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Acht Gründe, warum die aktuelle Pädophilie-Debatte schädlich für Prävention ist

Von Sirius

Vor kurzem schrieb ich über den Missbrauchsfall um den Österreicher Kabarettisten Günther Paal und die Pädophilie-Debatte, die dieser Fall in Österreich ausgelöst hat. In dem Beitrag fokussierte ich mich darauf, wie sehr diese Debatte wieder einmal Vorurteile und Stereotype gegen Pädophile gestärkt hat. Das ist traurig, frustrierend, und nicht zuletzt beängstigend, aber gleichzeitig auch nicht überraschend; im heutigen Zeitgeist ist es leider zu erwarten, dass in öffentlichen Debatten über Pädophile nur als tickende Zeitbomben geredet wird. Das Wohl und die Entstigmatisierung Pädophiler tritt als oberstes Ziel eigentlich immer gegenüber dem Schutz von Kindern zurück, der (fälschlicherweise) oft als scheinbarer Gegensatz dazu verstanden wird. Bemerkenswert finde ich es jedoch, dass bei näherer Betrachtung viele der Botschaften und Narrativen, die von verschiedenen Akteuren in der Debatte um den Fall Paal verbreitet werden, nicht nur schädlich für Pädophile, sondern potenziell auch schädlich für die Prävention und den Schutz von Kindern sind.

Um dies zu illustrieren, habe ich acht Aspekte der aktuellen Pädophilie-Debatte aufgeschrieben, in denen ich potenziell schädliche Auswirkungen für die Prävention von Kindesmissbrauch sehe. Dabei geht es etwa um die Stärkung destruktiver Botschaften, die Verbreitung falscher Vorstellungen oder die Forderung, Ressourcen an Stellen einzusetzen, wo diese nicht maximale Wirksamkeit entfalten können.

1. Selbsterfüllende Prophezeiungen und Zerstörung von Selbstwirksamkeit

Große Teile der Debatte zeichnen das Bild von Pädophilen als Menschen, die ohne Therapie geradezu prädestiniert sind, sexualisierte Gewalt gegen Kinder zu begehen. Viele Expert:innen, die sich in den Tagen nach Bekanntwerden der Vorwürfe medial zu Wort meldeten, erzählten immer wieder die Geschichte von Therapien, die als einzige Maßnahme verhindern könnten, dass Pädophile tatsächlichen Missbrauch begehen. Nicht ein einziges Mal wurde in der Debatte auch nur beiläufig erwähnt, dass dies auch ohne Unterstützung für die meisten gut erreichbar ist. Ich halte das für problematisch. Was, wenn es pädophile Menschen gibt, die glauben, was die Expert:innen im Fernsehen so erzählen?

In der Psychologie gibt es das Konzept der Selbstwirksamkeit. Das beschreibt, ob jemand das Gefühl hat, die Umstände seines Lebens beeinflussen und schwierige Situationen auch selber meistern zu können. Therapien wiederum sind eigentlich nicht dazu da, um sämtliche Probleme der Klienten selber zu lösen. Es geht mehr darum, Selbstwirksamkeit zu stärken und den Klienten die Werkzeuge an die Hand zu geben, selber Herausforderungen in ihrem Leben zu meistern. Genau dies scheint aber plötzlich nicht mehr zu gelten, wenn es um Pädophile geht. Wenn etwa die Gerichtspsychiaterin Astrid Maierhofer-Deutschmann erklärt, Verhaltenskontrolle sei nur möglich, wenn man sich „konsequent einer Behandlung und gegebenenfalls einer längerfristigen therapeutischen Kontrolle“ unterzieht, dann erklärt sie die Therapie zur alleinigen Lösung für das Problem, dass Pädophile – vermeintlich – zu sexualisierter Gewalt neigen würden, während der Einfluss des Individuums dahingegen in den Hintergrund gerückt wird.

Das Problem dabei fängt schon damit an, dass nicht jede pädophile Person realistisch Zugang zu Therapien hat. Für viele ist der Weg zum nächsten Standort zu lang, oder sie können sich die Therapie oder die Fahrt dahin nicht leisten. Auch gibt es gar nicht die Kapazitäten, alle pädophile Menschen längerfristig zu behandeln. Schon jetzt sind die Wartelisten bei manchen Hilfsangeboten über ein Jahr lang. In einer gemeinsamen Recherche des Standard und von Profil kam zum Beispiel ein Hebephiler zu Wort, der seit 20 Jahren in Therapie ist und dafür 25.000 Euro bezahlt hat. Wie viele Menschen können sich so etwas realistisch leisten? Und wo sollen all die Therapeut:innen herkommen, um jede:n Pädophile:n für mindestens 20 Jahre zu behandeln?

