Das Urteil vom Bundesverfassungsgericht setzt mir schwer zu. Dass Vorurteile in unserem angeblich „liberalen“ Land ausreichen, um Diskriminierungen per Strafgesetzbuch gegen Menschen durchzusetzen, die niemandem ein Leid zufügen, macht mich einfach nur wütend, traurig und letztendlich hilflos. Ich hätte nicht gedacht, dass das Gericht einfach selektiv vorgeht und keine ehrliche Urteilsfindung anstrebt. Selbst wenn es auch dann eine Bestätigung des Verbots geworden wäre, hätte es mich längst nicht so mitgenommen, hätte man auch Stimmen gegen das Verbot zumindest angehört und berücksichtigt. Herangezogen wurden aber nur Stimmen, die das Puppenverbot befürworten.

Warum heißt es überall Pädophilie brauchen Therapie und gemeint ist eine Behandlung, damit wir uns sexuell „kontrollieren“ können? Auch mir hat man das schon persönlich gesagt. Mit welchem Recht unterstellt man uns so etwas? Ich bin überzeugter Anti-Contacter! Ich weiß genau, eine Liebesbeziehung zu einem realen Kind ist eine Illusion. Sie kann niemals funktionieren und der Versuch würde großen Schaden anrichten. Aber diese Einsicht reicht der Gesellschaft nicht aus. Und „Argumente“ der Pro-Contacter, also der Leute die Kindesmissbrauch legalisieren wollen, überzeugen mich nicht. Ich werde mich niemals mit ihnen zusammenschließen. Schlimm genug ist, dass sie in dem Punkt damit völlig Recht haben wenn sie sagen, es ist egal, wie man sich verhält und ob man Sex mit Kindern ablehnt oder nicht. Verachtet, abgelehnt, beschimpft und diskriminiert werden Pädophile so oder so.

Man hat mir mit dem Verbot damals meine künstliche Familie genommen, so wie sie war und die mir vor allem auch als emotionale Stütze sehr viel bedeutete. Ich lebe seither sehr eingeschränkt und spüre die Diskriminierung täglich umso mehr, weil ich mich seit jenem Tag mit dem Hass gegen unsere Minderheit sehr stark beschäftige. Das belastet mich psychisch zusätzlich. Doch gegen die Vorurteile aufbegehren zu wollen, indem ich Menschen einfach nur ehrlich von mir erzähle, hat mich nur meinen Arbeitsplatz gekostet. Ich habe zwar inzwischen wieder einen neuen Arbeitsplatz gefunden, doch ich will diese Diskriminierung nicht mehr ertragen müssen.

Es ist mir einfach wichtig, auszusprechen, was Vorurteile und Diskriminierung mit mir machen. Und ähnlich wie mir, ergeht es hunderttausenden pädophilen Menschen in Deutschland. Das kann gar nicht anders sein. Wenn das der wahre Kern der „Moral“ unserer Gesellschaft sein soll, wie kann die Gesellschaft dann von „Moral“ sprechen? Wie kann eine „Moral“ die derartiges Leid zufügt, moralisch sein?

Heute Morgen hatte ich starke Suizidgedanken. Ich möchte nicht in einer Gesellschaft leben, die mich aufgrund meines „so Seins“ ablehnt. Eine solche Gesellschaft möchte ich auch nicht länger mit meiner Arbeitskraft und meinen Steuergeldern unterstützen, mit Geld und Arbeitskraft, also dem einzigen, was Staat und Gesellschaft an Menschen wie mir interessiert. Ich bin keine Maschine - kein Rädchen in einem Getriebe. Ich bin ein Mensch. Habe ich kein Recht darauf, irgendwie mein Glück zu finden, noch nicht einmal dann, wenn es gar keinen anderen Menschen betrifft - und das nur, weil ich auf Kinder geprägt bin? Reicht es nicht schon, dass ich aufgrund meiner exklusiven Pädophilie keine richtige Familie gründen kann? Ich kann keine Lebenspartnerschaft eingehen. Ich kann keine Nähe und Wärme mit anderen Menschen erleben, so wie es für die meisten Menschen selbstverständlich ist, eben weil ich auf Kinder geprägt bin - auf kleine Mädchen. Und weil es ja alles unbedingt auf Sexualität reduziert werden muss: Ja, auch Sexualität kann ich nicht mit anderen Menschen erleben. Muss man Menschen wir mir jetzt auch noch absichtlich das Leben zur Hölle machen, indem man unter einem Vorwand das Wenige zerstört, was ich hatte und mir dann noch den Mund verbietet? Und wenn Pädophilie eine „Krankheit“ sein soll, was ja immer noch viele Leute denken: Mit welchen anderen Erkrankten geht man so rücksichtslos und menschenverachtend um? War es wirklich so wichtig mir meine künstliche Familie zu nehmen, oder meinen Job? Wofür eigentlich? Für Kinderschutz? Sollen wir das glauben, wir, die Opfer einer Gesellschaft, die sich zu fein und zu feige ist, sich mit den wirklichen Ursachen und Gefahren von Kindesmissbrauch zu beschäftigen und lieber Unschuldige, die ohnehin nur sehr eingeschränktes Leben führen können, zusätzlich diskriminiert, beschimpft und auf ihnen herumhackt?

Obendrein beraubt man uns der Möglichkeit, in sozialen Medien über unser Leid zu schreiben. Auch an anderen Stellen ist das nicht möglich. Ich habe die Diskriminierung bereits vor dem Verbot gespürt. Auf einer Plattform für Liebespuppen in Erwachsenengestalt habe ich damals von mir geschrieben, dass ich die Belastung durch Vorurteile gegen Puppenbesitzer verstehen kann, da ich gleich doppelt von Vorurteilen betroffen bin. Selbst dort, wo man eigentlich selbst unter Vorurteilen leidet, wurde mein Post nach etwa zwei Tagen gelöscht.

Vorurteile und Diskriminierung sind für mich mittlerweile kaum noch zu ertragen. Meine daraus folgende Verzweiflung und Traurigkeit waren vorhin so groß, dass mich nur eines davon abgehalten hat, einfach aufzugeben und Suizid zu begehen:

Ich bin mittlerweile Teil einer Community von anderen pädophilen Menschen, die wie ich sexuelle Kontakte mit Kindern klar ablehnen. Wir sind inzwischen richtige Freunde geworden. Ich würde meine Freunde sehr traurig machen, wenn ich einfach nicht mehr da wäre. Und ich würde ihnen auch als Unterstützung fehlen, weil ich weiß, einige von ihnen wollen gegen Unrecht und Vorurteile kämpfen. Diese Gemeinschaft hält mich am Leben und hilft mir, immer wieder aufzustehen, wenn mich Gefühle der Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit übermannen. Wenn ich also nicht mehr für mich weiterleben möchte, dann immerhin noch für sie. Letztendlich ist dieser Rückhalt auch das Verdienst von Plattformen wie „Kinder im Herzen“ und „Wir sind auch Menschen“. Diese Plattformen, die den Betroffenen so viel Kraft geben, leben durch die Menschen, die sie betreiben und durch die Menschen, die auf ihnen schreiben. Habt vielen Dank dafür, dass es Euch gibt.