"Du machst den Beruf doch nur, um dich an den Kindern aufzugeilen."

"Du wirst doch sowieso bei der erstbesten Gelegenheit ein Kind missbrauchen."

"Kinderschutz ist nicht verhandelbar. Deswegen müsst ihr euch so weit von Kindern fernhalten wie nur möglich."

Diese und ähnliche Reaktionen ruft es hervor, wenn Menschen davon erfahren, dass ich oder andere Pädophile in Berufen mit Kindern arbeiten - sei es nun als Erzieher, Lehrer oder sonstiges pädagogisches Fachpersonal. So wie Pädophile allgemein auf diese eine Eigenschaft - die Pädophilie - reduziert und als Gefahr für Kinder gesehen werden, so wird auch in diesem speziellen Fall angenommen, dass Pädophile einzig und allein mit Kindern arbeiten, um sich an ihnen "aufzugeilen" und mindestens einmal Material für ihre Fantasien zu sammeln, wenn nicht sogar, um die Kinder direkt zu missbrauchen, wenn sich ihnen eine Gelegenheit bietet. In der Vorstellung dieser Leute dient alles, was Pädophile tun, letztlich nur der Befriedigung ihrer sexuellen Bedürfnisse. Und wer etwas anderes behauptet, belügt entweder sich selbst oder alle anderen. Dass Pädophile aus anderen Gründen einen Beruf mit Kindern suchen - vielleicht sogar aus den gleichen Gründen, aus denen nicht-pädophile Personen mit Kindern arbeiten -, diese Vorstellung existiert überhaupt nicht. 

Ich bin pädophil. Ich kann mich (nicht nur, aber auch) in vorpubertäre Mädchen verlieben und sie mitunter sexuell anziehend finden. Und ich arbeite mit Kindern. Lange habe ich überlegt, wie ich diesen Beitrag angehen soll, damit das, was ich sage, nicht missverstanden werden kann. Damit es nicht so klingt, als wolle ich entweder Gefahren für Kinder verharmlosen oder als wolle ich nur der Gesellschaft nach dem Maul reden. Letztlich habe ich mich entschlossen, einfach ehrlich von meinen Erfahrungen aus der Arbeit mit Kindern und meinen Einstellungen zu dem Thema zu berichten. Wer meinen Beitrag missverstehen will, wird das sowieso. Und wer mich der Verharmlosung oder der Lügen und Anbiederung bezichtigen will, ebenso. Alles, was ich also tun kann, ist so ehrlich wie möglich zu sein und zu hoffen, dass das, was ich zu sagen habe, den ein oder anderen zum Nachdenken anregen wird. 

In diesem Beitrag werde ich daher erzählen, wie ich überhaupt dazu gekommen bin, mit Kindern zu arbeiten, aus welchen Gründen ich diesen Beruf nach wie vor machen will, ob all die Klischees und Vorurteile über Pädophile, die mit Kindern arbeiten, tatsächlich auf mich zutreffen, welche Schwierigkeiten die Arbeit mit Kindern möglicherweise tatsächlich mit sich bringt und nicht zuletzt welche Voraussetzungen meiner Ansicht nach gegeben sein müssen, um (als Pädophiler, aber auch allgemein) mit Kindern arbeiten zu können. 

Wie bin ich zu dem Beruf gekommen? 

Zuerst einmal sollte ich erwähnen, dass ich mir erst recht spät bewusst geworden bin, dass ich pädophil bin. Nämlich nachdem ich bereits begonnen habe, mich beruflich in Richtung einer Arbeit mit Kindern zu orientieren und schon am Ende meines Freiwilligen Jahres stand, das ich nach der Schule in einem Kindergarten absolviert hatte. Es war also nicht so, dass ich wusste, dass ich pädophil bin und mich dann für eine Arbeit mit Kindern entschieden habe. Und es war auch nicht so, dass ich, als sich das erste Mal ein Mädchen auf meinen Schoß gesetzt hat, sofort erregt wurde und mir dachte "Ok, ich bin definitiv pädophil". Wenn ich so schnell in der Nähe von Kindern erregt würde, wäre das nämlich durchaus ein Problem und ich hätte mich nicht für diesen Beruf entschieden. 

