und es hat noch einige Jahre gedauert bis ich es dann auch halbwegs akzeptiert habe und damit leben konnte.


Habt ihr euch früher Vorwürfe gemacht/euch schlecht gefühlt für eure Präferenzen? Oder tut ihr es sogar immer noch? von Moryyy)

Antwort von Ruby:
Ich habe mich tatsächlich nie schuldig gefühlt aufgrund meiner Fantasien. Warum weiß ich gar nicht so genau, ich vermute es liegt zum Teil daran, dass man über pädophile Frauen selten etwas hört und auch meist nur Männer in den Nachrichten als böse Kinderschänder dargestellt werden. Ich habe mich nicht wirklich betroffen oder angesprochen gefühlt. Ich hab mich etwas seltsam gefühlt, aber das habe ich sowieso schon mein Leben lang, das war etwas normales für mich, deshalb habe ich die Neigung eigentlich fast sofort akzeptiert. Für mich war klar, das sind meine Fantasien, die gehören mir und sie schaden niemandem. Warum also ein Problem daraus machen?

Antwort von Sirius:
Ich habe mich früher sehr lange geschämt für meine Neigungen und mich deswegen schuldig gefühlt. Ich hatte das Gefühl, dass es nur eine Frage der Zeit sei bis ich einem Kind etwas antue, da dies ja das ist was man in den Medien und auch sonst so immer und immer wieder hört. Das wollte ich natürlich nicht, und so habe ich mich ziemlich innerlich zerrissen wenn ich mal ein Kind gesehen habe, dass mir gefallen hat, da das direkt negative Gedankenspiralen bei mir ausgelöst hat. Heute hat sich das bei mir zum Glück wesentlich entspannt und ich kann den Anblick eines für mich attraktiven Kindes inzwischen einfach schön finden, ohne in diese negativen Spiralen abzurutschen. Auch verurteile ich mich nicht mehr für meine Neigungen und habe sogar gelernt, da positive Aspekte raus zu ziehen.


Würdet ihr Pädophilie selbst als "Störung" bezeichnen oder seht ihr es als "normale" sexuelle Vorliebe? von Moryyy)

Antwort von Ruby:
Ehrlich gesagt ist mir fast egal ob Pädophilie nun eine Störung ist oder eine sexuelle Orientierung. Für mich ist es normal, ich empfinde eben so wie ich es tue und das ist auch nicht änderbar. Persönlich sehe ich die Neigung eher als eigene Orientierung, da sich viele Pädophile auch in Kinder verlieben, es also nicht ausschließlich um sexuelle Wünsche geht. Ich habe sogar einmal einen asexuellen Pädophilen kennengelernt. Es gibt nichts, was es nicht gibt, ich finde daran nichts verkehrt.

Antwort von Sirius:
Ich sehe die Pädophilie ganz eindeutig als auf das Alter bezogene Orientierung, ähnlich wie Hetero-, Homo- und Bisexualität auf das Geschlecht bezogene Orientierungen sind. Die Pädophilie hat nämlich einige wesentliche Eigenschaften, die sie sich mit anderen sexuellen Orientierungen teilt, nämlich unter anderen:

  • Niemand sucht sie sich bewusst aus
  • Sie tritt meistens sehr früh im Leben auf, also mit Anbeginn der Pubertät
  • Sie kann im späteren Leben nicht mehr geändert oder "geheilt" werden
  • Die meisten pädophilen Menschen finden Kinder nicht nur sexuell attraktiv, sondern fühlen sich auch emotional zu ihnen hingezogen und verlieben sich in sie

Deswegen sind auch viele Wissenschaftler heute der Meinung, dass man die Pädophilie als sexuelle Orientierung betrachten kann und die psychiatrischen Diagnosekataloge rücken auch zunehmend davon ab, die Pädophilie noch als Störung zu listen.


Das Wohlergehen und die Sicherheit kleiner, unschuldiger Kinder ist viel wichtiger als der Fetisch kranker, erwachsener Menschen, die sich in die Opferrolle kleiden. (von bebsontz)

Antwort von Ruby:
Niemand von uns kleidet sich in eine Opferrolle und die Sicherheit von Kindern liegt uns genauso am Herzen wie dir. Weshalb kann es deiner Meinung nach denn nicht sein, dass wir unsere Fantasien miteinander, als zwei mündige, erwachsene Menschen ausleben? Wir sind beide der Ansicht, dass Sexualität zwischen Erwachsenen und Kindern nicht sein darf, warum also denkst du, dass wir uns dazu gegenseitig antreiben würden? Pädophilie ist zudem kein Fetisch, denn Kinder sind keine Objekte.

Antwort von Sirius:
Das Wohlergehen und die Sicherheit von Kindern liegt uns genauso am Herzen wie dir. Ich lese aus deinem Beitrag die Angst heraus, dass wir uns durch das Ausleben der Fantasien desensibilisieren, bis wir irgendwann dazu in der Lage sind ein Kind tatsächlich zu missbrauchen. Wir können aber, genauso wie die meisten anderen Menschen auch, zwischen Fantasie und Realität unterscheiden. Eine Fantasie zwischen zwei einvernehmlichen Erwachsenen auszuleben ist nun einmal etwas völlig anderes, als ein Kind tatsächlich real zu missbrauchen.