Ich glaube, dass es keine gute Idee ist, den Menschen, die aus welchen Gründen auch immer keine Therapie in Anspruch nehmen können, zu erzählen, dass sie ohne Therapie ihre Triebe kaum werden beherrschen können. Die Gefahr besteht, dass Menschen diese Botschaften internalisieren und sie zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung werden. Wer immer wieder zu hören bekommt, als Pädophiler habe man „sich sofort professionelle Hilfe zu suchen“ (laut Psychotherapeut Philipp Pümpel) und je länger man dies unterlasse, desto „größer kann die Gefahr werden“ (laut Psychotherapeut Jonni Brem), glaubt vielleicht irgendwann wirklich, seiner Sexualität hilflos ausgeliefert zu sein – und fängt dann im schlimmsten Fall irgendwann an, gemäß dieser inneren Überzeugung zu handeln.

Der Fairness halber möchte ich durchaus die Möglichkeit anerkennen, dass es auch Menschen gibt, deren Sexualtrieb so groß ist, dass es tatsächlich übermenschlicher Anstrengungen bedarf, diesen ohne professionelle Hilfe im Zaum zu halten. Für diese Menschen, so könnte man argumentieren, ist es wiederum gefährlich, auf reine Selbstwirksamkeit zu setzen, da es sie in dem Glauben bestärken könnte, dass sie es alleine schaffen könnten, wenn das für sie aber gar keine Option ist. Die Antwort könnte daher ein Mittelweg zwischen den beiden Extremen „jeder kann es alleine schaffen, sich zu kontrollieren“ und „Verhaltenskontrolle ist nur mit Therapie erreichbar“ sein. Eine differenzierte Botschaft könnte etwa vermitteln, dass Hilfsangebote gerade für die Menschen da sind, die befürchten, dass sie sonst jemanden etwas antun könnten, während gleichzeitig betont wird, dass dies aber nicht automatisch auf jede pädophile Person zutrifft. Diese Differenzierung fehlt mir in der Debatte bislang weitgehend.

2. Tätern werden Rechtfertigungen auf dem Silbertablett serviert

Ich möchte allen raten, Hilfe zu suchen. Das geht nicht alleine. Und es ist nicht nur, dass die, die es in sich zermürbt, damit Probleme haben. Vor allem schützen Sie Kinder. Wenn Sie so etwas in sich spüren, suchen Sie Hilfe. Zum Schutz der hoffentlich nicht beteiligten Kinder.

Mit diesen Worten schloss Günther Paal eine Videobotschaft, die er am Tag nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe gegen ihn veröffentlichte. Diese Worte stoßen im Grunde in das gleiche Horn wie auch die Botschaften, die durch Expert:innen verbreitet wurden (siehe Punkt 1): Wer pädophil ist, muss sich therapeutische Hilfe suchen; gelingt dies rechtzeitig, können Taten verhindert werden; wenn nicht, sind Straftaten quasi vorprogrammiert. Nicht nur, dass dies die Selbstwirksamkeit pädophiler Menschen untergräbt – die Aneignung dieser Narrativen durch Paal zeigt außerdem deren gefährliches Potenzial zur Rechtfertigung und Verharmlosung von Straftaten.

„Das geht nicht alleine“ ist zunächst einmal eine glatte Lüge, denn zahlreiche pädophile Menschen schaffen es, ohne jegliche Unterstützung zu leben, ohne Kindern Schaden zuzufügen – diese Menschen bleiben in der aktuellen Debatte nur vollkommen unerwähnt und somit unsichtbar. Für Paal erlaubt dies eine Externalisierung seiner eigenen Verantwortung und eine Verschiebung des Fokus von sich selbst auf andere. Das Problem sind nicht länger die Taten Paals, sondern dass ihm nicht rechtzeitig geholfen wurde. Aus seinem individuellen Versagen macht Paal somit ein strukturelles gesellschaftliches Versagen, für das er im Grunde genommen eigentlich gar nichts kann.

Aus Perspektive der Prävention ist es wichtig die Botschaft zu verbreiten, dass letztlich jeder Mensch selber für die eigenen Taten verantwortlich ist. Gesamtgesellschaftlich wird Pädophilie gerne als hinreichende Erklärung für Straftaten akzeptiert: „er hat missbraucht, weil er pädophil ist“. Das ist es aber niemals. Jede Tat ist eine bewusste Entscheidung. Sexuelle Präferenzen dürfen niemals als hinreichende Erklärung für sexualisierte Gewalt akzeptiert werden, da dies Tätern (und solchen, die es werden wollen) immer automatisch eine Rechtfertigung für ihre Verbrechen liefert, nämlich dass sie im Grunde für ihre Taten nichts können, da sie logisch aus Präferenzen folgen würden, die sie sich selber ja nicht ausgesucht haben.