Die Idee zu diesem Freiwilligen Jahr kam tatsächlich von meinen Eltern, da ich zu dem Zeitpunkt nicht wirklich wusste, in welche Richtung es beruflich gehen sollte und ich mir einen Beruf mit Kindern prinzipiell zumindest vorstellen konnte, auch wenn ich zu diesem Zeitpunkt mit Kindern noch gar nicht so viel zu tun gehabt habe. Mit diesem Jahr wollte ich also prüfen, ob dieser Weg etwas für mich sein könnte. Und tatsächlich hatte mir das Frewillige Jahr viel Freude bereitet. Die Kinder mochten mich, die Erzieherinnen bestätigten mir, dass ich gut mit Kindern umgehen konnte und ich selbst ging jeden Tag glücklich nach Hause und freute mich schon, am nächsten Tag wieder in den Kindergarten gehen zu können. Natürlich merkte ich, dass es mich sehr glücklich machte und emotional erfüllte, mit den Kindern Zeit zu verbringen, und wenn diese sich an mich kuschelten oder auf meinen Schoß wollten - und auch, dass diese Gefühle bei Mädchen nochmals stärker waren als bei Jungs. All das verknüpfte ich lange Zeit aber nicht mit Pädophilie, weil sexuelle Gefühle oder Gedanken dabei für mich überhaupt keine Rolle spielten. 

Mehr oder weniger zufällig kam ich über die Plattform gutefrage.net mit dem Thema Pädophilie und insbesondere mit Ruby in Kontakt. Einerseits weil ich zu dem Zeitpunkt durchaus wusste, dass ich jüngere Mädchen auch sexuell anziehend finde (womit ich aber eher Mädchen in und nicht vor der Pubertät meinte), andererseits wusste ich aber unterbewusst vermutlich bereits, dass meine Gefühle für kleine Mädchen intensiver waren als die eines "normalen" kinderlieben Erwachsenen. 

Und so kam es dann, dass ich mich während der letzten Monate meines Freiwilligen Jahres in ein 6-jähriges Mädchen verliebte. Sie war einfach so wundervoll und ich kann mich nicht erinnern, je in der Nähe eines anderen Menschen so glücklich gewesen zu sein wie in ihrer. Ich habe so viele schöne Erinnerungen an sie. Etwa wie sie einmal quer durch den Gruppenraum meinen Namen gerufen hat und, als ich mich zu ihr umdrehte, "Ich liebe dich" zu mir sagte. Oder wie ich einmal morgens in der Gruppenraum kam, wo sie normalerweise immer schon vor mir war und ich sie nirgends entdecken konnte. Wie ich mich dann zu anderen Kindern in die Bauecke gesetzt habe und wie ich sie dann am Frühstückstisch sitzend entdeckt habe, wie unsere Blicke sich getroffen haben, sie mich angelächelt hat und mein Herz einen Hüpfer gemacht hat und ich das Gefühl hatte, als ob alle meine Probleme und Sorgen eigentlich völlig nichtig sind, solange dieses wundervolle kleine Mädchen mich gern hat. 

Durch den Austausch mit Ruby und anderen Pädophilen in unserem Selbsthilfechat, durch die ich lernte, dass die Pädophilie mehr ist als nur die sexuelle Anziehung, sondern eben auch jene liebevollen Gefühle enthalten kann, die ich für "mein" Mädchen empfand, reifte in mir schließlich die Erkenntnis, dass ich wohl selbst pädophil bin. Und nicht lange nach dieser Erkenntnis endete mein freiwilliges Jahr und mit diesem Ende kam auch eine große Welle an Traurigkeit, da ich so viele Kinder, die ich mochte, und besonders natürlich dieses eine Mädchen nicht mehr würde wiedersehen können. Aber gleichzeitig war ich mir sicher, dass ich nach den Erfahrungen dieses Jahres, mit der Freude, die mir der Umgang mit Kindern bereitete und den positiven Rückmeldungen der Kinder und Erzieherinnen, auf dem richtigen beruflichen Weg war und diesen weiterverfolgen sollte - auch wenn ich pädophil war. Und auch wenn ich inzwischen wusste, dass ich Kinder mitunter auch sexuell anziehend finden kann (gerade bei jüngeren Kindern steht allerdings die romantisch-emotionale Anziehung weiterhin stark im Vordergrund). 