Meiner Erfahrung nach ist es wesentlich gesünder die Fantasien in einem passenden Rahmen auszuleben und zu genießen, in dem niemand zu Schaden kommt, als sich dafür zu verurteilen und zu versuchen, sie zu verdrängen. Die pädophile Neigung ist nun einmal vorhanden und kann auch nicht abgestellt werden, zu versuchen sie zu unterdrücken wird nur dazu führen, dass die Gedanken irgendwann an die Oberfläche drängen wenn es am wenigsten passend und womöglich tatsächlich gefährlich ist.

Man kann das vielleicht vergleichen mit gewaltbeinhaltenden Videospielen. Es gibt Millionen von Menschen, die regelmäßig virtuell Massenmorde begehen und alle möglichen Gewaltakte durchführen, und Gefallen daran finden. Trotzdem werden die meisten davon nie in der Lage sein, einem Menschen in echt sowas anzutun oder dies plötzlich gut finden, nur weil sie es zigmal virtuell durchgespielt haben.

Fragen zur Sexualität

Was genau findet ihr an Kindern attraktiv? (von carottus_maximus)

Antwort von Ruby:
Das kannst du dir in etwa so vorstellen, dass du bestimmte Attribute anziehend findest die das verstärken woran du Interesse hast... Frauen die nicht pädophil sind finden vielleicht einen muskulösen Oberkörper ansprechend, eben typisch männliche Attribute. Bei mir sind es Attribute die die Kindlichkeit (in meinem Fall eben die von Jungs im Besonderen) unterstreichen. Beispielsweise die kindliche Statur, das Kindchenschema (große Augen, rundes Gesicht) weiche Haut und Haare, das Gefühl diesen kleinen Menschen beschützen zu wollen...man kann sagen es ist eine Mischung aus süß finden und begehren, so ähnlich ist es bei Heteromännern auch Frauen gegenüber, nehme ich an.

Antwort von Sirius:
Charakterlich vor allem ihre neugierige und wissbegierige Natur, ihre Unbefangenheit, Verspieltheit und Unbeschwertheit. Ich finde es toll wie Kinder denken ohne in den festgefahrenen Kategorien der Erwachsenenwelt gefangen zu sein, und wie sie ihre Welt wahrnehmen und entdecken. Das Kindergeschrei, dass dich vermutlich so nervt, ist für mich ein Ausdruck purer und unverfälschter Lebensfreude ;)

Körperlich gefällt mir an Kindern gerade die Abwesenheit typisch erwachsener Reize, also dass sie keine Brüste haben, keine Körperbehaarung, keine nennenswerten Rundungen und so weiter.


Wie fantasiert man über sowas? (von carottus_maximus)

Antwort von Ruby:
Nunja, es ist besonders die Neugier und Unerfahrenheit die für mich eine entscheidene Rolle spielt. Mir gefällt der Gedanke, dass man einem Kind angenehme, neue Gefühle zeigt ohne, dass es weiß was genau man da tut. Ähnlich wie bei Sirius läuft das aber immer auf der frewilligen Ebene ab, ich stelle mir also keine Vergewaltigung vor, ich gehe auch nicht grob in Gedanken mit dem Kind um oder verletze es. In der Fantasie macht es dem Kind Spaß und es zeigt Interesse an dem Geschehen. Mit Dominanz haben die Vorstellungen für mich nichts zu tun.

Antwort von Sirius:
Das ist ganz unterschiedlich. Manchmal stelle ich mir vor, dass das Kind genauso Interesse an Sex hat wie jemand, der die Pubertät schon durchlaufen hat. Manchmal gefällt mir auch die Vorstellung, dass das Kind noch gar keine Ahnung hat und neue, bisher unbekannte Sachen lernt… Die Fantasien sind bei mir aber immer einvernehmlich, das heißt dem Kind gefällt was auch immer ihr passiert. Um Dominanz geht es eigentlich gar nicht, bzw wenn ist eher das Kind der dominierende Part.


Mein Freund und ich spielen gerne Vergewaltigungsfantasien aus. Natürlich wäre es falsch, wenn mein Freund so etwas tatsächlich ausübte...aber im Schlafzimmer gibt es keine Probleme damit, da alles total einvernehmlich ist. Würden sie sagen, dass es genauso mit der Pädophilie ist? (von JakeYashen)

Antwort von Ruby:
Ich würde sagen das kann man schon miteinander vergleichen. Beides sind Fantasien die nichts mit der Realität zu tun haben und die zwei erwachsene Menschen miteinander im gegenseitigen Einverständnis ausleben. Ich halte es auf jeden Fall für gesünder seine Wünsche auf diese Art bewusst zuzulassen und als angenehm zu erleben, als sie zu versuchen krampfhaft zu unterdrücken und sich selbst dafür zu geißeln.

Antwort von Sirius:
Ja, ich sehe das auch ähnlich. Ich denke mal so ziemlich jeder hat Fantasien, die er nie im realen Leben ausleben würde. Vergewaltigungsfantasien, Gewaltfantasien, oder eben sexuelle Fantasien mit Kindern… ich denke das lässt sich grundsätzlich schon vergleichen. Wichtig ist meines Erachtens nach nicht, was jemand denkt, sondern wie jemand handelt. Solange alles im Kopf oder zwischen erwachsenen, einvernehmlichen Partnern geschieht sehe ich kein Problem mit Fantasien, egal wie diese aussehen.