3. Liebe kann auch ein Präventionsmechanismus sein

Als besonders fragwürdig in der Debatte um den Fall Günther Paal fand ich einige Behauptungen, dass Pädophilie überhaupt nichts mit Liebe zu tun habe. Am deutlichsten sagte dies Psychotherapeut Jonni Brem, der das Präventionsprojekt „Nicht Täter werden“ und das Institut für forensische Therapie in Österreich mitbegründete, im Interview mit dem Standard:

Wörtlich bedeutet Pädophilie Kinderliebe – was ja in Wahrheit ein völlig falscher Begriff ist. Wobei manche Pädophile von sich sagen, sie würden Kinder besonders lieben. Tatsächlich geht es aber um die Sexualisierung von kindlichen Körperformen und Ausdrucksweisen. Das ist etwas gänzlich anderes als Kinderliebe.

Ginge es ausschließlich um Sexualstraftäter, wäre dieser Gedankengang dabei vielleicht sogar durchaus zutreffend. Zumindest meine ich, dass jemand, der sexualisierte Gewalt gegen Kinder anwendet nicht von sich behaupten kann, Kinder wirklich zu lieben, auch wenn er selber vielleicht überzeugt davon ist, nur seine „Liebe“ ausgedrückt zu haben.

Aber Brem spricht nicht von Sexualstraftätern, er meint explizit Pädophile im Allgemeinen. Und in dem Kontext grenzt diese Aussage schon an Realitätsverweigerung. Pädophilie ist eine sexuelle Orientierung, die gar nicht so verschieden von anderen sexuellen Orientierungen ist. Dazu gehört auch, dass pädophile Menschen Kinder nicht nur sexuell begehren, sondern sich auch in sie verlieben können, so wie sich die meisten heterosexuellen Menschen in Personen des anderen Geschlechts verlieben. Dies bestätigt auch eine 2024 veröffentlichte wissenschaftliche Studie (und kann ich auch aus persönlicher Erfahrung bestätigen).

Bezogen auf Prävention und den Therapieerfolg präventiver Therapien ergeben sich hier mehrere Implikationen. Eine erfolgreiche Therapie erfordert es, dass den Klienten ernsthaft zugehört wird, und ihnen mit Respekt begegnet wird. Nur so kann eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Behandelnden und Klienten aufgebaut werden, was die Basis für einen Therapieerfolg bildet. Wer behauptet, Pädophile könnten Kinder nicht wirklich lieben, und dass Liebe für Pädophile immer nur ein Deckmantel für körperliches Begehren sei, leugnet letztendlich, dass ihre Emotionen real sind. Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Therapie wirklich erfolgreich sein kann, die Klienten nicht dort abholt, wo sie stehen, und stattdessen ihre Gefühle als unehrlich und falsch deklariert. Würde mir ein Therapeut so etwas sagen, würde ich mich unverstanden und nicht gesehen fühlen, mein Vertrauen zu dem Therapeuten wäre fundamental erschüttert und ich würde gegebenenfalls eine Therapie auch abbrechen, wenn sich derartige Vorfälle häufen.

Davon abgesehen frage ich mich, ob Brem hier nicht auch eine große präventive Ressource ungenutzt liegen lässt. In der Regel möchte man Menschen, die man liebt, keinen Schaden zufügen. Können Gefühle von Liebe nicht also auch einen präventiven Effekt haben? Warum wird nicht darauf aufgebaut, und Liebe als Motivator für die viel zitierte Verhaltenskontrolle ausgearbeitet, anstatt Menschen einfach pauschal ihre Kinderliebe abzusprechen?

Zuletzt verwundert mich dieser Fokus auf das Sexuelle. Pädophilie bedeutet in der Regel, dass sowohl romantische Gefühle als auch körperliches Begehren zu Kindern vorhanden ist. Bei dem Einen ist der sexuelle Aspekt stärker betont, bei der Anderen der romantische, die meisten haben aber vermutlich eine Mischung aus beidem. Warum beschränkt sich Brem also so sehr auf die „Sexualisierung von kindlichen Körperformen und Ausdrucksweisen“? Seltsamerweise heißt es sonst oft, dass sexuelle Gefühle und Verlangen nach Möglichkeit vermieden und unterdrückt werden soll (siehe auch Punkt 4), gleichzeitig wird an dieser Stelle aber ein ausschließlicher Fokus auf die Sexualität gelegt.