Treffen die Vorurteile gegenüber pädophilen Erziehern auf mich zu? 

Aber wie sieht es denn nun mit den eingangs erwähnten Vorurteilen gegenüber pädophilen Erziehern aus? Treffen diese auf mich zu? Mache ich den Beruf letztendlich nur, um mich an den Kindern aufzugeilen und meine Fantasien zu füttern? Oder warte ich gar nur auf die erstbeste Gelegenheit, ein Kind missbrauchen zu können? Und bin ich während der Arbeit ständig erregt?

Es sollte eigentlich bereits deutlich geworden sein, aber natürlich haben diese Vorurteile mit mir und meinen Gründen für die Berufswahl herzlich wenig zu tun. Sexuelle Handlungen jeglicher Art zwischen Erwachsenen und Kindern lehne ich aus Überzeugung ab. Weil ich weiß, welche Folgen sie für Kinder, deren weitere Entwicklung und ihr ganzes Leben haben können. Ich möchte, dass Kinder glücklich sind. Ich möchte ihnen helfen, einen möglichst guten Start ins Leben hinzulegen. Ich möchte, dass sie sich in meiner Nähe wohlfühlen und sich freuen, mich zu sehen. Weil mich genau das eben auch glücklich macht. Wenn sie mir morgens freudestrahlend um den Hals fallen. Wenn sie sich beim Vorlesen an mich kuscheln. Oder wenn ich mit ihnen gemeinsam die Welt entdecken kann und sie mich mit ihrer Sicht auf die Welt immer wieder selbst zum Nachdenken bringen. 

Sexuelle Gedanken spielen für mich während der Arbeit nach wie vor gar keine Rolle. Die meisten Tage vergehen, ohne dass ich auch nur daran denke, dass ich ja eigentlich pädophil bin. Und es ist auch nicht so, dass ich regelmäßig Situationen aus dem Kindergartenalltag mit nach Hause nehme, um diese dann in sexuellen Fantasien weiterzuspinnen. Wenn ich zuhause den Tag Revue passieren lasse, dann sind es insbesondere die Momente, die für mich emotional erfüllend waren, an die ich denke. Momente, in denen ein Kind (meistens sind es dann natürlich Mädchen, an die ich denke) gesagt oder gezeigt hat, dass es mich gerne mag. Manchmal sind es auch stressige Momente, die mir nochmal durch den Kopf gehen. Die gibt es natürlich ebenfalls. 

Dass ich sexuelle Fantasien von Kindern habe, mit denen ich arbeite, ist zwar selten, kam aber schon vor. Mir ist bewusst, dass dies bei vielen erstmal großes Unwohlsein hervorruft, meiner Ansicht nach ist das aber kein grundlegendes Problem. Es kommt viel mehr darauf an, wie man mit dieser Situation umgeht. Denn wenn diese Fantasien in irgendeiner Form den Umgang mit dem Kind beeinflussen, man also währenddessen ständig daran denken muss, dass man ja von diesem Kind fantasiert hat oder diese Fantasien gar im Kontakt zu dem Kind wieder auftauchen und man das Kind aufgrund der Fantasien anders wahrnimmt, dann kann ich absolut verstehen, wenn Leute das als problematisch ansehen. Denn genau das ist es auch. Anders sieht es für mich aus, wenn diese Fantasien etwas sind, das ausschließlich zuhause stattfindet und den Umgang mit dem Kind in keiner Weise berührt. Wenn man mit dem Kind also ungezwungen und so wie mit jedem anderen Kind auch umgehen kann und all die oben geschilderten Gedanken eben nicht hat. Weil man weiß, dass sie im Umgang mit dem Kind keinen Platz haben und Fantasien Fantasien sind und nie mehr sein werden. 