Aus biologischer Sicht sollte ja alles ab Pubertät sexuell attraktiv sein, ist das bei euch genau umgekehrt und ihr verliert Interesse sobald ein Mensch die Pubertät hinter sich hat? Oder seid ihr auch an erwachsenen Menschen interessiert nur nicht so stark? (von carottus_maximus)

Antwort von Ruby:
Bei mir hört das Interesse an Kindern sogar deutlich vor der Pubertät auf, ab da wo sie schon wie "kleine Erwachsene" aussehen und selbstständiger sind, was geschätzt so ab 7 Jahren der Fall ist. Bei mir ist die Neigung also fast ausschließlich auf Kleinkinder ausgerichtet. Dann gibt es bei mir eine große Alterslücke bis nach der Pubertät wo es dann wieder anfängt bei etwa Gleichaltrigen, ab da wo man auf einer ähnlichen Ebene kommunizieren kann und einfach andere Eigenschaften wichtiger sind, beispielsweise für eine Partnerschaft. Mein (sexuelles) Interesse an erwachsenen Männern ist in etwa gleich stark wie das für Jungs, nur, dass bei Männern noch eine andere emotionale Dynamik dazukommt. Ich war auch noch nie in einen Jungen verliebt seit ich selbst in der Pubertät war.

Antwort von Sirius:
Grob gesagt ja. Ich fühle mich auch zu erwachsenen Frauen hingezogen, das heißt das Interesse verschwindet nicht ganz, aber es wird doch geringer und anders sobald man Anzeichen pubertärer Entwicklung erkennen kann. Bei Jungs ist es tatsächlich so, dass bei mir jedes Interesse verschwindet sobald irgendein Anzeichen körperlicher Reife zu erkennen ist, da ich Männer so ziemlich gar nicht ansprechend finde.

Fragen zum Umgang mit Kindern

Ist es euch unangenehm wenn ihr mit Kindern alleine seid? (von Gorillapatrick)

Antwort von Ruby:
Warum sollte es mir denn unangenehm sein mit einem Kind alleine zu sein? Es kommt an sich selten vor, aber im Prinzip geht es mir da wie dir, wenn du mit einer xbeliebigen Frau oder einem Mann alleine bist. Entweder finde ich das Kind attraktiv oder nicht. Die meisten Kinder sind für mich relativ neutrale Menschen (Mädchen sowieso) , sofern ich sie nicht näher kenne oder sie durch etwas positiv oder negativ auffallen. Wenn ich einen Jungen attraktiv finde, dann ist das halt so, vielleicht bin ich dann auch mal nervös, aber das heißt ja nicht, dass ich ihm das sagen muss oder ihn deswegen bedränge. Ich entziehe mich solchen Situationen nicht absichtlich und ich verbiete mir selbst auch nicht, ein schönes Kind mal anzuschauen oder anzulächeln, das ist doch etwas völlig normales.

Antwort von Sirius:
Früher war es mir sehr unangenehm. Einmal weil es mir selber sehr schwer gefallen ist, mit den Gefühlen klar zu kommen, die solche Situationen bei mir ausgelöst haben und ich mit der starken Angst gekämpft habe, irgendwann vielleicht doch einmal übergriffig zu werden. Zudem hatte ich Angst, dass mir Umstehende ansehen könnten, dass mit mir "etwas los ist". Insgesamt waren das für mich immer sehr stressige Situationen.

Erst im Laufe der letzten Jahre hat sich das bei mir merklich entspannt. Das liegt auch daran, dass ich gelernt habe die Neigung für mich zu akzeptieren und mich nicht mehr für meine Gefühle zu verurteilen. Es gibt halt Kinder, die ich attraktiv finde, und das ist an sich ja erstmal nichts schlimmes. Und generell denkt ja niemand daran, dass man pädophil sein könnte. Heute sind solche Situationen also eher etwas Schönes für mich.


Wie steht ihr zu Situationen wo viele leicht bekleidete Kinder anwesend sind (zB Freibad)? (von Viethen)

Antwort von Ruby:
Ich genieße solche Situationen durchaus, es ist einfach ein schöner Anblick - im Grunde verhalte ich mich aber wie immer. Kinder haben noch keine anerzogene Scham, für sie ist es etwas normales nackt zu sein und dieses Gefühl der Freiheit finde ich total schön anzusehen und irgendwie auch bewundernswert.


Wie verhaltet ihr euch, wenn ihr Kinder ohne Klamotten seht, bzw. ist das für euch ein "Hingucker"? (von Rexidexi)

Antwort von Ruby:
Fotos von fremden Kindern zu machen halte ich für ziemlich unangemessenes Verhalten, das gehört sich einfach nicht und ich kann verstehen, dass da einige besorgt sind. Dass man Kindern deswegen aber nicht mehr erlauben möchte nackt zu spielen, nur weil der Anblick ja jemandem gefallen könnte finde ich dagegen übertrieben und auch unnötig. Den Kindern ist es in der Regel egal wer sie so sieht und solange man sie nicht belästigt indem man hingeht oder sie anstarrt, sehe ich dabei kein Problem. Wenn sich die Gelegenheit bietet, am See oder im Schwimmbad z.B., schaue ich zwischendurch schonmal unauffällig hin, ansonsten verhalte ich mich aber normal, wie sonst auch. Ich schätze das gleiche würden Heteros auch machen, wenn ihnen eine attraktive Person nackt entgegenläuft.