4. Negative Folgen von Vermeidungstherapien für die psychische Gesundheit

Wie ich im letzten Beitrag beschrieben habe, wird von allen in der Debatte zu Wort kommenden Expert:innen ausschließlich eine Form von Therapie beworben, die auf Abstinenz und Vermeidung setzt. Anstatt einen angemessenen Umgang mit der sexuellen Präferenz zu Kindern zu finden, sollen stattdessen potenziell erregende Situationen und der Kontakt zu Kindern generell vermieden werden. Dabei stellt sich, abgesehen von der praktischen Umsetzbarkeit, die Frage, was so ein Umgang eigentlich für Auswirkungen auf die psychische Gesundheit der Klienten hat.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass der Kontakt zu Kindern für Pädophile eine unheimlich erfüllende Erfahrung sein kann. Die Vermeidung jeglichen Kontaktes kann wiederum soziale Isolation befördern, wenn zum Beispiel der Kontakt zu Freunden abgebrochen wird, nachdem diese ein Kind bekommen haben. Und sämtliche potenziell erregenden Situationen zu vermeiden, kann im Alltag ebenfalls sehr stark einschränkend sein, und viele Freizeitaktivitäten wie Urlaube am Meer, Kinobesuche oder ehrenamtliches Engagement in Vereinen unmöglich machen. Philipp Pümpel sah sogar schon das regelmäßige Anschauen von Kindersendungen in den eigenen vier Wänden kritisch. Es erscheint nicht allzu weit hergeholt, dass diese Art des Umgangs Menschen unglücklicher in ihrem Leben macht. Dabei will ich gar nicht bestreiten, dass es (pädophile) Menschen gibt, die sich am besten von Kindern fern halten sollten, weil sie zum Beispiel tatsächlich nicht angemessen mit ihnen umgehen können. Das Problem ist auch hier, wenn ein Umgang, der für manche Menschen ratsam sein kann, pauschal von allen verlangt wird, ungeachtet der Negativfolgen, die dieser Umgang potenziell auch haben kann.

Exemplarisch dafür kann ein Fall eines Klienten des KTW-Standorts Bamberg stehen, über den die Mitarbeitenden in einem Artikel für die Sexuologie-Zeitschrift berichteten. Der Klient, ein 18-jähriger Transmann, begab sich in Therapie, nachdem er pädophile Neigungen bei sich bemerkt hatte. Laut Bericht entwickelte er während einer mehrmonatigen Therapiepause den Wunsch, ein Praktikum in einer Kinderkrippe machen zu wollen, da er den Kontakt zu Kindern als positive Ressource empfand. In der Gruppentherapie wirkten die anderen Gruppenteilnehmer so lange auf ihn ein, bis er seinen Wunsch aufgab und stattdessen eine Ausbildung als Altenpfleger begann. Ein klassischer Fall für eine auf Vermeidung ausgelegte Therapie also, wobei der Grund dafür, dass ihm sein Berufswunsch ausgeredet wurde in dem Bericht unklar bleibt – den Behandelnden selbst zufolge jedenfalls konnte bei dem Klienten das Risiko einer Fremdgefährdung „vollständig ausgeschlossen“ werden. Der Klient brach die Therapie schließlich wegen eines Umzugs ab, wobei es ihm psychisch am Ende überhaupt nicht gut ging: laut Bericht bestand bei ihm nach wie vor ein immenser Leidensdruck, den er nur noch durch den Konsum von Drogen zu lindern wusste. Ein direkter Zusammenhang wird in dem Bericht zwar nicht hergestellt, aber es scheint plausibel, dass seine psychische Verfassung zumindest zum Teil daraus resultierte, dass ihm sein Lebenstraum zunichtegemacht wurde, aufgrund einer diffusen Angst vor einem nicht näher benannten „Risiko“, die noch nicht einmal die Behandelnden konkret fundieren konnten. Dr. Anna Konrad veröffentlichte in der gleichen Zeitschrift außerdem eine Untersuchung einer kleinen Stichprobe von KTW-Klienten und stellte fest, dass es immer wieder Klienten gibt, denen es nach der Therapie psychisch deutlich schlechter geht, als vorher. Es steht also eine Frage im Raum, mit der wir uns unbedingt beschäftigen müssten: Sorgen Vermeidungstherapien dafür, dass es den Klienten durch die Therapie psychisch schlechter geht?

Nun eröffnen Therapien, die möglicherweise häufig zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustands der Klienten führen schon für sich genommen ethische Fragen und Bedenken. Aber auch unter dem Aspekt der Prävention ergeben sich Bedenken, denn psychische Probleme sind nicht zuletzt auch ein Risikofaktor für sexualisierte Gewalt. Wer hat am Ende also das größere Risiko, sexuelle Übergriffe auf Kinder zu begehen: der Pädophile, der viel Kontakt zu Kindern hat, dadurch aber persönlich erfüllt und zufrieden ist; oder der Pädophile, der zwar keinen Kontakt zu Kindern hat, aber in suizidalen Depressionen gefangen ist und regelmäßig unter Alkoholeinfluss steht, um diesen Schmerz irgendwie zu lindern?

