Dieser Text wurde ursprünglich am 6. Dezember 2020 von Sirius auf kinder-im-herzen.net veröffentlicht.
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Stigma: eine Geschichte in Bildern

Vor kurzem wurde mein Twitter-Account ohne Vorwarnung oder Angabe von Gründen gelöscht. Das kommt nicht wirklich unerwartet, nachdem Twitter erst im Oktober stillschweigend seine Richtlinien geändert hat, und seitdem das "Fördern oder Normalisieren von sexueller Anziehung zu Minderjährigen als Form der Identität oder sexuellen Orientierung" auf der Plattform verbietet. Einige andere Accounts von pädophilen Menschen, darunter auch welche von Aktivisten und Selbsthilfegruppen, die sich explizit für die Prävention von sexuellem Kindesmissbrauch einsetzen, hat in der Vergangenheit bereits ein ähnliches Schicksal getroffen.

Eines der letzten Tweets, die ich auf der Plattform gelesen habe, stammen vom kanadischen Kriminologen Dr. Jamie Livingston und drehen sich passenderweise um die verschiedenen Formen von Stigmatisierung, die anhand eines Bildes erklärt werden . In den Tweets geht es um Stigmatisierung im Allgemeinen, aber die Aussagen lassen sich meiner Meinung nach sehr gut auf die Situation pädophiler Menschen im Besonderen anwenden. Ich habe die kurzen Texte daher einmal zum Nachlesen ins Deutsche übersetzt. Die Tweets kann man im Original hier nachlesen.


Stigmatisierung ist ein sozialer Vorgang, bei dem ganze Gruppen von Menschen aufgrund negativer Stereotype ausgeschlossen, abgelehnt, beschämt, diskreditiert und entwertet werden. Stigmatisierung ist die Ausübung von Macht.

Selbst-Stigmatisierung enthält die negativen Wahrnehmungen und widrigen Erfahrungen derer, die mit stigmatisierten Eigenschaften leben.

Ferkel hat zwar kein H1N1 (Schweinegrippe), aber er wird dennoch als minderwertig und gefährlich gesehen, was zu seiner sozialen Ausgrenzung und Entmachtung führt.

Soziale Stigmatisierung findet statt, wenn soziale Gruppen negativen Stereotypen zustimmen und sich schädlich und diskriminierend gegenüber Menschen mit stigmatisierten Eigenschaften verhalten.

Der wütende Mob steht in Solidarität zusammen. Ihr Verhalten wird von Angst, Abscheu und einem Streben nach sozialer Distanz angetrieben.

Strukturelle Stigmatisierung ist in den Regeln, Grundsätzen und Vorgängen sozialer Institutionen verwurzelt, welche die Rechte, Ressourcen und Möglichkeiten einzelner Menschen nach Belieben einschränkt.

Dominante soziale Gruppen behalten alle Ressourcen und nutzen sie, um auszugrenzen, zu unterwerfen, und zu benachteiligen.