Für mich ist das so ähnlich, wie wenn ein Mann eine Arbeitskollegin, von der er weiß, dass sie kein Interesse an ihm hat, attraktiv findet und alleine im Bett sexuelle Fantasien von ihr hat. Auch dieser Mann muss dafür sorgen, dass die Tatsache, dass er die Frau anziehend findet, seinen Umgang mit ihr nicht beeinflusst und er sie nicht andauernd lüstern anstarrt oder ähnliches. Natürlich können erwachsene Frauen prinzipiell eher sagen, wenn ihnen etwas unangenehm ist und solche Blicke auch besser einordnen als ein Kind es kann, dessen bin ich mir bewusst. Aber eigentlich sollte eine Frau das ja gar nicht erst müssen, weil der Mann sich bestenfalls unter Kontrolle hat. 

Welche Probleme bringt die Pädophilie tatsächlich mit sich?

Die klassischen Vorurteile treffen auf mich also nicht zu. Ein Problem, das die Pädophilie für meine Arbeit mit Kindern mit sich bringt, möchte ich allerdings dennoch ansprechen. Denn wie schon erwähnt bringt die Pädophilie bei mir auch ein großes emotionales Interesse an Mädchen mit. Es ist dabei nicht so, dass ich Jungs nicht mögen würde. Das tue ich durchaus - so wie andere nicht-pädophile Erwachsene Kinder mögen. Aber bei Mädchen ist es doch etwas anderes und die schönsten Momente während des Kindergartenalltags haben für mich meist mit Mädchen zu tun. Nun finde ich es erstmal nicht schlimm, Kinder sehr zu mögen. Das Problem liegt darin, dass es mir mitunter schwer fällt, Mädchen und Jungs gleich zu behandeln. So hatte ich in der Vergangenheit bereits Situationen, in denen ich verschieden gehandelt habe, je nachdem ob es sich bei dem Kind in der Situation um ein Mädchen gehandelt hat oder um einen Jungen. Gemeint sind zum Beispiel solche Situationen, in denen ich ein Kind auf dem Schoß hatte und ein anderes Kind zu mir kam und auch gerne auf meinen Schoß wollte. Hier ist mir aufgefallen, dass ich je nachdem, welches Geschlecht die jeweiligen Kinder hatten, unterschiedlich reagiert habe. 

Zwar glaube ich, dass das gar nicht so selten ist und viele Erzieherinnen und Erzieher Kinder unterschiedlich behandeln, je nachdem welches Kind sie mehr mögen. Dennoch sollte so etwas eigentlich nicht vorkommen und jedes Kind sollte gleich behandelt werden. Ein anderes Beispiel ist hier der Umgang mit Konflikten zwischen Kindern. Wenn zwei Kinder, welche Hilfe bei der Lösung eines Konflikts benötigen, zu mir kommen und eines dieser Kinder ein Mädchen ist, das ich gerne mag, das andere ein Junge, den ich vielleicht sowieso schon etwas anstrengend finde, dann neige ich erst einmal dazu, mich auf die Seite des Mädchen zu stellen und gar nicht vorurteilsfrei an die Sache heranzugehen. Und das stellt durchaus zumindest ein kleines Problem dar, auch wenn, wie bereits angesprochen, andere Fachkräfte ebenfalls ihre Lieblinge haben. Sich dessen bewusst zu sein, dass man Kinder unterschiedlich gerne mag, ist zumindest schonmal ein wichtiger Schritt, um damit angemessen umgehen zu können. 

Für mich ist diese Tendenz, Kinder des präferierten Geschlechts zu bevorzugen aber nicht Grund genug, um zu sagen, dass man grundsätzlich für diese Arbeit ungeeignet ist. Im Folgenden habe ich daher nochmal eine Reihe von Voraussetzungen zusammengetragen, die für mich entscheidend dafür sind, dass man als pädophile Person, aber auch allgemein, mit Kindern arbeiten kann. 

Voraussetzungen für die Arbeit mit Kindern

Eine ganz grundlegende Voraussetzung, um als pädophile Person mit Kindern arbeiten zu können, ist für mich die Überzeugung, dass sexuelle Handlungen zwischen Erwachsenen und Kindern aus ethischen Gründen niemals stattfinden dürfen. Zwar handelt nicht jeder Pädophile, der der Ansicht ist, sexuelle Handlungen mit Kindern seien ethisch vertretbar, auch danach. Dennoch sehe ich hier die Gefahr, dass bestimmte Verhaltensweisen des Kindes als sexuelles Interesse missinterpretiert werden und der Pädophile in Situationen, in denen er davon ausgeht, dass sie nicht bekannt werden, in Versuchung gerät, sich dem Kind in sexueller Absicht anzunähern. Wer der Überzeugung ist, dass sexuelle Handlungen mit Kindern immer missbräuchlich sind und immer eine erhebliche inhärente Gefahr in sich tragen, das Kind nachhaltig zu traumatisieren, der muss nicht immer wieder von neuem überlegen, ob es vielleicht doch eine Situation gibt, in der solche Handlungen vertretbar sind, da er diese Frage bereits abschließend für sich beantwortet hat. 