Und bevor jemand „falsches Dilemma!“ schreit: natürlich ist das Bild des glücklichen, von Kindern umgebenen Pädophilen gegen den vereinsamten und in Depressionen versandeten Pädophilen viel zu einfach. Grundsätzlich stellt sich aber die Frage, ob Therapien, die lediglich auf Vermeidung aus sind nicht aus völlig falschen Gründen zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes ihrer Klienten führen und dadurch ihr Risiko für sexualisierte Gewalt erhöhen können. Davon abgesehen stellt sich auch die Frage, ob sich Kinderkontakt realistisch immer vermeiden lässt, wenn man nicht gerade als Einsiedler irgendwo in der Wildnis leben möchte. Und falls es dann doch einmal zu einem Kontakt mit einem Kind kommen sollte, stellen auf Vermeidung ausgelegte Therapien vor allem eines sicher: dass deren Klienten für solche Situationen absolut unvorbereitet sind, und selber in dem Kontakt erst einmal nur die Möglichkeit für einen Missbrauch sehen.

5. Ressourcen werden nicht bestmöglich eingesetzt

In der gesamten durch den Fall Paal ausgelösten Debatte rund um die Frage, wie mögliche Täter von Taten abgehalten werden können, ging es ausschließlich um die Behandlung pädophiler Menschen. Dies ist besonders bemerkenswert, weil diejenigen, welche derartige Therapien in den letzten Wochen vermehrt beworben haben gleichzeitig betonten, dass die meisten Taten ja gar nicht von pädophilen Menschen begangen werden. Der genaue Anteil variiert, je nachdem, wen man fragt, aber so ziemlich alle Expert:innen sind sich grundsätzlich darin einig, dass Pädophile nur eine Minderheit unter den Täter:innen bilden.

Machen wir uns einmal klar, was das in der Realität eigentlich bedeutet. Gehen wir davon aus, dass um die 20 % der Sexualstraftäter gegen Kinder pädophil sind, wie es zum Beispiel Philipp Pümpel glaubt. Das bedeutet also, selbst wenn präventive Therapien jede:n Pädophile:n erreichen würden, und in jedem einzelnen Fall Taten vollständig verhindern könnten (was sehr unrealistische Annahmen sind), dann würden 80 % der Sexualstraftäter gegen Kinder weiterhin ungehindert ihr Unwesen treiben. Oder um es für Eltern anders auszudrücken: wenn es ohne präventive Therapien für Pädophile eine Wahrscheinlichkeit von 1 % gibt, dass ein Babysitter, dem man das eigene Kind anvertraut sexualisierte Gewalt ausübt, würde diese Wahrscheinlichkeit selbst mit solchen unrealistisch perfekten Therapien lediglich auf 0,8 % fallen. Welche Eltern würde das wirklich ruhiger schlafen lassen?

Offensichtlich ist jeder sexuelle Übergriff gegen ein Kind, der verhindert werden kann, ein unschätzbarer Gewinn, ganz gleich, ob der von Taten abgehaltene Mensch pädophil ist oder nicht. Gleichzeitig gibt es auch für Prävention von Kindesmissbrauch nicht unendliche Ressourcen. Es stellt sich daher die wichtige Frage, ob die existierenden Ressourcen für täterorientierte Prävention maximal effizient eingesetzt werden, um möglichst viele Übergriffe zu verhindern, wenn diese fast vollständig in Projekte investiert werden, die 80 % der potenziellen Täter:innen schon a priori kategorisch ausschließen. Ein weniger starker Fokus auf Pädophile als potenzielle Täter dagegen würde die Möglichkeit eröffnen, die Gruppe der potenziellen Täter als Ganzes zu erreichen. Selbst wenn ein gemeinsames Therapieangebot für pädophile und nicht-pädophile Menschen, die befürchten, Übergriffe zu begehen, warum auch immer nicht sinnvoll ist (in der Realität sind Behandlungsangebote für Pädophile stark an der Behandlung von Sexualstraftätern angelehnt), sollte sich zumindest die Frage stellen, was wir zusätzlich zu den bestehenden Angeboten für Pädophile tun können, um die restlichen 80 % auch zu erreichen.

Auf der anderen Seite scheint es außerdem wahrscheinlich, dass sich viele Pädophile, die eigentlich gar nicht gefährdet sind, sexualisierte Gewalt gegen Kinder auszuüben von der Werbung von Präventionsprojekten angesprochen fühlen, weil diese sich gezielt an Pädophile richtet. Die Ressourcen, die in die Behandlung dieser Gruppe fließt, sind rein aus dem Blickwinkel der Prävention betrachtet im Grunde verschwendet, da Menschen mit dem Ziel, Taten zu verhindern behandelt werden, die diese Behandlung aber gar nicht brauchen.