Fragen zum sozialen Umfeld

Wissen Freunde und Familie über eure Neigung bescheid? Falls ja wie geht ihr und auch die anderen Beteiligten damit um und wie habt ihr es ihnen erzählt? (von Flooppyy)

Antwort von Ruby:
Ich habe es meiner Mutter spontan an Silvester erzählt, weil wir selten Gelegenheit haben uns alleine zu unterhalten. Sie hat sich eigentlich mehr Sorgen darum gemacht, dass ich furchtbar krank sein könnte, als ich ihr so eine dramatische Ankündigung machte, dass ich ihr etwas erzählen möchte. Sie hat letzten Endes ziemlich gelassen reagiert, hat mir ein paar Fragen gestellt, wie das für mich so wäre im Alltag. Sie macht sich da keine Sorgen und meinte sogar zu mir, dass sie sich gut vorstellen könnte, dass ich einmal ein eigenes Kind habe. Es ist seitdem schon vorgekommen, dass sie mich auf einen niedlichen Jungen aufmerksam gemacht hat den sie irgendwo gesehen hat :D Meine beste Freundin wusste es im Grunde schon recht früh, sie hat damit kein Problem, sagte sogar einmal zu mir, dass sie es nachvollziehen könne, auch wenn sie meine Neigung nicht teilt. Wir machen untereinander häufiger mal Scherze diesbezüglich.

Antwort von Sirius:
Ich habe das bisher nur meiner Mutter erzählt. Das war für mich eine ziemlich nervenaufreibende Angelegenheit. Ich hab ihr eine Woche vorher angekündigt, dass ich ihr etwas erzählen möchte, und mich dann lange darauf vorbereitet und überlegt, wie das Outing ablaufen könnte und wie ich dann reagieren könnte. Hinterher war sie dann wohl ziemlich überfordert und schockiert, hat sich dann aber damit abgefunden und versucht es zumindest zu verstehen.


Was wünscht ihr sollte die Gesellschaft über Pädophilie wissen? (von nilsmoody)

Antwort von Ruby:
Ich wünsche mir besonders, dass wenn in den Nachrichten über Missbrauchsfälle berichtet wird, das Wort pädophil nicht automatisch dazu genannt wird, sofern es gar nicht sicher ist, dass der Täter überhaupt pädophil war. Ich bin pädophil, aber ich bin kein Täter und das sind die wenigsten pädophilen Menschen. Auch sind wir keine tickenden Zeitbomben, wir sind gewöhnliche Menschen mit Gefühlen und Verstand, die meisten können ihr Handeln reflektieren und selbst entscheiden was sie tun (psychische Erkrankungen die z.B die Impulskontrolle beeinträchtigen ausgenommen, was aber nicht die Regel ist). Hinter einem Missbrauch steht eine klare Entscheidung, kein Trieb dem man erlegen ist.

Ich möchte nicht auf eine Stufe mit Menschen gestellt werden die Kindern grausame Dinge antun, sich ihnen auf unangemessene Art und Weise aufdrängen oder sie manipulieren.

Antwort von Sirius:
Ich denke das wichtigste ist es, dass die Gesellschaft versteht, dass wir auch nur Menschen sind. Wir haben (im Allgemeinen) keine bösen Absichten oder den Wunsch, anderen Schaden zuzufügen, vor allem Kindern nicht. Nicht jeder pädophile Mensch begeht Missbrauch, und die meisten Missbrauchstäter sind nicht pädophil. Es gibt nicht "den Pädophilen", sondern wir sind eine genauso unterschiedlich wie Heterosexuelle zum Beispiel auch. Unter uns gibt es Arme wie Reiche, Männer wie Frauen, Alte und Junge, und alles dazwischen. Wir sind genauso vollwertige und ganzheitliche Personen wie Andere auch, mit Stärken und Schwächen, Interessen, Hobbys, Beruf, Familie und Freunden und allen Facetten, die einen Menschen so ausmachen. Ich glaube, dass viele Vorurteile schon aufgehoben werden könnten, wenn mehr Menschen dies erkennen und sich von den üblichen Klischees trennen könnten.


Fällt es euch schwer eure Neigungen zu verstecken? (von regnirak)

Antwort von Ruby:
So richtig verstecke ich meine Neigung eigentlich nicht, ich erzähle natürlich nicht direkt jedem davon, aber engen Freunden schon. Ansonsten gibt es ja nichts woran man die Neigung äußerlich erkennen kann.

Antwort von Sirius:
Für mich ist es manchmal schon belastend, die Neigung zu verstecken. Mir fällt es vor allem schwer den Gedanken abzuschütteln, dass sich andere Menschen nur mit mir abgeben, weil sie diesen Teil von mir nicht wissen - sprich, dass alle sozialen Beziehungen eigentlich nur darauf basieren, dass ich ein falsches (oder zumindest) unvollständiges Bild von mir nach außen trage. Das macht es auch sehr schwierig, engere Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen, weshalb ich eigentlich auch keine engeren Freundschaften zu nicht-pädophilen Menschen habe.


Habt ihr Angst davor, dass mehr Menschen von eurer Neigung erfahren? (von Waddle_Dynasty)

Antwort von Ruby:
Eigentlich nicht. Ich schätze das liegt bei mir aber auch einfach daran, dass ich eine Frau bin...Ich habe selten erlebt, dass ich angegriffen wurde, was einerseits natürlich gut ist, andererseits zeigt es deutlich, welches Bild über Frauen in der Gesellschaft herrscht, Taten durch Frauen werden eher verharmlost. Ich finde es ganz genauso schlimm, wenn Frauen Kindern (sexualisierte) Gewalt antun, da gibt es für mich keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern.

