Dieser Text wurde ursprünglich am 24. Januar 2021 von David auf kinder-im-herzen.net veröffentlicht.
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Offener Brief an Arndt Klocke - GRÜNEN-Abgeordneter im NRW-Landtag

Vor einiger Zeit machte in der Community die Hetzrede der AfD-Abgeordneten Iris Dworeck-Danielowski die Runde. Und im Zuge dessen dürfte einigen auch der Name Arndt Klocke ein Begriff sein. Richtig. Es handelt sich um den Mann, der sich die gesamte Hetzrede stumm anhörte und bei der ersten Erwähnung von Homosexualität, gegen Ende, die Fassung verlor. Es scheint ihm ungeheuerlich, wie jemand gegen Homosexualität hetzen kann. Hetze gegen Pädophilie ist für ihn dabei jedoch scheinbar eine Selbstverständlichkeit.

Zu diesem Schluss muss ich leider kommen, da ich Herrn Klocke vor einiger Zeit eine Mail schrieb, auf die er (erwartungsgemäß) nicht reagierte. Schade eigentlich. Es wäre mal ganz schön gewesen, überrascht zu werden.

Wie auch immer. Die Mail möchte ich euch nicht vorenthalten.


Hallo Herr Klocke,

ich möchte mich bloß kurz bei Ihnen melden und Sie auf etwas hinweisen und Sie freundlich um eine Entschuldigung bitten. Gemessen an Ihren Aussagen im NRW-Landtag wird es Ihnen vermutlich schwer fallen, mir überhaupt zuzuhören. Dennoch bitte ich Sie, ein wenig Courage zu zeigen, und nicht den einfachen Ausweg zu wählen. Ich wäre Ihnen sehr verbunden.

https://www.youtube.com/watch?v=b1nXPKfx9nQ

Frau Iris Dworeck-Danielowski hat in ihrer Rede am 16.09.2020 pädophile Menschen, wie mich, schwer beleidigt, gegen uns gehetzt und sich dafür ausgesprochen, man müsse uns pauschal als potentielle Täter behandeln, völlig unabhängig davon, ob wir Taten begehen, oder nicht. Es handelte sich um Volksverhetzung der übelsten Sorte. Niemand ist dazwischen gegangen. Erst als sie sich gegen Homosexuelle wendete, sahen Sie, Herr Klocke, auf einmal ein Problem:

https://youtu.be/b1nXPKfx9nQ?t=1176 https://youtu.be/b1nXPKfx9nQ?t=1250

Ich möchte mir nicht anmaßen, Ihnen vorzuwerfen, dass die Ausgrenzung und Stigmatisierung einer ganzen Minderheit für Sie eine Selbstverständlichkeit ist. Ich vermute, Sie haben einfach aus Angst und Unsicherheit gehandelt. Es ist keine Schande, das einzugestehen. Ich weiß nicht, wie ich es anders werten soll, dass Sie sich davon beleidigt fühlten, mit Pädophilen, wie mir, in einem Atemzug genannt zu werden.

Ihre Aussagen haben mich sehr verletzt, Herr Klocke. Ich bin auch ein Mensch und habe ein Recht auf Grundrechte. Ich bin nicht anders als Sie und Sie können sich nicht auf meine Kosten besser stellen.

Falls Sie den Mut dazu besitzen, bitte ich Sie, sich ein wenig zu informieren und das Video, das ich oben verlinkt habe, im Ganzen zu sehen. Weitere Informationen finden Sie in unseren Projekten "Wir sind auch Menschen" und "Kinder im Herzen", oder im Projekt unserer Freunde bei "Schicksal-und-Herausforderung".

In der Hoffnung, dass Sie die Größe besitzen, anders zu sein, als der wütende Mob, der unseren Ausschluss aus der Gesellschaft fordert, verbleibe ich mit der Bitte um eine Entschuldigung. Und mit der Bitte um Differenzierung. Ich bin kein Täter. Ich bin ein Mensch wie Sie. Und ich möchte als solcher behandelt werden.

Mit freundlichen Grüßen

David

im Namen des Teams von Kinder-im-Herzen


Abschließend bleibt für mich nur noch eines zu sagen. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass Sie das hier überhaupt lesen, Herr Klocke: Dass Sie bei Ihren diskriminierenden Aussagen bleiben und es nicht für nötig halten, sich bei einem Menschen zu entschuldigen, den Sie verletzt haben, ist ein Armutszeugnis für Sie und Ihre Partei.

In diesem Sinne:

"Unverschämtheit!" ;-)