Leider handelt es sich hier um einen riesigen blinden Fleck in der Debatte. Um nur ein Beispiel von vielen zu nennen: Dr. Elisabeth Quendler-Adamo beschrieb in zwei Absätzen eines Kommentars für den Standard ausführlich, aus was für Motivationen die Mehrheit der Täter Übergriffe gegen Kinder begeht: als Ersatz für unerfüllte Grundbedürfnisse, wegen Problemen in Beziehungen zu Erwachsenen, um Ohnmachtsgefühle umzukehren, aufgrund einer eskalierten Pornografiesucht oder weil die Täter wegen Intelligenzminderung oder Entwicklungsverzögerung selber geistig noch auf der Stufe eines Kindes sind. Am Ende ihres Kommentars, nach dieser ausführlichen Aufzählung von nicht-pädophilen Tätergruppen, fordert sie von der Politik mehr Anlaufstellen aber doch wieder nur für Menschen „mit pädophiler oder hebephiler Präferenz“. Gleichzeitig scheinen Journalist:innen bei dem Thema verlernt zu haben, Aussagen kritisch zu hinterfragen, sodass die eigentlich brennend offensichtliche Frage nie gestellt wird: Wie können wir die große Mehrheit der nicht-pädophilen Menschen erreichen, um zukünftige Taten zu verhindern?

6. Vom Großteil der Täter wird abgelenkt

Dass im Kontext Prävention eigentlich nur über Pädophile gesprochen wird, hat darüber hinaus die Auswirkung, dass in den Köpfen der Leute am Ende vor allem das Stereotyp des pädophilen (potenziellen) Täters hängen bleibt, der große Anstrengungen übernehmen muss, nicht sexuell übergriffig zu werden. Dass nicht-pädophile Menschen auch Kinder missbrauchen, bleibt somit bestenfalls eine Randnotiz, aus der keine Konsequenzen folgen und die damit nicht wirklich ernst genommen werden muss.

Die diversen Missbrauchsfälle der letzten Jahre, und nicht zuletzt der Fall um Günther Paal, haben offensichtlich gemacht, dass sexualisierte Gewalt gegen Kinder überall und in jeder gesellschaftlichen Schicht vorkommt. Täter sind nicht irgendwelche Fremden, sondern Menschen aus dem unmittelbaren Umfeld, denen man solche Übergriffe nicht zugetraut hätte, oder die man sogar persönlich wertgeschätzt hat. Der Fokus auf pädophile Täter ermöglicht es gewissermaßen, sich wieder in die Illusion hineinzubegeben, dass nur „perverse“ und „kranke“ Menschen zu solchen Taten in der Lage sind. Täter sind also am Ende doch wieder nur Menschen, die nichts mit einem selber gemein haben. Man kann also Täter vielleicht nicht von außen erkennen, aber sich dennoch damit beruhigen, dass diese sich in einem Aspekt fundamental vom Rest der „normalen“ und „gesunden“ Menschheit unterscheiden.

Wenn die Verantwortung für sexualisierte Gewalt gegen Kinder hauptsächlich bei Pädophilen gesucht und Kindesmissbrauch als Folge einer „Krankheit“ gesehen wird, hat dies den angenehmen Seiteneffekt, dass der eigene Umgang mit Kindern nicht hinterfragt werden muss. Die gesellschaftliche Mehrheit kann somit weiterhin in der Illusion leben, dass sie Kindern von Natur aus nichts wirklich Schlimmes antun können, solange sie nicht pädophil sind. Selbstreflexion und kritisches Hinterfragen des eigenen Umgangs mit Kindern, und gegebenenfalls Konsequenzen wie das Distanzieren von sämtlichen Kindern im eigenen Umfeld werden somit eigentlich nur von Pädophilen Menschen eingefordert, wenn es eigentlich eine Sache ist, die allen erwachsenen Menschen guttun würde.

In Anbetracht der Tatsache, dass so um die 80 % der Täter von sexualisierter Gewalt gegen Kinder nicht pädophil sind (siehe Punkt 5), stellt sich die Frage, ob diese Narrativen nicht direkt dazu führen, dass manche potenzielle Täter problematische Tendenzen in sich nicht wahrnehmen, weil sie in der falschen Überzeugung leben, als nicht-pädophile zu sexualisierter Gewalt gegen Kinder gar nicht in der Lage zu sein. Jedenfalls darf die Verantwortung für Prävention nicht auf eine Minderheit reduziert werden. Machtgefälle zwischen Erwachsenen und Kindern gibt es immer, und damit auch immer ein Risiko, dass diese Machtgefälle zu Ungunsten der Kinder ausgenutzt werden. Sich zu hinterfragen muss die Pflicht sämtlicher Erwachsenen sein, die mit Kindern zu tun haben, und nicht nur pädophiler Menschen.