Antwort von Sirius:
Früher hatte ich oft die Angst, dass man mir in den Kopf gucken und mir meine Gedanken ansehen könnte. Inzwischen habe ich aber die Erfahrung gemacht, dass die meisten Menschen eh nie auf den Gedanken kommen, dass man pädophil sein könnte außer man sagt es ihnen explizit. Deswegen habe ich weniger die Angst, dass mehr Menschen davon erfahren könnten, sondern mehr die Angst dass ich es mal jemanden erzähle der damit nicht umgehen kann und negativ reagiert.


Haltet ihr das soziale Stigma gegen Leute mit euren Neigungen für gerechtfertigt, selbst wenn ihr diesen nicht nach geht? (von PseudoproAK)

Antwort von Ruby:
Nein, dieses Stigma halte ich absolut nicht für gerechtfertigt. Soweit ich weiß missbrauchen die wenigsten Pädophilen Kinder (ungefähr 20% der sexuellen Übergriffe werden durch Pädophile begangen, der Rest durch sogenannte Ersatzhandlungstäter), mit denen werde ich ungerne in einen Topf geworfen. So schwierig ist es an sich auch gar nicht mit der Neigung zurrechtzukommen, das schwerste ist es sich die Neigung selbst einzugestehen, sich Fantasien bewusst zu erlauben und dann eben der Umgang mit anderen Menschen, weil ein Outing ja oftmals sehr problematisch sein kann. Natürlich gibt es Wünsche die unerfüllt bleiben, aber geht das im Prinzip nicht jedem so?

Antwort von Sirius:
Nunja, woher das Stigma kommt ist zumindest irgendwo nachvollziehbar. In den Köpfen vieler Menschen sind Pädophilie und Kindesmissbrauch immer noch das Gleiche, und das sorgt dafür dass bei dem Gedanken an Menschen, die Kinder sexuell erregend finden direkt Ekel- und Angstgefühle entstehen. Leider werden wir in Film & Fernsehen auch meistens als unmenschliche Monster dargestellt, deren einziges Ziel es ist sich an Kindern zu vergehen. Das wir auch vollwertige Menschen sind kommt den meisten gar nicht in den Sinn, da wir nie wirklich menschlich gezeichnet werden. Das macht es natürlich einfach uns zu hassen und zu verdammen.

Gerechtfertigt finde ich das Stigma trotzdem nicht. Wir sind Menschen und haben es verdient, auch als solche behandelt zu werden. Die meisten pädophilen Menschen, die ich kenne finden die Vorstellung daran, ein Kind zu missbrauchen genauso abartig wie fast jeder andere Mensch auch, trotzdem büßen wir quasi für die Verbrechen, die andere begannen haben. Und all das nur aufgrund einer Sache, die sich niemand von uns bewusst ausgesucht hat. Das finde ich überhaupt nicht fair, und führt bei mir oft zu Frustration, Wut, und dem Gefühl ohnmächtig einer unüberwindbaren Mauer des Hasses entgegenzustehen. Das macht es manchmal in der Tat sehr schwer, und damit umzugehen ist für mich zum Beispiel auch in der Vergangenheit wesentlich schwerer gewesen als der Umgang mit den unerfüllbaren sexuellen Wünschen.


Denkt ihr das wir in 20 Jahren progressiver damit umgehen und anstatt solche Gesellschaftlich zu ächten sie zu aktzeptieren und gemeinsam als Gesellschaft zu helfen dass diese Neigungen kontrolliert werden? (von Odatas)

Antwort von Sirius:
Ich hoffe schon, dass die Gesellschaft in der Zukunft besser damit umgehen kann. In den letzten 10 Jahren hat sich da schon einiges getan, und in Deutschland sind wir da auch im Vergleich zum Rest der Welt schon sehr fortschrittlich.

Das Problem ist, dass wir momentan in einer Art Kreislauf feststecken. Damit sich das Stigma auflöst ist es notwendig, dass sich mehr von uns offen hinstellen, über ihre Erfahrungen berichten und zeigen, dass wir auch nur Menschen sind. Aber das Stigma macht es momentan so ziemlich unmöglich, sowas gefahrlos zu tun.

Wobei die Situation vielleicht auch nicht ganz so düster ist, wie sie manchmal gezeichnet wird. Vor einiger Zeit ist vom Y-Kollektiv eine Reportage veröffentlicht worden, in der sich jemand unverpixelt vor der Kamera als pädophil geoutet hat, und dem ist bis heute nichts schlimmes passiert. Aber trotzdem erfordert es natürlich einiges an Mut diesen Schritt zu gehen, und die Folgen sind im Vorfeld nicht wirklich absehbar.

Fragen zur Therapie

Wieso müsst ihr zur Therapie oder geht zu "Kein Täter Werden" und sowas? (von carottus_maximus)

Antwort von Ruby:
Zu KTW bin ich in erster Linie gegangen, weil ich vor einigen Jahren darüber nachgedacht habe, was denn wohl wäre, wenn ich mal ein eigenes Kind hätte. Ich hatte die Befürchtung, es könnte eventuell problematisch werden, wenn man es dann wickeln und baden muss. Diese Sorgen habe ich heute nicht mehr. Dass man so denkt ist tatsächlich eine Folge der gesellschaftlichen Stigmatisierung und Vorurteilen - ich habe gelernt, dass die mit mir gar nichts zu tun haben müssen.