Eine weitere Voraussetzung ist das Vorhandensein von ausreichend Empathie und einer gesunden Impulskontrolle. Das Fehlen dieser beiden Dinge gilt als Risikofaktor für sexuellen Missbrauch. Während Empathie wichtig ist, um sich in Kinder hineinversetzen zu können und keine Dinge zu tun, die dem Kind schaden können, sorgt eine gesunde Impulskontrolle dafür, dass etwaigen sexuellen Impulsen nicht nachgegangen wird. An dieser Stelle sei aber auch angemerkt, dass diese Eigenschaften nicht nur für Pädophile, sondern auch für nicht-pädophile Personen, die mit Kindern arbeiten, wichtig sind. Wer keine Empathie gegenüber Kindern mitbringt oder seine Impulse kaum kontrollieren kann, ist für die Arbeit mit Kindern ungeeignet, unabhängig von seiner sexuellen Präferenz. 

Wie erwähnt ist die Impulskontrolle wichtig, um sexuellen Impulsen gegenüber Kindern nicht nachzugehen. Dass es derlei Impulse geben kann, ist erst einmal natürlich, da die Pädophilie ein sexuelles Interesse an Kindern mit sich bringt. Dennoch bin ich der Ansicht, dass dies bei der Arbeit mit Kindern die Ausnahme sein sollte. Wer den ganzen Tag erregt ist, wird kaum in der Lage sein, einen natürlichen Umgang mit Kindern zu pflegen und auch Kinder, die oftmals ein sehr gutes Gespür für Stimmungen haben, werden hier merken, dass etwas komisch ist, auch wenn sie den Grund hierfür nicht ganz verstehen können. In diesen Zusammenhang fällt auch der bereits angesprochene Punkt, dass etwaige sexuelle Fantasien, die die pädophile Person zuhause hat, die Arbeit mit den entsprechenden Kindern in keiner Weise beeinflussen dürfen. 

Schließlich muss eine pädophile Person, die mit Kindern arbeiten möchte, bereit sein, die eigenen Bedürfnisse im Zweifel hinter denen des Kindes anzustellen. Dies gilt einerseits für das eigene Bedürfnis nach Nähe und Zuneigung, das sicherlich viele Pädophile mitbringen und das auch erst einmal nicht schlimm ist. Allerdings sollte Körperkontakt immer ausschließlich vom Kind und nicht vom Erwachsenen ausgehen. Wenn das Kind zu mir kommt, mich fragt ob es auf meinen Schoß darf und sich an mich kuschelt, ist das in Ordnung. Wenn ich allerdings das Kind auf meinen Schoß hebe oder es ohne zu fragen umarme, verletzte ich damit die Grenzen des Kindes und stelle meine eigenen Bedürfnisse über die des Kindes. Dies gilt nicht nur für die Bedürfnisse einzelner Kinder, sondern auch für die der Kindergruppe. Es ist natürlich, manchen Kindern gegenüber mehr Zuneigung zu empfinden als gegenüber anderen. Wichtig ist auch hier, dem Bedürfnis, manche Kinder bevorzugt zu behandeln, nicht nachzugeben, sondern allen Kindern fair, freundlich und bedürfnisorientiert zu begegnen. Dieser Punkt gilt selbstverständlich ebenfalls für alle pädagogisch tätigen Personen und nicht nur für Pädophile. 