7. Überhöhung von Therapieangeboten

Bemerkenswert ist das Selbstbewusstsein, mit der manche Expert:innen ihre Therapieangebote bewerben. Philipp Pümpel behauptete im ORF zum Beispiel, sein Therapieprogramm „Nicht Täter Werden“ würde „definitiv“ verhindern können, dass Sexualstraftaten begangen werden (vorausgesetzt die Pädophilen gehen frühzeitig genug in Therapie). Auf diese Weise rechtfertigt er eine Forderung an die Politik nach einem fünfstelligen monatlichen Betrag, um sein Programm ausbauen zu können. Einen Beweis dafür, dass seine Therapie tatsächlich hält, was er verspricht, bleibt Pümpel aber schuldig.

Eigentlich wäre es Aufgabe von Journalisten, solche Behauptungen zu prüfen und einzuordnen. Dabei hätte man feststellen können, dass Therapien wie „Nicht Täter Werden“, die vor allem auf Abstinenz und Vermeidung aufbauen, bislang keine belastbare Evidenz für ihre Wirksamkeit haben. Dass dies heutzutage eigentlich gar nicht mehr passiert, muss fast schon als eine Art kollektiven journalistischen Versagen bewertet werden. Das ist besonders problematisch, da es hier um handfeste Steuergelder geht, die an anderer Stelle fehlen, wenn sie Programmen wie „Nicht Täter werden“ zugesprochen werden (siehe Punkt 5).

Dass sich dieser "Abstinence-Only-Therapieansatz“ inzwischen im deutschsprachigen Raum als so ziemlich der einzige Ansatz etabliert hat, lässt diesen Umgang als vermeintlich einzig richtigen Therapieansatz und „best practice“ im Umgang mit Pädophilen erscheinen. Diese unkritische Überhöhung aktueller präventiver Therapieangebote, ohne handfeste Beweise für die tatsächliche Wirksamkeit zu fordern, führt im schlimmsten Fall also dazu, dass die z. B. von Pümpel angeforderten Gelder wirkungslos verpuffen, während alternative und möglicherweise effizientere Ansätze gar nicht mehr in Erwägung gezogen werden.

8. Missbrauch zerstört nicht immer ein Leben

Es gibt eine Sache, die in Debatten rund um Missbrauchsfälle und auch um den Fall Paal immer wieder behauptet wird, die ich für besonders problematisch halte: Der Gedanke, dass die Betroffenen auf jeden Fall durch das ihnen Widerfahrene ein Leben lang geschädigt seien. So sagte Schauspielerin Elke Winkens zum Beispiel über Günther Paal, dass er ein Leben zerstört habe. Solche Formulierungen sollen wohl die Schwere von Paals Taten betonen und den Abscheu demgegenüber zum Ausdruck bringen, sind aber selber dem Opfer gegenüber zutiefst übergriffig: Denn mit welchem Recht stellen sich Menschen hin und erklären das Leben eines fünfjährigen Mädchens, das ihr ganzes Leben noch vor sich hat, öffentlich jetzt schon als verwirkt und zerstört?

Das heißt nicht, dass die Gewalt, die das Mädchen erfahren hat, nicht noch zu Spätfolgen in ihrem Leben führen kann. Aber mit Sicherheit ist es viel zu früh, ihr Leben abzuschreiben und sie als irreparabel geschädigt zu erklären, als könne sie für den Rest ihres Lebens keine Freude mehr erfahren. Viele Betroffene sexualisierte Gewalt können, gegebenenfalls mit professioneller Hilfe, ihre Erfahrungen bearbeiten und ein weitestgehend normales und erfülltes Leben führen. Ich sage das nicht, um die Taten Paals zu bagatellisieren, sondern weil ich es für wichtig halte Betroffene zu bestärken, sich nicht selber aufzugeben. Auch Betroffenenorganisationen wie zum Beispiel die Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs weisen darauf hin, dass das Leben durch sexualisierte Gewalt zwar erschwert, aber nicht verwirkt werde. Und der Kinderschutzverein Zartbitter e. V. kritisiert, dass „eine Öffentlichkeitsarbeit mit der Generalisierung ‚Opfer leiden ihr Leben lang‘ oder ‚Missbrauch gleich Seelenmord‘ nicht nur faktisch falsche Botschaften vermitteln, sondern auch extrem opferfeindliche, da sie Hoffnung auf Heilung zerstört“.

Solche Aussagen sollen meist Wut und Hass gegenüber dem Täter anfachen und instrumentalisieren diese Gefühle nicht selten zur Erreichung eigener politischer Ziele. Im Fall Paal begründete zum Beispiel die rechtsextreme FPÖ Angriffe gegen die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten, in denen Paal öfter Auftritte hatte damit, dass das Leben des Mädchens „möglicherweise dauerhaft zerstört wurde“ und durch die Tat ihre Seele ermordet worden sei. Die Landeshauptfrau von Niederösterreich, Johanna Mikl-Leitner, wiederum forderte härtere Strafen mit ähnlicher Begründung. Beachtenswert ist hierbei, dass weder härtere Strafen, noch die von der FPÖ geforderte Abschaffung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in seiner jetzigen Form unmittelbar dazu führen, dass es dem betroffenen Mädchen besser geht oder ähnliche Taten in der Zukunft verhindert werden können. Es handelt sich hier also um eine Instrumentalisierung des Falles zur Umsetzung einer politischen Agenda, von der die Sprecher letztendlich vor allem selber profitieren.