Antwort von Sirius:
Zu KTW müssen wir gar nicht, das ist unsere freie Entscheidung da hinzugehen :)

Was mich zu KTW gebracht hat war unter anderem auch die Angst, dass ich eventuell irgendwann mal übergriffig werden könnte. Ich stimme dir zu, dass wir eigentlich gar kein anderes Problem haben wie ein heterosexueller Mann, der keine Partnerin finden kann, und rückblickend betrachtet war diese Angst wohl auch absolut unbegründet. Nur wurde mir leider von der Gesellschaft immer wieder eingetrichtert, dass man als pädophiler Mensch eine tickende Zeitbombe ist und es nur eine Frage der Zeit ist, bis man ein Kind vergewaltigt, bis ich das irgendwann selber geglaubt habe.


Mich würde interessieren, wie so eine Therapie aussieht. Wie ist der Ansatz? Gibt es bestimmte Methoden? Wie hast du dich zu Beginn der Therapie gefühlt und was hat sich über die zwei Jahre hinweg verändert? (von aubergine-colored)

Antwort von Sirius:
Ich erzähle mal davon, wie das bei mir abgelaufen ist, an anderen Standorten sieht das vielleicht noch einmal etwas anders aus. Zu Beginn habe ich zunächst einmal einen Haufen Fragebögen bekommen und einige Gespräche geführt, in denen geklärt wurde, dass bei mir tatsächlich eine pädophile Neigung vorliegt. Normalerweise geht es danach in Gruppentherapien, ich hab dann noch eine Zeit lang Einzelsitzungen bekommen, und bin dann später in die Gruppe aufgenommen worden.

Die Gruppen laufen so ab, dass jeweils über aktuelle Situationen und Befindlichkeiten gesprochen wird. Schwierige Situationen werden zum Teil strukturiert analysiert, und geguckt welche Gefühle und Bedürfnisse hinter bestimmten Verhalten stecken und welche Alternativen es in problematischen Situationen gegeben hätte. Auf lange Sicht geht es dann auch darum, die Zufriedenheit in den verschiedenen Lebensbereichen zu erhöhen. Letzten Endes hat jeder seine eigenen individuellen Ziele, die mit den Therapeuten erarbeitet werden, da auch nicht jeder mit den gleichen Problemen in die Therapie reinkommt.

Insgesamt würde ich sagen, dass ich mich in den zwei Jahren ziemlich stark zum Positiven entwickelt habe. Es fällt mir wesentlich leichter, mit meiner Neigung umzugehen und sie für mich zu akzeptieren. Zu Beginn der Therapie hat es mich noch regelrecht innerlich zerrissen, ein Kind auch nur im Vorübergehen zu sehen, heute ist das eine Situation über die ich mich kurz freue, und dann weiter meines Weges gehe. Auch sonst fällt es mir leichter, konstruktiv mit eigenen Gefühlen umzugehen und engere soziale Bindungen aufzubauen.

Das liegt nicht nur alleine an der Therapie, sondern auch an Kontakten, die ich in der Selbsthilfe geknüpft habe, die Therapie hat da allerdings sicherlich auch einen erheblichen Anteil dran gehabt.


Ich würde gern wissen, was ihr von chemischer Kastration bei Pädophilen / grundsätzlich Sexualstraftätern haltet? Käme es für euch in Frage sollte die Notwendigkeit einmal bestehen? (von LolaLiggett)

Antwort von Ruby:
Eine frewillige chemische Kastration halte ich für sinnvoll, wenn es dem Betroffenen hilft sich zu ordnen um überhaupt eine Therapie anfangen zu können. Soweit ich weiß kann man diese Medikamente nicht ohne langfristige körperliche Schäden nehmen, das heißt sie sind immer nur eine Übergangslösung. Straftäter die sich nicht unter Kontrolle haben aus unterschiedlichen Gründen sollten dauerhaft so untergebracht werden, dass sie niemandem mehr schaden können. Die allermeisten Pädophilen brauchen allerdings keine chemische Kastration um sich im Griff zu haben, da reicht gesunder Menschenverstand. Es ist zudem ein Irrglaube, dass jemand der chemisch kastriert ist deswegen keine Übergriffe mehr begehen kann oder will, wenn er das ansonsten wollen würde.

Ich habe keine Ahnung, ob diese Medikamente bei Frauen überhaupt verabreicht werden können, darüber ist nichts bekannt. Bei mir war das nie eine Option, ich weiß nicht ob das überhaupt funktionieren würde.

Fragen zu Straftaten

Seht ihr ein Risiko, Partner in crime zu werden? (von walter-lego)

Antwort von Ruby:
Ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass wir einmal zusammen eine Straftat begehen könnten, weil wir beide sehr klare Überzeugungen haben was das betrifft.


Könnt ihr Täter (also tatsächliche Kinderschänder) in gewisser Weise verstehen? (von regnirak)

Antwort von Ruby:
Ich habe kein Verständnis für Täter jeglicher Art (egal ob diese tatsächlich pädophil sind oder Ersatzhandlungstäter). Leider musste ich mich bereits einige Male mit Menschen auseinandersetzen die Sex mit Kindern befürworten und/oder dies bereits in die Tat umgesetzt haben. Ich finde den Umgang damit sehr schwer, weil diese Leute dafür sorgen, dass pädophile Menschen, die genau das ablehnen, mit ihnen gleichgesetzt werden.

