@Zweifelnd: Das, was du wohl gerne hättest, würde nur gehen, wenn wir alle Pädophilen umbringen. Dann werden Kinder nicht mehr sexuell wahrgenommen.
Mhhh...Nein. Das ist schlichtweg falsch. Alleine schon, weil der Großteil aller Missbrauchstaten durch Nicht-Pädophile begangen wird. Ja, mir ist klar, dass die kein direktes sexuelles Interesse an den Kindern haben. Sie haben aber Sex mit Kindern, nehmen also irgendetwas an dieser Handlung (Machtgefälle z.B) als sexuell wahr, sonst würde das nicht funktionieren.
Aber selbst wenn wir Ersatztäter ausnehmen...Die Gesellschaft als solches, durch ihren Medienkonsum, Geschmack in Mode und generell "äußeres Erscheinungsbild", nimmt Kinder, ob sie das zugeben will oder nicht, durchaus sehr oft als sexuell wahr (siehe Shein-Skandal, Toddlers and Tiaras, Cuties und Co.).
Die Gesellschaft hätte gern, dass es im Endergebnis so wäre, wären alle Pädos weg. Wäre es aber nicht.
Jetzt muss ich ja nochmal antworten, wenn ich deinen Kommentar nicht unkommentiert stehen lassen möchte.
1.Bitte lies meine Texte genauer und interpretiere Aussagen und Formulierungen immer in dem Kontext, in dem sie getroffen wurden und interpretiere nichts hinein, das ganz offensichtlich nicht gemeint ist. Die Aussage, dass es nicht das Bedürfnis und auch kein Recht darauf gibt, nicht unwissentlich sexuell wahrgenommen zu werden, wurde ganz eindeutig im Kontext sexueller Fantasien getroffen. Wie du hier die Brücke zu sexuellem Missbrauch schlägst, ist mir schleierhaft. Sexueller Missbrauch ist eine Handlung und geht weit über die bloße sexuelle Wahrnehmung hinaus. Ich schreibe u. a. in ebendiesem Kommentar:
Ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass die Kinder hiervon überhaupt nichts mitbekommen und auch nicht im Nachhinein, wenn sie älter sind, die Bedeutung dieser Situationen verstehen.
und
Ob du es glaubst oder nicht, aber es gibt vereinzelt Fälle von Missbrauchsbetroffenen, die ihre Missbrauchserfahrungen weder als Kind, noch als Erwachsene, als schlimm ansehen. Deswegen war dieser Missbrauch aber nicht in Ordnung, da das Risiko bestanden hat, dass das Kind traumatisiert wird. Dass dies in einem Einzelfall nicht passiert, ist einfach ein riesiges Glück, macht die Tat aber deswegen nicht weniger egoistisch und verwerflich.
Hier mache ich ziemlich deutlich, a) dass es vorkommen kann, dass Kinder erst im Nachhinein verstehen, wie der Erwachsene sich während des Missbrauchs gefühlt hat und es daher auch nachträglich zu einer Schädigung kommen kann, und b) Missbrauch (= sexuelle Handlungen zwischen Erwachsenen und Kindern, und damit meine ich eben jede Handlung, die der sexuellen Befriedigung des Erwachsenen dient) immer verwerflich ist.
2.Du ignorierst die ganze Zeit alle Kommentare und Argumente, außer meine, bis dann jemand etwas schreibt, das du problematisch findest, dann gehst du darauf ein. Also gut, schauen wir es uns mal an. Es wurde geschrieben, dass mit eventuell auftretenden Erregungszuständen professionell umgegangen werden muss. In meinem Beitrag habe ich geschrieben, dass sexuelle Impulse und Erregung während der Arbeit die Ausnahme bilden müssen, da es ansonsten schwer möglich ist, einen natürlichen Umgang mit den Kindern zu pflegen und den Kindern auffallen kann, dass etwas komisch ist. So wie ich die Aussage, mit Erregungszuständen müsse professionell umgegangen werden, interpretiere, ist damit einfach gemeint, dass, sollte doch einmal die Ausnahme eintreten und der Erzieher, z. B. wenn er ein Kind auf dem Schoß hat, doch einmal spürt, dass er beginnt erregt zu werden, er ohne panisch zu werden, aber doch zügig, reagiert, und das Kind von seinem Schoß nimmt und, sollte dies in dieser Situation öfter auftreten, er die Situation grundsätzlich meidet. Das ist für mich ein professioneller Umgang mit einer Erregungssituation. Die Aussage, dass ein Pädophiler, der in der Nähe von Kindern häufig erregt ist, nicht mit Kindern arbeiten sollte, bleibt dabei bestehen.
Und was den anderen Kommentar betrifft, ging ich davon aus, dass die aufgezählten Körperlichkeiten für den Verfasser keine sexuelle Konnotation haben, für mich jedenfalls haben sie die nicht. Falls das für ihn anders ist, ist das selbstverständlich eine andere Sache.
3.Du hältst das, was hier dargestellt wird, für nicht gesellschaftlich vermittelbar. Dem schließe ich mich zu 100% an. Aber was gesellschaftlich vermittelbar ist und was nicht, unterliegt einem ständigen Wandel. Aus dem Ist-Zustand auf einen Soll-Zustand zu schließen, ist in diesem Zusammenhang nicht zulässig. Es gab auch eine Zeit, in der die Homo-Ehe nicht gesellschaftlich vermittelbar war.