Auf den ersten Blick wirken Aussagen von lebenslangem Leid und zerstörten Kinderseelen also wie Solidarität mit Betroffenen, wie eine besonders starke Verurteilung sexualisierter Gewalt. Tatsächlich haben diese Narrativen unmittelbare negative Folgen für Betroffene und die Prävention weiterer Missbrauchstaten. Der Betroffenenrat stellte in einer Stellungnahme dazu fest, dass die Darstellung von Betroffenen als „zerstörte Gestalten“ dazu führe, dass ihre Position oft nicht ernst genommen werde, da ihnen nicht mehr zugetraut werden, zuverlässige Gesprächspartner zu sein. Die Angst, als „beschädigte Ware“ stigmatisiert zu werden, kann schließlich auch dazu führen, dass Betroffene nicht über ihre Erlebnisse reden und keine Hilfe suchen, worauf etwa der Verein Wildwasser e. V. hinweist. Zu guter Letzt füttern Erzählungen von lebenslang geschädigten Opfern vor allem den eigenen selbstgerechten Zorn gegen Täter, der sich in Rachegelüsten und Forderungen nach härteren Strafen niederschlägt. Geholfen wird Betroffenen dadurch nur leider nicht, stattdessen sorgt dies dazu, dass der Fokus immer wieder von den Betroffenen weg und hin auf die Täter gerichtet wird.

Fazit: Wohlfühlgeschichten auf Kosten der Kinder?

In all den genannten Punkten sehe ich einen gemeinsamen Kern. Die vermittelten Botschaften mögen vielleicht negative Konsequenzen für die Prävention von Kindesmissbrauch haben, aber gleichzeitig ist der Glaube daran überaus angenehm für die Mehrheitsgesellschaft. Wer annimmt, alle Pädophile müssten in Therapie, um Taten zu verhindern, entgeht der Frage, ob nicht-straffällige Pädophile nicht doch als Teil der Gesellschaft akzeptiert werden sollten. Wer bei täterorientierter Prävention nur daran denkt, wie Pädophile von Taten abgehalten werden können, muss sich nicht damit beschäftigen, ob er selber eventuell problematische Tendenzen im Umgang mit Kindern in sich trägt. Wer Kindesmissbrauch als Pathologie, also als eine Art Krankheit begreift, für die Therapie das Heilmittel ist, muss sich nicht mit schwierigen und schmerzhaften Fragen nach Verantwortung und missbrachsbegünstigenden Strukturen auseinandersetzen. Und sich in Hass und Rachegefühlen für Täter hereinzusteigen ist irgendwo ja auch eine Form emotionaler Katharsis, auch wenn dies unter Umständen auf Kosten von Betroffenen geht, die auch nach erlebter Gewalt noch ein erfülltes Leben führen wollen.

Es scheint mir daher, dass die derzeit dominanten Botschaften und Narrativen zur Prävention nicht deshalb beliebt sind, weil sie sich als besonders wirkungsvoll erwiesen haben, sondern weil sie für die Mehrheitsgesellschaft besonders gefällig sind. Es scheint eher um Bewältigungsstrategien einer überforderten und schockierten Gesellschaft zu handeln, die im Angesicht erschreckender Missbrauchsfälle nach immer neuen Wegen sucht, die Augen vor der Problematik zu verschließen und die Verantwortung für Taten nach außen zu verlagern.

Sexualisierte Gewalt gegen Kinder ist keine Krankheit, sondern eine bewusste Entscheidung, für die der Täter immer die volle Verantwortung trägt. Pädophilie ist keine hinreichende Erklärung für Kindesmissbrauch, und es gibt keinen Automatismus, der Pädophile ohne therapeutische Intervention zu Taten verleitet. Die meisten Täter sind nicht pädophil, und wir müssen uns mit der Frage auseinandersetzen, was das bedeutet und wie wir die nicht-pädophile Mehrheit effektiv erreichen können. Und bei aller Verurteilung von sexualisierter Gewalt gegen Kinder ist es wichtig, Betroffenen trotzdem die Möglichkeit einzugestehen, ihre Erfahrungen zu überwinden und trotz allem ein glückliches Leben führen zu können. Ich bin überzeugt davon, dass wir deutlich effektiver Prävention betreiben könnten, wenn wir als Gesellschaft diese Botschaften wirklich verinnerlichen und danach handeln würden.