Antwort von Sirius:
Ich hatte zum Beispiel in der Therapie mit einigen Menschen zu tun gehabt, die tatsächlich Kinder missbraucht haben. Ich muss zugeben, dass das ein Punkt ist in dem es mir sehr schwer fällt, mich in die Anderen hinein zu versetzen, da ich mir keine Situation vorstellen kann in der ich so etwas tun würde.


Ist eure Überzeugung dass das falsch ist nur auf die tatsächliche Tat bezogen und nicht auf den Gedanken? (von Daily_Jesus)

Antwort von Sirius: So wie ich das sehe sind Gedanken etwas völlig anderes als das, was man tatsächlich tun will. Daher sehe ich auch nichts falsches daran, sexuelle Gedanken zu Kindern zu haben und diese zu genießen und in Rollenspielen, Selbstbefriedigungsfantasien und ähnlichem auszuleben. Schwierig wird es nur, wenn man sich einredet, dass einvernehmliche Sexualität zwischen Kindern und Erwachsenen möglich ist und die Fantasien dann tatsächlich auch in der Realität ausleben möchte.


Wie nah war es bei euch schon mal zum Täter zu werden? (von Rexidexi)

Antwort von Ruby:
Es kam bei mir noch nie zu einer Situation in der ich davor war etwas zu tun, was ich später bereut hätte. Ich hab früher natürlich hin und wieder mit dem Gedanken gespielt, mir entsprechende Filme anzusehen, habe mich aber dagegen entschieden, weil mir das zu weit ging und es auch gegen meine Moralvorstellungen verstoßen hätte. Das was man da zu sehen bekommt ist nicht das was ich will. In meiner Vorstellung läuft Sexualität auf freiwilliger Basis ab, das ist in der Realität zwischen Erwachsenen und Kindern schlichtweg nicht möglich - und das weiß ich. Somit sind jegliche Filme Aufzeichnungen von Missbrauch und damit möchte ich nichts zu tun haben. Meine Fantasie kann ich gestalten wie ich möchte, das reicht mir.

9 Kommentare

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Angelo

Ich finde es super wie offen Ruby und Sirius hier über ihre Gefühle schreiben und bin sehr glücklich das keiner von ihnen sadistische Fantasien gegenüber Kindern hat! Ich war vor längerer Zeit durch einen You Tube Bericht auf eine Darkweb Seite gekommen und diese schockierte mich bis aufs Äußerste;denn es ging um grausame Gedanken gegenüber Kindern und Kleinkinder.Ich hätte heulen können als ich da so Fragen las wie "Wie möchtet Ihr ein Kind sterben sehen?" Und die User dort übertrafen sich mit abscheulichen grausamen Szenen...Ob solche Personen wirklich pädo sind? Wer Kinder ehrlich von Herzen liebt hat keine solchen Fantasien.Jeder sollte auch dran denken das er selbst mal ein Kind war...Kinder sind so wertvoll und sie sollen glücklich sein!

Ruby

"Wer Kinder ehrlich von Herzen liebt hat keine solchen Fantasien" Dem möchte ich widersprechen. Fantasien müssen weder realistisch sein, noch haben sie eine moralische Bedeutung. Die Gedanken sind frei.

Angelo

Mir fällt es dennoch schwer Nach zu vollziehen wie jemand grausamste Folterungen und Zerstückelungen eines Kindes in der Fantasie in einem Darkweb Forum schreibt, wenn er in der Realität ein "so kinderlieber zärtlicher Mensch ist" Es ist ja auch keiner ein Christ der Gott und Jesus liebt und der sich in der Fantasie an der Kreuzigungsszene erfreut.Aus Gedanken können schnell Taten werden wenn einer sadistisch veranlagt ist. Und wehe wenn sich im Darkweb zwei Personen finden mit so grausamen Fantasien und der eine den anderen animiert das Böse auszuleben an einem Kind. Ich finde das in den Pädo-Foren bei einigen das Thema "Sadistische grausame Fantasie über Kinder" verharmlost wird! Ein Mann der Frauen liebt und der zärtlich ist ,hat mit Sicherheit ja auch keine sadistischen Fantasien über Frauen...Wichtig wäre herauszufinden WARUM einer solche grausamen Fantasien hat: Wurde er von Kindern früher gemobbt und stellt sich vor das es diese Kinder sind die er grausam foltert? Oder hatte er eine traurige Kindheit wo Brutalität an der Tagesordnung war? Mir kann keiner weismachen das sensible Menschen(egal ob Mann oder Frau" sich an grausamen Fantasien wo Kinder gefoltert, vergewaltigt, getreten, verbrannt;die Zähne ausgeschlagen bekommen erfreuen bzw aufgeilen können!!! Ich hatte noch niemals grausame Fantasien egal über wen; auch nicht gegen Personen die Straftäter wurden. Hört endlich auf solche Fantasien zu verharmlosen.Es will ja auch keiner das Personen sadistische Dinge schreiben die sie mit Pädophilen machen wollen. Also dann ist es erst Recht total abscheulich über Kinder zu zu denken.Eine Frage hat mir leider noch in keinem Forum jemand beantwortet" Was denkt einer der so sadistische Fantasien schreibt wenn ihn im Bus ein Kind lieb anlächelt? Lächelt er dann zurück oder hat er dann auch so grausame perverse Fantasien? Wir sind Menschen egal ob Pädo oder nicht und sollten uns nicht auf die Seite des bösen Teuflischen stellen!!! Love is stronger than death.