4.Nochmal Bezug nehmend auf deine Aussage, es gäbe ein Bedürfnis nicht sexuell wahrgenommen zu werden. Wie soll ein solches Bedürfnis geltend gemacht werden? Wie willst du verhindern, dass du sexuell wahrgenommen wirst? Es ist schlichtweg nicht umsetzbar, ohne dass wir uns in ganz dystopischen Gefilden mit Gedankenkontrolle etc. bewegen. Und dann würden ganz andere und schwerwiegendere Bedürfnisse verletzt. Dass du in dem Zusammenhang die Gesetzeslage ganz ignorierst, finde ich auch problematisch. Unser Grundgesetz und die darin verbrieften Rechte haben schon ihren Grund und ihre Daseinsberechtigung und jeder Versuch, Menschen ihre Fantasien verbieten zu wollen, wäre mit dem Grundgesetz nicht vereinbar. Und wenn du jetzt sagst, dass es dir nicht darum geht, irgendetwas verbieten zu wollen, frage ich mich, wieso wir diese Diskussion führen, wenn sie keine rechtlichen Implikationen mit sich bringt. Wenn du es nicht verbieten willst, dann kann es nicht schädlich sein (und dass reine Fantasien nicht schädlich sind, ist für mich offensichtlich - nochmal, wir reden von Fantasien, die zuhause stattfinden und von denen niemand etwas mitbekommt) und wenn es nicht schädlich ist, dann liegt es an der Einzelperson zu entscheiden, was sie davon hält. Und im Zweifel hat Toleranz auch gerade damit zu tun, Dinge auszuhalten, die einem ein Gefühl von Unwohlsein geben, solange sie niemandem schaden.
Sorry, ich will mich doch nochmal zu Wort melden. Mir schwirrt gerade ganz viel durch den Kopf. Ich hänge immer noch bei dieser Aussage "ein Bedürfnis nicht unwissentlich sexuell wahrgenommen zu werden, gibt es nicht." Mir kommt das erschütternd unreflektiert vor.
Wenn wir über Missbrauch reden, wenn wir darüber reden, wie das Kinder traumatisieren kann, geht es dabei nicht in vielen Fällen auch um genau das? Zum Beispiel ein Täter, der ein Kind im Intimbereich anfasst oder sich von diesem Kind im Intimbereich anfassen lässt, und dem Kind einredet, dass das normal sei. Das ist ja keine Gewalt im physischen Sinne, das richtet rein köperlich betrachtet in diesem Moment ja keinen Schaden an. Das Trauma entsteht eben dadurch, dass das Opfer irgendwann erfährt, dass es für den Täter diese sexuelle Komponente hatte. Dadurch, dass das Opfer irgendwann erfährt, was der Täter, häufig eine vertraute Person, im Zeitraum der Taten gedacht hat und wie er das Opfer dabei wahrgenommen hat. Das ist doch ein ganz zentraler Aspekt?
Ich habe mich nie mit Fachliteratur zu diesem Thema beschäftigt, ich will auch nichts Falsches sagen oder Opfern in irgendeiner Form zu nahetreten. Man kann mich gerne korrigieren, wenn ich da falsch liege, aber das ist es doch, in ganz vielen Fällen, oder nicht?
Ich will auch nicht das, was ihr beschrieben habt, auf eine Stufe mit Missbrauch stellen. Aber ich habe den Eindruck, es geht bereits in die Nähe. Schließlich war hier jetzt auch die Rede davon, dass evtl. auftretende Erregungszustände ja nicht so schlimm seien, so lange man nur professionell mit ihnen umgeht. Ein anderes Mitglied schreibt davon, wie schön es sei, dass die Initiative immer von den Kindern ausgeht, und zählt erlebte Körperlichkeiten mit Kindern auf. Ich frage doch nochmal: Wo ist die Grenze erreicht, sofern es denn eine gibt? Ja, wenn man selbst nie Handlungen initiiert, dann kann man sich damit ziemlich gut vor dem Auffliegen immunisieren, und wenn man nicht auffliegen kann, dann kann es auch keinen Schaden geben. Und Fantasien sind ja nur Fantasien. Aber ist das wirklich schon der einzige Anspruch, den man in diesem Kontext an sich stellen sollte?
Nochmal, mir geht es nicht darum, wie irgendwas gesetzlich definiert ist. Das ist mir an der Stelle egal. Mir geht es um den Umgang mit pädophilen Menschen, deswegen bin ich auf dieser Seite gelandet. Und ich füge noch hinzu, dass ich die aktuellen Zustände mit Pädo-Jagden und dergleichen auch ganz furchtbar finde. Ich wünschte auch, dass sich das ändern würde. Aber was hier dargestellt wird, halte ich für total kritisch und der Gesellschaft so nicht vermittelbar.
"Vertrauen und Zutrauen" wurde sich gewünscht. Es fällt schwer. Man könnte fragen, ob ihr selbst nicht schon in dem Moment Vertrauen bricht, indem ihr als Pädophile überhaupt solche Berufe ausübt.
Ihr könnt das machen, natürlich, aber ich glaube nicht, dass ihr dafür Zuspruch erwarten könnt.
Ich bin jetzt ein paar Tage unterwegs, diesmal ist das also wirklich mein vorerst letzter Kommentar. Ich brauche jetzt ohnehin eine Pause...