Der letzte Punkt und die letzte Voraussetzung, die ich ansprechen möchte, ist die Fähigkeit, das eigene Handeln zu reflektieren. Wir Menschen sind nicht perfekt und können nicht immer in jeder Situation perfekt reagieren und handeln. Fehler zu machen gehört dazu und ist natürlich. Selbstverständlich gibt es Fehler, die nicht passieren dürfen und nicht wieder gutzumachen sind, in diesem Kontext insbesondere sexuelle Übergriffe. Aber auch dass man ein Kind bevorzugt behandelt, kann passieren, egal ob man nun pädophil ist oder nicht. Wichtig ist die Fähigkeit, diese Situationen erkennen und reflektieren zu können, um es das nächste Mal besser zu machen. 

Fazit

Selbstverständlich ist nicht jeder Pädophile dazu geeignet, mit Kindern zu arbeiten. Es gibt genug Pädophile, auf welche die oben genannten Bedingungen nicht zutreffen, die sexuelle Handlungen mit Kindern nicht ausnahmslos ablehnen, denen es an Empathie und Impulskontrolle mangelt, oder die ihre eigenen Bedürfnisse über die der Kinder stellen. Aber sind wir ehrlich, die gibt es unter nicht-pädophilen Pädagogen auch. Schon bei sexuellem Kindesmissbrauch geht über die Hälfte der Taten nicht von Pädophilen aus, andere Formen der Gewalt an Kindern haben mit Pädophilie grundsätzlich nichts zu tun. Wer sich bei seinen Bemühungen, Kinder zu schützen, allein auf Pädophile fokussiert, läuft dabei Gefahr, einen Großteil der Gewalt an Kindern zu ignorieren und gleichzeitig unschuldige Menschen pauschal als potenzielle Täter abzustempeln, auch dann wenn diese für Kinder gar keine Gefahr darstellen. Pädophile Menschen grundsätzlich aus pädagogischen Berufen fernhalten zu wollen, ist damit weder ein geeignetes Mittel um Missbrauch und Gewalt an Kindern zu verhindern, noch ist es fair gegenüber denjenigen Menschen, die sich jeden Tag mit vollem Einsatz um Kinder kümmern, ohne dabei in irgendeiner Form Gefahr zu laufen, die ihnen anvertrauten Kinder zu missbrauchen. Selbstverständlich ist es wichtig, dass es Schutzkonzepte in Kitas, Schulen und anderen pädagogischen Einrichtungen gibt, die das Risiko, dass Kinder Gewalt erfahren, minimieren. Dabei sollte der Fokus aber auf konkretem Verhalten liegen, nicht auf einer sexueller Präferenz, die sich nicht ausgesucht wurde, und die erst einmal nichts über die pädagogische Eignung einer Person aussagt. 

Glaube ich, dass dieser Artikel große Auswirkungen darauf haben wird, wie Pädophile, die mit Kindern arbeiten, gesehen werden? Natürlich nicht. Alleine schon weil viel zu wenige Menschen diesen Artikel überhaupt lesen werden. Und diejenigen, die ihn lesen - das haben meine Erfahrungen im Bereich der Aufklärung und des Aktivismus gezeigt - werden oftmals entweder so angeekelt davon sein, dass Pädophile überhaupt mit Kindern arbeiten, dass sie gar nicht rational an das Thema herangehen können, oder mir schlichtweg nicht glauben, dass ich Kinder nicht missbrauche und dies auch nicht vorhabe. Aber ich möchte eben doch für ein wenig Sichtbarkeit sorgen, damit niemand behaupten kann, er konnte ja nicht wissen, dass es auch Pädophile gibt, die Sex mit Kindern ablehnen, die mit Kindern arbeiten, ohne dass dies für sie (oder für die Kinder) mit irgendwelchen Problemen verbunden wäre, und denen es wirklich um das Wohl der Kinder geht und nicht um die Befriedigung der eigenen Sexualität. Vielleicht wird ja irgendwann eine Zeit kommen, in der die Menschen bereit sind, Hass, Ekel und Vorurteile beiseitezustellen und anfangen, Menschen nicht nach ihrer Sexualität und anderen nicht gewählten Eigenschaften, sondern nach ihrem Handeln zu beurteilen. Vielleicht kommt die Zeit, in der es kein so großes Tabu mehr ist, wenn Pädophile mit Kindern arbeiten. Ob ich diese Zeit - falls sie kommt - noch miterleben werde, ist allerdings eine andere Frage.