ilytul

Ich habe Dir ja schon im Forum geantwortet und möchte auch hier gerne nochmal auf Deinen Post eingehen. Ich bin sehr hin und hergerissen. Einerseits verstehe ich, was Du meinst, weil ich genauso denke. Andererseits habe ich eben solche Fantasien und empfinde es als verletztend, was Du sagst. Du hast einen Teil kennengelernt (mehr oder weniger kennengelernt), solche, die darüber offen reden. Aber Du verurteilst nicht nur, dass sie offen darüber reden, sondern dass sie diese Fantasien überhaupt haben. Und gleichzeitig verurteilst Du Leute, die nicht offen darüber reden, aber trotzdem diese Fantasien haben. Ich als Beispiel habe sie nicht, weil ich mich dazu entschieden habe, sondern weil ich sie nunmal habe. Ich kann es nicht ändern, das habe ich lange genug versucht, und habe mir nur deshalb Salvacyl spritzen lassen, und das über insgesamt jetzt bestimmt schon ein Jahr (mit einer Pause). Nicht, weil ich denke, dass ich diese Fantasien auslebe, sondern weil mir alleine die Fantasien so sehr zusetzten, dass ich sie selbst nicht ertrug. Unter Inkaufnahme aller gesundheitlichen Risiken. Wie siehst Du das? Ist das nicht ein Liebesbeweis? Und ich weiß, dass ich Kinder liebe. Ich liebe sie wirklich sehr. Und das habe ich in meiner täglichen Arbeit mit Kindern sehr oft unter Beweis gestellt. Auch wurde es mir oft gespiegelt, wenn Kinder sich beispielsweise freuten, dass ich nach Krankheit oder Urlaub wieder da war oder bei meinem Abschied aus einer Einrichtung mehrere Kinder sagten, dass ich ihnen fehlen würde und ich ihnen dasselbe sagte, aber leider nicht sagen konnte, wie sehr.

Ich weiß nicht, was Menschen reitet, diese Fantasien mit anderen zu teilen. Ich weiß auch nicht, was das für Foren sind. Was ich aber weiß ist, dass es sehr befreiend sein kann, mit anderen über seine Gefühle zu sprechen. Ob das bei denen so ist, kann ich nicht sagen. Ich war noch nie in solchen Foren und für mich wären sie auch nichts, weil ich mich dort auch unwohl fühlen würde. Solange sie ihre Fantasien aber nicht ausleben und auch die entsprechende Einstellung haben, ist doch alles in Butter, oder? Handlungen sollten zählen, Einstellungen, zum Beispiel die, dass man zwar diese Fantasien hat, mit Gleichfühlenden darüber vielleicht sogar spricht, aber sie niemals ausleben will und wird. Oder was denkst Du?

Ich bin mittlerweile der Ansicht, dass zumindest ich diese Fantasien habe, um nachträglich Kontrolle über meine Kindheit zu erlangen. Insofern helfen sie mir, die aus ihr resultierenden Gefühle zu ertragen. Umsetzen würde ich diese Fantasien aber um Gottes Willen niemals, genauso wenig wie ich meine sexuellen und romantischen Fantasien mit Kindern auslebe. Deshalb engagiere ich mich in diesem Blog-Projekt. Ich sehe da keinen Unterschied. Ich hoffe, dass Du irgendwann differenzieren kannst.P.S. Und doch, ich bezeichne mich selbst als sehr sensibel und empathisch. Das wird Dir jeder bestätigen, der mich näher kennt. :)

ilytul

Achso, und um noch auf Deine Frage zu antworten: Ich lächle zurück und freue mich über diese wunderschöne Situation. Ich gehe auch noch weiter und lächle Kinder eigeninitiativ an, wenn ich ihnen begegne und sich das ergibt. Und Kindern dadurch eine Freude zu bereiten, ist für mich mit keinem Geld der Welt aufzuwiegen. :)

ilytul

Achso, Du kannst Dir gerne auch mal folgende Geschichte von mir durchlesen. Die beschreibt meine Liebesgefühle sehr gut: Storyzon: In einer Welt

Angelo

Danke ilytul für Deine sehr ausführliche Antwort. Bin sehr froh darüber das Du auch zurücklächelst..ich denke einer der ein Sadist ist der würde nicht unter sadistischen Fantasien leiden und auch nicht ein Kind lieb anlächeln... Ich denke das viele die in den Darkweb Foren so grausames schreiben entweder unter Zwangsgedanken leiden und diese niederschreiben(ja klar besser als es tun!!!) Oder sie hassen Kinder weil sie sich zu ihnen hingezogen fühlen und sie befinden sich in einem Teufelskreis..Ich darf hier nicht diese grausamen Fantasien niederschreiben die ich las;aber sie erinnern an die Folter des Mittelalters und ich habe geheult als ich das las..Bin zum Glück für immer weg von solchen Foren-Es kann sogar sein das diese Personen gar nicht pädo sind....Sondern so grausam schreiben damit das BKA das ja auch in so Foren liest denkt das alle Pädos so Sadistische Triebe haben...

Angelo

Mach ich;bitte lies auch mal meine Geschichte hier unter Ein Kinderlächeln ist wie Sonnenschein für meine Seele Danke Lieber Gruß!

ilytul

Ja, werde ich gerne noch machen. Ich komme unter der Woche eher weniger dazu, aber am Wochenende denke ich, dass ich dafür Zeit finden werde.

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